EZB öffnet Geldschleusen: Anleihenkaufprogramm startet am 9. März

Nikosia/Frankfurt (dpa) - Die Europäische Zentralbank (EZB) wird vom kommenden Montag an Staatsanleihen und andere Wertpapiere kaufen. Das sagte EZB-Präsident Mario Draghi am Donnerstag in Nikosia. Wie im Januar angekündigt, sollen mindestens bis September 2016 monatlich Papiere im Umfang von 60 Milliarden Euro gekauft werden. Damit will die Notenbank den Preisauftrieb stärken und die Wirtschaft anschieben. Griechische Bonds und Anleihen aus Zypern können die Währungshüter nach Angaben Draghis zunächst nicht erwerben, weil in beiden Ländern die Überprüfung des laufenden Anpassungsprogramms noch nicht abgeschlossen sei.

China unter «Abwärtsdruck»: Weniger Wachstum, höheres Defizit

Peking (dpa) - Mit höheren Staatsausgaben und Reformen stemmt sich China gegen die Abschwächung seiner Konjunktur. Trotz des geringeren Wachstumsziels von nur noch «etwa sieben Prozent» sollen die Ausgaben der zentralen und lokalen Haushalte stärker als bisher um 10,6 Prozent zulegen. «Der Abwärtsdruck auf Chinas Wirtschaft nimmt noch zu», warnte Regierungschef Li Keqiang am Donnerstag zum Auftakt der Jahrestagung des Volkskongresses in Peking. Das Haushaltsdefizit steige von 2,1 auf 2,3 Prozent der Wirtschaftsleistung. «Wir müssen die richtige Balance zwischen der Bewältigung der Schulden und der Wahrung beständigen Wachstums finden», sagte der Premier.

Allianz Deutschland mit Gewinnsprung - Lebensversicherung boomt

München (dpa) - Die Allianz-Versicherung hat ihren Gewinn in Deutschland im vergangenen Jahr auch dank einer geringeren Zahl an Wetterextremen wie Hagel und Überflutungen sprunghaft gesteigert. Unter dem Strich legte das Ergebnis um 27 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zu, wie der größte deutsche Versicherer am Donnerstag in München berichtete. Beim Umsatz erreichte die Allianz Deutschland mit rund 32 Milliarden Euro den höchsten Wert ihrer Geschichte. Überraschend gut läuft das Geschäft mit neuen Lebensversicherungen ohne den früher üblichen Garantiezins. Im Februar sei hier die Schwelle von 100 000 Verträgen überschritten worden, sagte Vorstandschef Markus Rieß.

Dr. Oetker kauft Coppenrath und Wiese

Bielefeld/Osnabrück (dpa) - Der Nahrungsmittelkonzern Dr. Oetker kauft den Osnabrücker Tiefkühltortenbäcker Coppenrath und Wiese. Der Vertrag sei am Donnerstag unterschrieben worden, teilte Oetker mit. Das Kartellamt muss dem Kauf noch zustimmen. Dr. Oetker bestätigte auch eine mit dem Betriebsrat und den Alteigentümern geschlossene Beschäftigungsgarantie. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. In Osnabrück und im westfälischen Mettingen beschäftigt Coppenrath und Wiese rund 2000 Mitarbeiter. Dem Verkauf waren monatelange Verhandlungen vorausgegangen.

Adidas blickt nach enttäuschendem Jahr nach vorn

Herzogenaurach (dpa) - Adidas will das verkorkste Vorjahr abhaken und trotz der zum Teil anhaltenden Turbulenzen wieder durchstarten. «2014 war ein Jahr mit Höhen und Tiefen», räumte Vorstandschef Herbert Hainer am Donnerstag ein. Vor allem der wegbrechende Gewinn schmerzte die Franken. Im vergangenen Jahr hatte Adidas mehrere große Baustellen zu bewältigen: Das über Jahre hinweg äußerst erfolgreiche Golfgeschäft ging massiv zurück, auch auf dem US-Markt lief es schlecht. Darüber hinaus litt Adidas als Marktführer in Russland stark unter der Zurückhaltung der dortigen Verbraucher sowie dem Wertverfall des Rubel.

So viele Kreuzfahrer aus Deutschland wie nie zuvor

Berlin (dpa) - Reiseboom auf dem Meer: So viele Urlauber aus Deutschland wie noch nie haben im vergangenen Jahr eine Kreuzfahrt unternommen. 1,77 Millionen Passagiere zählte der Branchenverband CLIA Deutschland. Damit dürfte Deutschland die bisher in Europa führende Kreuzfahrtnation Großbritannien überholt haben. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Kreuzfahrer um 5 Prozent, wie CLIA am Donnerstag auf der Reisemesse ITB in Berlin mitteilte. Damit schwächte sich das Wachstum etwas ab. Als Grund nannte CLIA-Chef Michael Ungerer vor allem fehlende Kapazitäten. «Wir könnten mehr Schiffe füllen.»

Continental will 2020 Umsatzhürde von 50 Milliarden Euro knacken

Hannover (dpa) - Getrieben vom Wachstum der PS-Branche und mit Rekorden im Rücken verspricht Continental für die nächsten Jahre kräftiges Wachstum. Während die deutschen Autobauer auf große Unsicherheiten in den Märkten verweisen und ihre Prognosen nur auf Jahressicht veröffentlichen, blickt der Autozulieferer und Reifenhersteller gleich weit voraus bis 2020. Dann will Conti rund 50 Milliarden Euro Umsatz machen. Dabei soll der Gewinnanteil ähnlich hoch liegen wie aktuell - selbst dieses Ziel nennt Conti schon heute. In den nächsten Jahren dürfte nicht nur die Menge der gefertigten Autos steigen, sondern vor allem deren Ausstattung mit elektronischen Helferlein und moderner Datenverarbeitung.

Dax springt über 11 500 Punkte dank EZB-Geldschwemme

Frankfurt/Main (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt hat die ungebrochene Geldschwemme der Europäischen Zentralbank am Donnerstag mit neuen Höchstständen gefeiert. Der Dax kletterte erstmals in seiner Geschichte über 11 500 Punkte. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen lauerte nur knapp unter seinem am Montag erreichten historischen Hoch bei 20 278 Punkten. Am Nachmittag stand der Dax noch 0,98 Prozent im Plus bei 11 502,29 Punkten, nachdem er zuvor bis auf 11 527 Punkte gestiegen war. Auslöser für den Sprung waren Aussagen von EZB-Chef Mario Draghi nach einer Sitzung der Zentralbank. Der Euro verlor an Wert: Die EZB setzte den Referenzkurs gegen Mittag und damit vor der Draghi-Pressekonferenz auf 1,1069 (1,1124) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9034 (0,8990) Euro.

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