Russen und Europäer bauen zwei neue Stränge für Nord Stream

St. Petersburg (dpa) - Zur Sicherung der Energieversorgung in Europa will der russische Gasmonopolist Gazprom mit europäischen Partnern zwei neue Stränge für die Ostsee-Pipeline Nord Stream bauen. An dem Projekt seien auch die Konzerne OMV, Shell und Eon beteiligt, wie das Unternehmen am Donnerstag in St. Petersburg mitteilte. Bisher sind von Nord Stream zwei Leitungen in Betrieb. Die beiden neuen Stränge sollen 55 Milliarden Kubikmeter Gas zusätzlich in die Europäische Union leiten. Russland baut die Leitungen, um die krisengeschüttelte Ukraine als bisher wichtigstes Transitland für die Energielieferungen nach Westen auszuschalten.

Ladenpreise abgesprochen: Kartellamt verhängt 152-Millionen-Buße

Bonn (dpa) - Das Bundeskartellamt hat wegen illegaler Preisabsprachen unter anderem bei Kaffee, Schokolade und Süßigkeiten knapp 152 Millionen Euro an Bußgeld gegen Handelskonzerne und Markenartikelhersteller verhängt. Händler und Hersteller hätten zulasten der Endverbraucher Vereinbarungen über die Ladenpreise getroffen, erklärte Kartellamtschef Andreas Mundt am Donnerstag. Das seien klare Kartellrechtsverstöße. Die Verfahren gehen auf eine Durchsuchungsaktion an 15 Standorten von Anfang 2010 zurück. Bestraft wurden die Konzerne Edeka, Rewe, Kaufland, Metro, Aldi sowie die Tierfutter-Ketten Fressnapf und Das Futterhaus.

Verdi protestiert vor Posttower - Auch DPV ruft zu Streiks auf

Bonn (dpa) - Verdi-Chef Frank Bsirske hat der Post vor der Haustür mit einem langen Arbeitskampf gedroht, wenn das Management in dem Tarifkonflikt nicht einlenkt. Der Streik werde so lange dauern, bis der Vorstand zurückkehre zu einem sozialpartnerschaftlichen Miteinander, sagte er am Donnerstag bei einer Kundgebung vor der Bonner Konzernzentrale mit 4000 streikenden Postbeschäftigten. Ein Kompromiss in dem Konflikt müsse beiden Seiten eine gute Zukunft in dem Unternehmen bieten. Unterdessen rief auch die Kommunikationsgewerkschaft DPV nach einer Urabstimmung unter ihren Mitgliedern für diesen Freitag zu einem unbefristeten Ausstand bei der Post auf.

Autobauer stellen Tausende Aushilfen in den Ferien ein

Stuttgart (dpa) - Rosige Zeiten für Ferienjobber: Die gute Konjunktur sorgt dafür, dass die Autobauer Daimler und Volkswagen zahlreiche Aushilfen suchen. Über 13 200 Ferienarbeiter sollen alleine bei Daimler in den kommenden Monaten helfen, die Produktion am Laufen zu halten. Im Bereich der Autoproduktion werden rund 8 700 Studenten und Schüler eingesetzt und über 3770 Aushilfen in der Lastwagenproduktion, wie der Konzern am Donnerstag in Stuttgart mitteilte. Der Rest in den anderen Bereichen wie Forschung, Entwicklung, Verwaltung oder Logistik.

Minijob-Zentrale: Mindestlohn vermutlich Ursache für Minijob-Abbau

Bochum/Nürnberg (dpa) - Der starke Abbau von Minijobs im ersten Quartal ist nach Einschätzung der Minijob-Zentrale in Bochum wahrscheinlich auch eine Folge des neuen Mindestlohns. Auch wenn die Zahlen in der Vergangenheit immer geschwankt hätten, sei der Rückgang der Minijobs in diesem Umfang schon «ungewöhnlich», sagte Behördensprecher Wolfgang Buschfort der Deutschen Presse-Agentur. «Eine gewisse Wahrscheinlichkeit ist sicher da, dass das etwas mit dem Mindestlohn zu tun hat. Andere Gründe fallen uns jedenfalls nicht ein.» Nach seinen Angaben sank die Zahl der Minijobber im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 2,8 Prozent oder knapp 190 000 auf 6,6 Millionen.

Minizins schiebt Bauboom in Deutschland an

Wiesbaden (dpa) - Die niedrigen Zinsen haben den anhaltenden Bauboom in Deutschland im vergangenen Jahr zusätzlich befeuert. Insgesamt wurden 2014 rund 245 300 Wohnungen fertiggestellt, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Das waren 30 500 Wohnungen oder 14,2 Prozent mehr als im Vorjahr. «Damit sind die Wohnungsfertigstellungen zum vierten Mal in Folge kräftig gestiegen», betonten den Statistiker. Besonders stark zogen Investitionen in Mehrfamilienhäuser mit mindestens drei Wohnungen an: Mit 101 000 dieser Wohngebäude wurden 28 Prozent mehr fertiggestellt als im Vorjahr.

