Weniger Beschwerden von Anlegern bei der Finanzaufsicht Bafin

Frankfurt/Bonn (dpa) - Bei der Finanzaufsicht Bafin sind im vergangenen Jahr deutlich weniger Kundenbeschwerden über schlechte Anlageberatung eingegangen als im Vorjahr. Hatten sich Verbraucher im Jahr 2013 noch in 9720 Fällen über eine aus ihrer Sicht fehlerhafte Beratung von Banken, Sparkassen oder Finanzdienstleistern beklagt, waren es im vergangenen Jahr noch 6050 Fälle. Eine Sprecherin der Bafin bestätigte am Dienstag einen vorab veröffentlichen Bericht des Berliner «Tagesspiegels» (Mittwoch). Im Rahmen ihres Berater- und Beschwerderegister sammelt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) seit dem 1. November 2012 die Daten von Anlageberatern in Deutschland und registriert Beschwerden von Kunden. Nun können erstmals zwei volle Kalenderjahre miteinander verglichen werden.

Finanzexperte: Euro-Debatte lähmt Griechenlands Wirtschaft

Kiel/Frankfurt (dpa) - Allein die Debatte über einen möglichen Euro-Austritt Griechenlands belastet nach Expertenansicht schon jetzt die Wirtschaft des Landes. «Zurzeit werden Investoren kaum nach Griechenland gehen, obwohl sich dort vieles deutlich gebessert hat und die Löhne gesunken sind», sagte der Ökonom Jens Boysen-Hogrefe vom Kieler Institut für Weltwirtschaft der Deutschen Presse-Agentur. «Sie fragen sich vielmehr, ob die Griechen in zwei Jahren noch in Euro zahlen und welche ökonomische Situation sie dann dort vorfinden werden.» Das wirke schon jetzt lähmend, sagte Boysen-Hogrefe. «Dies würgt den Aufschwung ab, der in Griechenland gerade etwas Fuß fasst.»

EU-Kommission: Regionale Spezialitäten bleiben geschützt

Brüssel (dpa) - Bei den Gesprächen über das Freihandelsabkommen TTIP mit den USA will die EU-Kommission Siegel für regionale Spezialitäten erhalten. Die Wahrung dieser Herkunftsbezeichnungen sei eine der Hauptprioritäten der EU, sagte ein Sprecher der Brüsseler Behörde am Dienstag. «Wir haben nicht vereinbart und wir werden nicht vereinbaren, dass der Schutz unserer geografischen Angaben in Europa vermindert wird.» Zuvor hatte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) dem «Spiegel» gesagt: «Wenn wir die Chancen eines freien Handels mit dem riesigen amerikanischen Markt nutzen wollen, können wir nicht mehr jede Wurst und jeden Käse als Spezialität schützen.» Sein Sprecher betonte später, Schmidt sei für den Erhalt der Herkunftsbezeichnungen, aber auch für eine Entbürokratisierung.

Deutschland als Krisengewinner: Jobplus und erfolgreiche Industrie

Frankfurt/Main (dpa) - Die deutsche Wirtschaft beweist Stärke in der Dauerkrise im Euroraum. In den Jahren 2007 bis 2014 kamen nach Berechnungen der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY (Ernst & Young) hierzulande fast 2,3 Millionen sozialversicherungspflichtige Jobs hinzu - ein Plus von sechs Prozent. Dagegen vernichtete die Krise im Euroraum insgesamt in diesem Zeitraum mehr als 3,8 Millionen Stellen. Die Arbeitslosenquote sank demnach außer in Deutschland nur in einem weiteren Euroland: Malta. «Dass es im Krisenjahr 2009 gelang, die Beschäftigung in Deutschland einigermaßen stabil zu halten, erwies sich in den Folgejahren - und bis heute - als Glücksfall für Deutschland», kommentierte der Vorsitzende der EY-Geschäftsführung im deutschsprachigen Raum, Georg Graf Waldersee.

Rückschlag für Frauen in Firmenvorständen

Stuttgart (dpa) - Frauen kommen auf dem Weg in die Topetage der deutschen Wirtschaft nur langsam voran: Zwar saßen in den Vorständen der 30 Dax-Konzerne einer Studie zufolge Ende 2014 mehr Frauen als im Vorjahr. Doch insgesamt fiel die Bilanz von 160 börsennotierten Unternehmen negativ aus, wie aus der am Dienstag veröffentlichten Studie der Unternehmensberatung EY (Ernst & Young) hervorgeht. Danach gab es nur 37 Frauen im Topmanagement der Firmen im Dax, MDax, SDax und TecDax, Ende des Vorjahres waren es noch 41. Dem stehen aktuell 626 männliche Vorstandsmitglieder gegenüber. In den 30 Dax-Firmen stieg die Zahl der Frauen in der obersten Führungsetage dagegen von 11 auf 14, das entspricht einem Anteil von sieben Prozent. Zugleich erhöhte sich der Anteil von Dax-Unternehmen mit mindestens einer Frau im Vorstand von 30 auf 40 Prozent.

Weltwirtschaftsforum in Davos rechnet mit Rekordbeteiligung

Genf (dpa) - Angesichts der Gefahr einer erneuten Verschärfung der Eurokrise haben sich zahlreiche europäische Regierungs- sowie Staatschefs zu den Beratungen des diesjährigen Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos angesagt. Erwartet wird auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, die im vergangenen Jahr wegen eines Ski-Unfall abgesagt hatte. Insgesamt werde mit einer Rekordbeteiligung von 2500 Politikern, Wirtschaftsführern und Wissenschaftlern sowie Vertretern internationaler Organisationen aus 140 Ländern gerechnet, teilte das WEF am Dienstag in Genf mit.

Hoffnung auf Konjunkturspritzen hilft Dax auf die Beine

Frankfurt/Main (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Dienstag etwas von seinem Kursrutsch zu Wochenbeginn erholt. Der Dax stand am Nachmittag 0,90 Prozent höher bei 9558,28 Punkten. Für den Index der mittelgroßen Werte, den MDax, ging es am Dienstag um 0,60 Prozent auf 16 815,39 Punkte nach oben. Der Technologiewerte-Index TecDax rückte um 0,25 Prozent auf 1376,17 Punkte vor. Bei dem EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone gab es ein Plus von 0,46 Prozent. Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,45 Prozent am Montag auf 0,42 Prozent. Der Kurs des Euro gab leicht nach: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1914 (Montag: 1,1915) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8394 (0,8393) Euro.

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