Verbraucher bescheren Deutschland stärkstes Wachstum seit Jahren

Berlin (dpa) - Die Verbraucher haben Deutschland mit ihrer Konsumfreude das stärkste Wachstum seit Jahren beschert. Unter dem Strich legte die größte Volkswirtschaft Europas im vergangenen Jahr um 1,5 Prozent zu. Mit der Rekordbeschäftigung, extrem niedrigen Ölpreisen und spürbaren Lohnerhöhungen im Rücken trugen allein die Konsumenten mehr als die Hälfte dazu bei. Dies berichtete das Statistische Bundesamt. Für 2015 wird deswegen weiter spürbares Wachstum erwartet. Die gute Konjunktur lässt auch die Steuereinnahmen sprudeln, so dass Finanzminister Wolfgang Schäuble für den Bund schon 2014 ohne neue Schulden auskommen konnte. Zählt man Länder, Gemeinden und Sozialkassen dazu, hat der deutsche Staat im vergangenen Jahr einen Überschuss von fast 12 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Schweiz stürzt mit Franken-Freigabe Börsen in Turbulenzen

Zürich/Frankfurt (dpa) - Völlig überraschend hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) am Donnerstag die Kopplung des Franken an den Euro aufgehoben und damit Turbulenzen an den Finanzmärkten ausgelöst. Seit mehr als drei Jahren galt ein Mindestkurs von 1,20 Franken je Euro, der eine zu starke Aufwertung verhindern sollte, um Schweizer Exporte zu schützen. Nach der Entscheidung der Notenbanker brach in der Schweiz der Aktienmarkt ein, der Franken wertete zu Euro und Dollar massiv auf. Auch die anderen europäischen Aktienmärkte inklusive des deutschen Leitindex Dax gerieten in Turbulenzen, fingen sich letztlich aber wieder. Der Euro fiel zwischenzeitlich auf 1,1575 US-Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit November 2003.

Warnung vor Globalisierung der Nahrung zum Start der Grünen Woche

Berlin (dpa) - Zur weltgrößten Agrarmesse Grüne Woche in Berlin warnen Umweltschützer und Ökobauern vor einer immer weiteren Freigabe des globalen Nahrungshandels auf Kosten von Verbraucherrechten. Bei der geplanten Freihandelszone mit den USA seien europäische Umwelt- und Lebensmittelstandards in Gefahr, kritisierte der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger am Donnerstag. Bundesregierung und EU-Kommission versicherten aber, Schutzregeln zu bewahren. Die wirtschaftliche Lage der deutschen Ernährungsbranche trübt sich auch beim Export ein. Die 80. Ausgabe der Grüne Woche sollte am Donnerstagabend eröffnet werden. Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) sagte mit Blick auf internationalen Freihandel, Standards der Lebensmittelsicherheit seien «überall nicht verhandelbar».

EuGH: Online-Kunden müssen Preis für Flugticket sofort sehen können

Luxemburg (dpa) - Kunden müssen bei Online-Buchungen eines Fluges sofort den Endpreis inklusive Steuern und Gebühren erkennen können. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) am Donnerstag in einem Urteil klar gestellt (Rechtssache C-573/13). Die Luxemburger Richter erklärten die Praxis von Air Berlin aus dem Jahr 2008 für nicht rechtens. Airlines müssten bei jedem Flug von einem Flughafen in der EU schon von Anfang an den Endpreis anzeigen. Das gelte nicht nur für den vom Kunden ausgewählten Flug, sondern auch für alternative Verbindungen. Die Vorwürfe sind nach Einschätzung von Air Berlin inzwischen überholt, weil das Unternehmen die Preisanzeige auf seiner Internetseite geändert habe. Verbraucherschützer sehen das Urteil als Signal zur Stärkung der Rechte der Kunden.

Einzelne Tankstellen wieder mit Dieselpreis unter 1 Euro

München (dpa) - Der Dieselpreis kratzt weiter an der 1-Euro-Marke. Am Donnerstag verlangte eine Tankstelle im rheinland-pfälzischen Asbach zeitweise 99,9 Cent je Liter, im bayerischen Grafenwöhr lag der Preis am Mittag zwischenzeitlich bei exakt 1 Euro. Am Mittwoch hatte der Dieselpreis erstmals seit März 2009 wieder die Marke von einem Euro unterboten und stand an zwei Tankstellen im schleswig-holsteinischen Elmshorn für einige Zeit bei 99,9 Cent. Im bundesweiten Durchschnitt ist der Dieselpreis mit 1,115 Euro je Liter allerdings noch ein ganzes Stück von der 1-Euro-Marke entfernt, wie der ADAC berechnete. Das liegt daran, dass es keinen einheitlichen Preis für Kraftstoffe gibt. Die Preise schwanken nicht nur abhängig vom Wochentag oder der Region massiv, sie unterscheiden sich auch von Tankstelle zu Tankstelle.

GM meldet neuen Verkaufsrekord - bleibt aber hinter VW

Detroit (dpa) - Die Opel-Mutter General Motors (GM) ist trotz der Pannenserie 2014 auf Rekordkurs. Im vergangenen Jahr verkaufte der größte US-Autohersteller weltweit so viele Fahrzeuge wie nie zuvor. GM meldete in Detroit einen Gesamtabsatz von gut 9,9 Millionen Autos und Trucks für 2014 - zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Für einen Branchenrekord reicht es damit aber nicht. Wettbewerber Volkswagen hat zum ersten Mal die Marke von zehn Millionen verkauften Fahrzeugen geknackt. Auch dem Weltmarktführer Toyota dürfte dies gelingen, die Zahlen der Japaner werden in der nächsten Woche erwartet. GM steigerte seine Verkäufe in China um zwölf Prozent und in den USA um fünf Prozent. In Südamerika und Europa schwächelten die Geschäfte hingegen.

Wogen am deutschen Aktienmarkt glätten sich nach Franken-Freigabe

Frankfurt/Main (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich nach den heftigen Turbulenzen durch die Freigabe des Schweizer Franken zum Eurokurs wieder beruhigt. Am Donnerstagnachmittag stand der Dax 1,31 Prozent höher bei 9945,55 Punkten, nachdem er am Vormittag noch um mehr als 1,8 Prozent ins Minus gerutscht war. Insgesamt schwankte der deutsche Leitindex im Tagesverlauf um über 300 Punkte. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hatte am Morgen überraschend den bisherigen Mindestkurs von 1,20 Franken je Euro aufgehoben. Der Euro verlor in der Folge deutlich an Wert. Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite börsennotierter Bundesanleihen von 0,40 auf 0,38 Prozent. Der Kurs des Euro erholte sich etwas von den starken Vormittagsverlusten: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1708 (Mittwoch: 1,1775) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8541 (0,8493) Euro.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer