Bahnchef plant neuen Vorstoß im Lokführer-Tarifkonflikt

Berlin (dpa) - Bahnchef Rüdiger Grube will im Tarifkonflikt mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ein zweites Mal innerhalb kurzer Zeit die Initiative ergreifen. Noch vor dem geplanten Ende des Streiks bei der Deutschen Bahn am Sonntag werde er «die nächste Stufe zünden», sagte Grube einem Bericht der «Stuttgarter Zeitung» zufolge am Donnerstagabend bei einer Veranstaltung in Esslingen. Die GDL hatte zuvor einen Vermittlungsvorschlag abgelehnt. Er habe einen «Plan B», sagte Grube - dämpfte zugleich aber die Erwartungen: «Die Lösung wird es nicht sein.» Der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky lässt das weitere Vorgehen der Gewerkschaft offen. «Wir werden diese Maßnahme am Sonntag punkt 9.00 Uhr beenden und dann über weitere Maßnahmen beraten», sagte er.

Verdi fordert im Tarifkonflikt bei der Post 5,5 Prozent mehr Geld

Bonn/Berlin (dpa) - Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Post fordert die Gewerkschaft Verdi neben kürzeren Arbeitszeiten nun auch mehr Geld. 5,5 Prozent mehr sollen die 140 000 Beschäftigten nach dem Willen von Verdi künftig bekommen. Die Laufzeit soll nach der zum Auftakt der vierten Verhandlungsrunde am Freitag in Berlin vorgelegten Forderung bei zwölf Monaten liegen. Die Post reagierte mit Unverständnis. Neben der verlangten Arbeitszeitverkürzung von 38,5 auf 36 Wochenstunden bei vollem Lohnausgleich würde die Forderung Unternehmensangaben zufolge einen Lohnanstieg von 12,5 Prozent bedeuten. Während eine Neuregelung der Arbeitszeiten als unproblematisch gilt, bleibt der Lohnausgleich der Knackpunkt in den Verhandlungen.

Bericht: VW-Konzern vor weiteren Umbauschritten

Wolfsburg/Berlin (dpa) - Der Volkswagen-Konzern steht neben der Neuordnung seines Nutzfahrzeug-Geschäfts laut einem Bericht vor einem weiteren Umbau. Vorstandschef Martin Winterkorn habe die Führungskräfte von Europas größtem Autobauer bei einem internen Manager-Treffen in Wolfsburg am Donnerstagabend auf eine neue Struktur eingeschworen, meldete die Fachzeitschrift «Automobilwoche» (Freitag). «Wir müssen schneller, effizienter und beweglicher werden», sagte Winterkorn nach Informationen des Blatts. Grund seien Herausforderungen wie die Digitalisierung oder das autonome Fahren. Erwartet werden aber auch Weichenstellungen, die VW sowohl personell als auch strukturell verändern dürften.

VW-Rivale Toyota auf Rekordfahrt - Sorgen in Deutschland

Tokio (dpa) - Der japanische Autoriese Toyota nimmt im Wettlauf mit seinem Rivalen Volkswagen den globalen Expansionskurs wieder auf und will den Rekordgewinn des Vorjahres in diesem Jahr noch übertreffen. Wie der Konzern am Freitag bekanntgab, erhöhte sich der Betriebsgewinn zum Bilanzstichtag 31. März dank des schwachen Yen um 20 Prozent auf den Rekord von 2,75 Billionen Yen (20 Mrd Euro). Der günstige Wechselkurs und Kosteneinsparungen hätten rückläufige Absatzzahlen wettgemacht. Seinem deutschen Händlernetz verordnet die Nummer eins der Branche wegen der schwachen Verkäufe hierzulande eine Schrumpfkur. Weltweit hatte Toyota im vergangenen Kalenderjahr 10,23 Millionen Fahrzeuge verkauft und zum dritten Mal in Folge den Titel als größter Autohersteller verteidigt.

Betriebsrat: Siemens will in Mülheim insgesamt 950 Stellen streichen

Mülheim/Erlangen (dpa) - Im Mülheimer Siemens-Werk sollen nach Angaben des Betriebsrats im Zuge der Stellenabbau-Pläne des Konzerns insgesamt rund 950 Stellen gestrichen werden. Das teilte der Betriebsrat am Freitag nach einer Belegschaftsversammlung mit. Ein Siemens-Sprecher wollte die Zahl auf Anfrage nicht kommentieren und verwies auf noch ausstehende Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern. Mülheim dürfte nach Einschätzung aus Arbeitnehmerkreisen mit am stärksten von den Streichplänen betroffen sein. Die Pläne für weitere Standorte sollen in den kommenden Tagen folgen. Die Siemens-Standorte in Erlangen und Nürnberg sind dagegen nach Angaben aus Betriebsratskreisen vom jüngsten Stellenabbau nicht so stark betroffen.

