Konkrete Pläne: EU-Staaten wollen Roaming beibehalten

Brüssel (dpa) - Handynutzer hätten sich eigentlich schon zum Jahresende auf eine Abschaffung der Extra-Gebühren für Telefonate, Surfen SMS im EU-Ausland freuen können. Doch daraus wird wohl nichts: Erstens wird die Zeit knapp. Zweitens gibt es inzwischen unter den EU-Staaten einen Kompromissplan, die Gebühren auf niedrigem Niveau beizubehalten. Das geht aus einem öffentlich gewordenen Dokument des Rates hervor, über das am Freitag die «Bild»-Zeitung berichtete. Die EU-Länder müssen sich aber noch mit dem Europa-Parlament einig werden. Dem Papier zufolge sollen Bürger etwa bei Anrufen aus dem Ausland nur 50 Minuten lang zu Inlandskonditionen telefonieren können. Die Staaten hatten sich bereits Anfang März darauf verständigt, dass sie die Extra-Gebühren für mobiles Telefonieren und Surfen im Ausland mit Einschränkungen vorerst weiter erlauben wollen. Beschlossen ist derweil noch nichts, weil die Länder sich mit dem Europaparlament einigen müssen. Das hatte ursprünglich gefordert, die Aufschläge bis Ende 2015 komplett abzuschaffen.

Neue Warnstreiks bei der Post - Beamte als Streikbrecher?

Bonn/Berlin (dpa) - Im Tarifkonflikt bei der Post um kürzere Arbeitszeiten und mehr Geld wird die Stimmung immer gereizter. Nachdem Verdi vor wenigen Tagen angebliche Einschüchterungsversuche von Vorgesetzten gegen Streikende scharf gerügt hatte, warf die Gewerkschaft dem Management jetzt vor, systematisch Beamte als Streikbrecher eingesetzt zu haben. Nach Angaben eines Verdi-Sprechers soll es in den vergangenen Wochen weit mehr als 100 solcher Fälle gegeben haben. Die Post müsse die rechtswidrige Praxis sofort unterbinden, sagte die stellvertretende Verdi-Vorsitzende, Andrea Kocsis, der «Süddeutschen Zeitung». Das Unternehmen wies die Anschuldigungen entschieden zurück. Die Post beachte die geltenden rechtlichen Regeln und prüfe in jedem Einzelfall, ob ein Beamter während einer Arbeitskampfmaßnahme auf einem anderen Arbeitsplatz eingesetzt werden dürfe, sagte eine Unternehmenssprecherin.

Bundesbank-Präsident Weidmann rügt Notkredite für Griechenland

Frankfurt/Main (dpa) - Bundesbank-Präsident Jens Weidmann warnt vor einem Missbrauch der Notenbanken als Retter Griechenlands. «Die Entscheidung über die Zukunft Griechenlands in der Währungsunion liegt eindeutig bei der Politik», sagte Weidmann dem «Handelsblatt». Auf die Frage, ob er bereit wäre, die Ela-Notkredite für griechische Banken zu stoppen und damit einen Austritt Griechenlands aus dem Euroraum zu erzwingen, antwortete Weidmann, die Notenbanken seien nicht «für die Zusammensetzung der Währungsunion oder die Gewährung von Hilfszahlungen verantwortlich». Griechische Banken bekommen auf normalem Weg kein frisches Geld mehr von der Europäischen Zentralbank (EZB) und sind daher auf teurere Ela-Notkredite angewiesen.

Tarifgespräche bei Karstadt gehen weiter - Lösung weit entfernt

Frankfurt/Main/Essen (dpa) - Die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der angeschlagenen Warenhauskette Karstadt sind am Freitag fortgesetzt worden. In der bereits achten Runde sei wieder mit «schwierigen Gesprächen» bis in den Abend zu rechnen, sagte eine Sprecherin der Gewerkschaft Verdi. Streikende aus mehreren hessischen Karstadt-Filialen würden am Freitag «bei spontanem Interesse» das Verhandlungshotel in Frankfurt am Main besuchen, teilte Verdi mit. Karstadt beschäftigt rund 16 000 Menschen. Verdi fordert eine Beschäftigungs- und Standortgarantie für die Karstadt-Häuser. Das gelte für alle Häuser - auch für die fünf Standorte Recklinghausen, Bottrop, Dessau, Neumünster und Mönchengladbach-Rheydt, deren Schließung das Management in dieser Woche angekündigt hatte.

Spargelpreise eher höher als im Vorjahr - aber unter Niveau von 2013

Hannover (dpa) - Spargelfans freuen sich ein ganzes Jahr lang auf den Saisonstart für das Edelgemüse. Dieses Jahr mussten sie wegen des kühlen Frühlings länger warten als 2014, als die Spargelzeit so früh wie nie startete. Und diesmal ist das kulinarische Vergnügen auch eher teurer, wie sich zur Halbzeit abzeichnet. «Wir haben derzeit durchaus noch ein hohes Preisniveau», sagte Michael Koch von der Bonner Agrarmarkt Informations-Gesellschaft Ami. Eine aussagekräftige Bilanz sei zwar erst sinnvoll zum Auslaufen der Saison Ende Juni. Ein Trend deute sich aber schon an. So kostete ein Kilogramm weißer Spargel in der zurückliegenden Woche bundesweit im Schnitt 6,74 Euro. Gegenüber der Vorwoche waren das 70 Cent weniger, im Vergleich mit derselben Woche des Vorjahres rund 23 Prozent Aufschlag.

Dax kommt vor dem Wochenende kaum vom Fleck

Frankfurt/Main (dpa) - Mit der starken Kursrally vom Himmelfahrtstag hat der Dax sein Pulver zunächst verschossen. Der von Börsianern erhoffte Ausbruch aus dem seit Mitte April vorherrschenden Abwärtstrend gelang dem deutschen Leitindex am Freitag bis zum Nachmittag nicht. Zuletzt lag der Dax noch mit 0,04 Prozent im Plus bei 11 564,27 Punkten, nachdem er seine Vortagesgewinne zwischenzeitlich noch um gut ein halbes Prozent hatte ausbauen können.Der Kurs des Euro fiel: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1328 (Donnerstag: 1,1419) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8828 (0,8757) Euro.

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