Poststreiks weiter ausgeweitet

Bonn/Berlin (dpa) - Bei der Deutschen Post schickt die Gewerkschaft Verdi immer mehr Beschäftigte in den Ausstand. Am Donnerstag legten nach Angaben eines Verdi-Sprechers weitere Postboten in der Verbundzustellung ihre Arbeit unbefristet nieder. In der sogenannten Verbundzustellung tragen Postboten Briefe und Pakete gleichzeitig aus. Bis zum Mittwoch waren laut Verdi 14 500 Beschäftigte in den Dauerausstand getreten. Die Post sprach dagegen von 11 000 Streikenden. Neue Zahlen wollte Verdi am Nachmittag bekanntgeben. Auslöser der Streiks ist die Ausgliederung von 49 regionalen Gesellschaften im Paketgeschäft. Dort beschäftigt die Post inzwischen mehr als 6000 Menschen, die weniger verdienen als ihre Kollegen im Mutterkonzern.

Wirtschaftsforscher Fuest wird neuer Ifo-Chef

Mannheim/München (dpa) - Das Münchner Ifo Institut bekommt einen neuen Präsidenten. Der Wirtschaftsprofessor und Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Clemens Fuest, tritt im kommenden April die Nachfolge von Hans-Werner Sinn an, der in den Ruhestand geht. Der 46-jährige Fuest ist seit 2013 Präsident des ZEW, eigentlich wäre sein Vertrag dort erst Ende Februar 2018 ausgelaufen. Seit 2003 gehört er dem Wissenschaftlichen Beirat des Bundesfinanzministeriums an, erst vor kurzem wurde er auch in die Kommission berufen, die den Mindestlohn kontrolliert.

Weltbank: Eurozone auf Wachstumskurs - Gefahren für Schwellenländer

Washington (dpa) - Die Wirtschaft in der Eurozone kommt nach Ansicht der Weltbank schneller auf die Beine als erwartet. Das Wachstum werde in diesem Jahr 1,5 Prozent betragen, errechnete die UN-Organisation in ihrer neuen Konjunkturprognose, die in der Nacht zum Donnerstag in Washington veröffentlicht wurde. Im Januar waren die Ökonomen noch von 1,1 Prozent Wachstum ausgegangen. Zugleich setzten sinkende Ölpreise und eine wahrscheinliche Zinserhöhung in den USA viele Entwicklungs- und Schwellenländer unter Druck. Die bisherigen Garanten für das Wachstum der globalen Konjunktur müssten sich mit Reformen und Investitionen auf schwierige Zeiten vorbereiten, warnte die Weltbank mit Sitz in der US-Hauptstadt.

Gastgewerbe will Arbeitszeit bis 12 Stunden täglich

Berlin (dpa) - Gastronomen und Hoteliers machen Front gegen die gesetzliche Höchstgrenze für die tägliche Arbeitszeit. Sie fordern zudem, künftig nur noch für einen kleineren Teil ihrer Beschäftigten die Arbeitszeit dokumentieren zu müssen. An bis zu drei Tagen pro Woche sollte bis zu zwölf Stunden Arbeit ermöglicht werden, sagte der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Ernst Fischer, am Donnerstag in Berlin. Das Arbeitszeitgesetz erlaubt maximal zehn Stunden. Das Gesetz sollte «an die Lebenswirklichkeit angepasst werden», verlangte Fischer.

Hamburger Verbraucherzentrale überprüft Lebensversicherungen

Hamburg (dpa) - Die Verbraucherzentrale in Hamburg will als ein Finanzmarktwächter in Deutschland mehr Klarheit über Lebensversicherungen schaffen. Dazu hat sie am Donnerstag bundesweit die Verbraucher aufgerufen, ihr bis Ende September Kopien ihrer jährlichen Lebensversicherungsauszüge (Standmitteilungen) sowie des Versicherungsscheins zu senden. Sie sollen möglichst bis 2007 zurückreichen, sagte der Chef der Verbraucherzentrale, Günter Hörmann. Daran ließe sich erkennen, wie sich die Niedrigzinsphase sowie gesetzliche Reformen ausgewirkt haben. Bundesverbraucherschutzminister Heiko Maas informierte sich am Donnerstag über die Arbeit des neuen Finanzmarktwächters.

Weniger neue Betriebe gegründet

Wiesbaden (dpa) - In der deutschen Wirtschaft lässt das Gründerfieber nach. Im ersten Quartal dieses Jahres wurden bei den Gewerbeämtern 161 500 neue Betriebe und damit 2,8 Prozent weniger als vor einem Jahr angemeldet, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden berichtete. Vor allem die Zahl neuer Kleinunternehmen und Nebenerwerbsbetriebe ging zurück, während bei den Betrieben mit größerer wirtschaftlicher Bedeutung ein leichtes Plus um 0,2 Prozent auf 35 400 registriert wurde. Gleichzeitig hielten aber die bestehenden Unternehmen auch besser durch: Mit 151 800 Betrieben wurden 5,4 Prozent weniger aufgegeben als im Startquartal 2014.

Deutsche Roboterindustrie erzielt Rekordumsatz - Ausblick positiv

Frankfurt/Main (dpa) - Die deutschen Hersteller von Robotern und Automation blicken optimistisch in die Zukunft. «Aufgrund unserer robusten Auftragseingänge werden wir auch im laufenden Jahr auf Wachstumskurs bleiben», sagte Hans-Dieter Baumtrog, Vorstandsvorsitzender des Fachbereichs Robotik und Automation im Maschinenbauverband VDMA, am Donnerstag in Frankfurt. Der Rekordumsatz von 11,4 Milliarden Euro (plus neun Prozent) werde voraussichtlich nochmals um fünf Prozent übertroffen und die 12-Milliarden-Marke erreichen. Gleichzeitig widersprach der Verband Vorwürfen, der Einsatz von Robotern vernichte Arbeitsplätze in der Industrie. Tatsächlich würden Roboter die Wirtschaft ankurbeln und Jobs schaffen.

Deutsche Anleger setzen auf Griechenland-Einigung

Frankfurt/Main (dpa) - Die Hoffnung auf eine Einigung im Schuldenstreit mit Griechenland und gute Konjunkturdaten aus China haben den Dax am Donnerstag beflügelt. Der Leitindex zog am Donnerstagnachmittag um 1,13 Prozent auf 11 392,31 Punkte an. Für den Index der mittelgroßen Werte MDax ging es um 1,14 Prozent auf 20 289,02 Punkte nach oben und der TecDax stieg um 1,24 Prozent auf 1680,76 Punkte. Der Kurs des Euro gab nach: Die Europäische Zentralbank legte den Referenzkurs auf 1,1232 (Mittwoch: 1,1279) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8903 (0,8866) Euro.

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