Schwacher Euro hilft: Deutsche Exporteure auf Rekordkurs

Wiesbaden (dpa) - Im März haben die Unternehmen so viele Waren in alle Welt geliefert wie nie zuvor in einem Monat. Das teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mit. Die Exporte stiegen im Jahresvergleich um 12,4 Prozent auf 107,5 Milliarden Euro. Auch die Importe lagen 7,1 Prozent höher als vor einem Jahr und erreichten mit 84,5 Milliarden Euro den höchsten je gemessenen Monatswert. Nach den ersten drei Monaten des Jahres steht damit ein Ausfuhrplus von 5,4 Prozent, während die Einfuhren um 1,8 Prozent über dem Niveau des Auftaktquartals 2014 lagen. Beides dürfte nicht zuletzt am schwächeren Euro liegen: Einerseits werden Einfuhren teurer. Andererseits werden deutsche Produkte in Ländern außerhalb des Währungsraums günstiger, was tendenziell die Nachfrage erhöht.

Deutsche Industrieproduktion überraschend gesunken

Wiesbaden (dpa) - Die deutsche Industrieproduktion ist im März überraschend gesunken. Das produzierende Gewerbe stellte saison- und kalenderbereinigt 0,5 Prozent weniger her als im Februar, wie das Statistische Bundesamt am Freitag auf Basis vorläufiger Daten in Wiesbaden mitteilte. Experten hatten mit einem leichten Anstieg gerechnet. Zudem wurde der Wert des Vormonats gesenkt. Insgesamt stagnierte das Fertigungsvolumen in der Industrie damit im ersten Quartal gegenüber dem letzten Vierteljahr 2014, wie Commerzbank-Ökonom Marco Wagner betonte. Gerade konjunkturell bedeutsamen Branchen wie dem Maschinenbau und der Kfz-Wirtschaft fehle es derzeit an Schwung.

Londoner Börse freut sich über Camerons Wahlsieg - Pfund zieht an

London (dpa) - Der Londoner Aktienmarkt hat am Freitag dem Wahlsieg des britischen Premierministers David Cameron applaudiert. Zum Handelsbeginn sprang der Leitindex FTSE 100 um rund zwei Prozent bis auf 7034 Punkte und hielt sich danach an der 7000-Punkte-Marke. Die politische Unsicherheit sei nun vom Tisch, kommentierten die Experten von Capital Economics. Die Wahl habe ein ausgesprochen marktfreundliches Ergebnis gebracht. Auch das britische Pfund zog merklich an. Premierminister David Cameron hat mit seiner Konservativen Partei die Parlamentswahl in Großbritannien klar gewonnen und steht vor dem Wiedereinzug in die Downing Street. Zu den größten Gewinnern im «Footsie»-Index zählten Aktien von Banken, Immobilienkonzernen und Versorgern.

Chinas Außenhandel bricht ein

Peking (dpa) - Chinas Außenhandel ist erneut überraschend stark zurückgegangen. Die Ausfuhren fielen im April um 6,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, während die Einfuhren um 16,1 Prozent zurückgingen, wie die Zollverwaltung am Freitag in Peking berichtete. Die Daten sind ein deutlicher Indikator für eine schwächelnde Konjunktur in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Die schwachen Zahlen unterstreichen die geringere globale Nachfrage nach Waren «made in China». Die schwache Weltkonjunktur schlägt auf die Volksrepublik durch. Gleichzeitig macht sich die starke chinesische Währung gegenüber dem Euro bei den Geschäften mit Europa zu schaffen.

Ericsson weitet Patent-Klagen gegen Apple aus

Stockholm (dpa) - Der Netzwerk-Ausrüster Ericsson hat seine Patentklagen gegen Apple auf Deutschland, Großbritannien und die Niederlande ausgeweitet. Dabei geht es sowohl um Schutzrechte für Technologien der GSM- und LTE-Funknetze als auch das Design von Halbleiter-Komponenten, wie der schwedische Konzern am Freitag mitteilte. Streitpunkt sind Lizenzgebühren, die Ericsson verlangt. Apple will vor einem Bundesgericht in Kalifornien feststellen lassen, dass die betroffenen Ericsson-Patente nicht entscheidend für den schnellen Datenfunkstandard LTE seien. Laut Ericsson scheiterten die fast zwei Jahre lang laufenden Verhandlungen über eine Verlängerung der Patentnutzung.

US-Jobdaten treiben Dax deutlich aufwärts

Frankfurt/Main (dpa) - Positive Signale vom US-Arbeitsmarkt haben der Erholung im Dax am Freitagnachmittag Vorschub geleistet. Die Arbeitslosenquote fiel in den Vereinigten Staaten im April auf den tiefsten Stand seit sieben Jahren. Der deutsche Leitindex baute seine Gewinne nach den Daten auf 1,51 Prozent aus auf 11 580,19 Punkte. Auf Wochensicht liegt er nach einem zwischenzeitlichen Rutsch auf den tiefsten Stand seit Februar ebenfalls wieder gut 1 Prozent im Plus. Der Index der mittelgroßen Werte MDax erholte sich bis zum Nachmittag um 1,95 Prozent auf 20 452,57 Punkte und der TecDax der Technologiewerte gewann 2,12 Prozent auf 1649,08 Punkte. Am deutschen Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,61 Prozent am Vortag auf 0,46 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,30 Prozent auf 138,75 Punkte. Der Bund-Future stand unverändert bei 154,36 Punkten. Der Euro fiel zurück: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1221 (Donnerstag: 1,1305) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8912 (0,8846) Euro.

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