Nahles: Fachkräftepotenzial bei Frauen und Migranten heben

Berlin (dpa) - Die Bundesregierung will die Arbeitspotenziale bei Frauen, älteren Menschen und Migranten besser ausschöpfen, um den Fachkräftemangel in den Griff zu bekommen. Die Hälfte der Frauen arbeite - häufig gegen ihren Wunsch - in Teilzeit. «Und deshalb wollen wir ein Recht auf Rückkehr in Vollzeit schaffen», sagte Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) am Mittwoch in Berlin. Den Gewerkschaften gehen die Maßnahmen von Politik und Unternehmen nicht weit genug. Nahles erläuterte, viele Frauen wünschten sich mehr Arbeitsstunden - nicht immer volle 38,5 Stunden, aber mehr als 20 auf jeden Fall. Insbesondere bei Frauen mit Migrationshintergrund schlummere noch ein großes Potenzial, sagte sie bei der Vorstellung des zweiten Fortschrittsberichts zum Fachkräftekonzept der Bundesregierung, den das Kabinett am Vormittag billigte.

Kunden greifen seltener zur Lebensversicherung

Berlin (dpa) - Die Deutschen entscheiden sich bei der Altersvorsorge seltener für eine Lebensversicherung. Das Neugeschäft mit regelmäßigen Beiträgen ging 2013 um 13,1 Prozent zurück, wie der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) am Mittwoch mitteilte. Die Beitragseinnahmen der Lebensversicherungen, Pensionskassen und Pensionsfonds stiegen im Vergleich zum Vorjahr dennoch um 4,0 Prozent auf 90,8 Milliarden Euro. Das lag vor allem an vielen Einmalzahlungen von Kunden aus den geburtenstarken Jahrgängen der 60er Jahre. Die Summe der Einmalbeiträge erhöhte sich um 14,2 Prozent auf 25,7 Milliarden Euro. Eine von der Bundesregierung angestrebte Gesetzesänderung sieht die Branche skeptisch, auch wenn sie den Unternehmen in einem wichtigen Punkt entgegenkommt.

Firmenpleiten sinken auf niedrigsten Stand seit 1996

Wiesbaden (dpa) - Dank Konjunkturerholung und Rekordbeschäftigung sind 2013 in Deutschland erneut weniger Firmen und Privatleute pleitegegangen. Besonders die Unternehmen haben der Krise im Euroraum getrotzt: Im vergangenen Jahr sind so wenige Firmen in die Insolvenz gerutscht wie seit 1996 nicht mehr, berichtete das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden. Mit dem vierten Rückgang in Folge sank die Zahl der Unternehmensinsolvenzen auf 25 995. Das waren 2302 oder 8,1 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Wirtschaft macht Front gegen Russland-Sanktionen in Krim-Krise

Berlin (dpa) - Die deutsche Wirtschaft macht Front gegen Wirtschaftssanktionen gegen Russland in der Krim-Krise. Zwar befürchten Konjunkturexperten nur einen begrenzten Dämpfer für den Aufschwung. Bankenpräsident Jürgen Fitschen warnte indes in der Wochenzeitung «Die Zeit» vor der Gefahr einer wachsenden Spaltung zwischen Russland und dem Westen: «Eine Neuauflage des Kalten Krieges sollten wir unter allen Umständen vermeiden.» Der Präsident des Außenhandelsverbandes, Anton Börner, sagte am Mittwoch in Berlin: «Ein Handelskonflikt wäre für Deutschlands Wirtschaft schmerzhaft, für die russische Wirtschaft aber existenzbedrohend.» Deutschland habe genügend Gasreserven und auch ein Schock der Finanzmärkte sei nicht zu erwarten. Die Einflüsse auf die Weltkonjunktur blieben überschaubar. Trotzdem träfen Sanktionen viele deutsche Unternehmen hart.

Netzbetreiber: Ökostrom-Umlage könnte sinken - Kritik an Seehofer

Berlin/München (dpa) - Die von den Bürgern bezahlte Umlage für den Ökostrom-Ausbau könnte nach Einschätzung des Netzbetreibers 50Hertz im nächsten Jahr moderat sinken. Eine «leichte Entspannung» in der Umlage sei möglich, sagte Finanzvorstand Udo Giegerich am Mittwoch in Berlin. Aktuell zahlen die Bürger für den Ausbau der erneuerbaren Energien über den Strompreis eine Rekordumlage von 6,24 Cent pro Kilowattstunde. Für einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt sind das etwa 220 Euro im Jahr. Die Gesamtkosten für die Förderung der Stromerzeugung aus Sonne, Wind, Wasser und Biogas liegen bei 23,5 Milliarden Euro. Offen ist, wie stark Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) mit seiner Ökostrom-Reform den Kostenanstieg bremsen kann. Länder und Lobbyisten stemmen sich gegen zusätzliche Belastungen und Einschnitte bei der Förderung etwa von Windenergie und Biomasse.

EU-Parlament will Pauschalreisenden mehr Rechte geben

Straßburg (dpa) - Urlauber sollen nach dem Willen des Europaparlaments künftig mehr Rechte bei Pauschalreisen haben. Das soll nicht nur für Buchungen im Reisebüro sondern auch im Internet gelten. Für entsprechende Gesetzesänderungen stimmten die Abgeordneten am Mittwoch in Straßburg. Bevor neue Vorgaben in Kraft treten können, müssen sich die Volksvertreter aber noch mit den EU-Staaten einigen. Kritik kam sowohl von Verbraucherschützern als auch aus der Reisebranche.

Unsicherheit um Krim schickt Dax wieder auf Talfahrt

Frankfurt/Main (dpa) - Die Krim-Krise hat den deutschen Aktienmarkt wieder im Griff: Der Dax hat am Mittwoch aus Sorge um den Konflikt deutlich an Boden verloren. Nach der kurzen Erholung vom Vortag knüpfte der Leitindex wieder an die negative Tendenz der vergangenen Woche an. Mit einem Minus von 1,64 Prozent bei 9155 Punkten nahm das Börsenbarometer Kurs auf die Marke von 9000 Punkten. Ende Februar war der Index noch fast bis zur Marke von 9700 Punkten geklettert. Der MDax rutschte am Mittwoch 1,78 Prozent ab auf 16 182 Punkte. Der TecDax verlor 1,96 Prozent auf 1243 Punkte. Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,32 Prozent am Dienstag auf 1,31 Prozent. Der Euro gewann deutlich und stieg zeitweise über die Marke von 1,39 Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3887 (Dienstag: 1,3850) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7201 (0,7220) Euro.

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