Samwer verteidigt Dauer-Verluste bei Rocket-Startups

Berlin (dpa) - Rocket-Internet-Chef Oliver Samwer sieht die Beteiligungen seiner Startup-Fabrik trotz anhaltender Verluste auf Kurs. «Das ist einfach eine notwendige Bedingung im Internet-Markt, dass man zunächst eine kritische Masse erreicht», sagte Samwer der Deutschen Presse-Agentur. «Die Alternative wäre, ich folge dem klassischen deutschen Ansatz und sage, nach zwei Jahren muss man profitabel sein, sonst ist es nix. Nur, dann brauchen wir uns gar nicht mit dem Silicon Valley oder China anlegen oder überhaupt erst eine Milliarden-Firma bauen.» Rocket ist quer durch die Welt an Dutzenden Internet-Firmen beteiligt, die bisher alle rote Zahlen schreiben.

Airbus sammelt auf Pariser Luftfahrtmesse 421 Bestellungen ein

Le Bourget (dpa) - Der europäische Flugzeugbauer Airbus hat auf der Pariser Luftfahrtmesse Bestellungen für mehr als 400 Maschinen eingesammelt. Die Aufträge und Vorverträge summierten sich auf 421 Mittel- und Langstreckenjets, sagte Airbus-Chef Fabrice Brégier am Donnerstag im Pariser Vorort Le Bourget. Laut Preisliste haben die Bestellungen einen Wert von 57 Milliarden US-Dollar (51 Mrd Euro). Allerdings sind bei Flugzeugen hohe Rabatte üblich. Bestellungen für den weltgrößten Passagierjet A380 blieben weiterhin aus. Durch einen Vorvertrag mit der Low-Cost-Fluglinie Wizz Air für 110 Flugzeuge des Typs A321neo überholte Airbus beim Bestellwert seinen US-Rivalen Boeing.

Erstmals seit 100 Jahren wieder eine Frau auf US-Geldschein

Washington (dpa) - Ab 2020 soll wieder das Konterfei einer Frau auf einem US-Geldschein erscheinen. US-Finanzminister Jacob Lew gab die Pläne für den neuen 10-Dollar-Schein am Mittwoch in Washington bekannt. Damit kommt erstmals seit 100 Jahren wieder eine «bemerkenswerte Amerikanerin» auf eine Geldnote. Um wen es sich genau gehandelt, soll erst später bekanntgegeben werden. Vorschläge werden auf Twitter unter «#TheNew10» und auf einer eigens eingerichteten Webseite entgegengenommen. Die einzigen beiden Frauen, die bisher auf US-Banknoten verewigt wurden, waren Martha Washington, die Frau des ersten Präsidenten, sowie die Indianerin Pocahontas.

AWD-Anleger scheitern vor BGH zu Verjährungsfragen

Karlsruhe (dpa) - Vier Ehepaare sind mit Schadenersatzklagen gegen den Finanzdienstleister und AWD-Nachfolger Swiss Life Select wegen angeblich fehlerhafter Anlageberatung beim Bundesgerichtshof (BGH) gescheitert. Die Forderungen seien verjährt, urteilten die Karlsruher Richter am Donnerstag. Die möglichen Schadenersatzforderungen gegen den AWD-Nachfolger könnten die Anleger damit nicht mehr durchsetzen. (Az.: III ZR 189/14 u.a.)

Gute Blüte der Reben lässt Winzer auf reiche Ernte hoffen

Mainz (dpa) - Die schönen Sommertage der vergangenen Wochen kommen womöglich auch bald den Weintrinkern zugute. Die Blüte der Reben sei bundesweit gut verlaufen, sagte der Sprecher des Deutschen Weininstituts (DWI), Ernst Büscher, in Mainz. Manche Beeren hätten schon Schrotkorngröße. Die Rebblüte sei zügig und gleichmäßig verlaufen. «Unter normalen Witterungsbedingungen dauert es von nun ab noch gut drei Monate, bis die Trauben erntereif sind», sagte Büscher. Eine zügige Blüte ist nach Angaben der Marketingorganisation gut, weil sie eine gleichmäßige Reife verspricht. Dafür braucht es gutes Wetter. Aus jeder befruchteten Blüte kann dann eine Weinbeere entstehen.

Dax fällt vor Euro-Krisentreffen weiter

Frankfurt/Main (dpa) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt bleiben angesichts der Hängepartie um Griechenland nervös. Der Dax stand am frühen Nachmittag 0,59 Prozent tiefer bei 10 912,75 Punkten, nachdem er in der Spitze um anderthalb Prozent eingeknickt war. Für den Index der mittelgroßen Werte MDax ging es am Donnerstag um 0,95 Prozent auf 19 334,41 Punkte nach unten und das Technologiebarometer TecDax fiel um 1,05 Prozent auf 1609,25 Punkte. Der Leitindex der Eurozone EuroStoxx 50 büßte ein halbes Prozent ein. Am deutschen Rentenmarkt sank die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,64 Prozent am Vortag auf 0,59 Prozent. Der Rentenindex Rex legte um 0,36 Prozent auf 138,69 Punkte zu. Der Bund-Future gab um 0,11 Prozent auf 151,65 Punkte nach. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1404 (Mittwoch: 1,1279) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8769 (0,8866) Euro.

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