Gericht: Hypo Real Estate hat Anleger zu spät informiert

München (dpa) - Die Hypo Real Estate (HRE) hat nach der bisherigen Einschätzung des Oberlandesgericht München ihre Anleger zu spät über die Folgen der Finanzkrise für die Bank informiert. In einem Hinweis sagte der Vorsitzende Richter Guido Kotschy am Montag, die Bank habe in einer Pressemitteilung im August 2007 betont, keine negativen Auswirkungen durch die Krise zu befürchten. Dies hätte korrigiert werden müssen, nachdem der Bank der Ernst der Lage klar geworden sei. Die Pflichtmitteilung vom 15. Januar 2008 sei dafür wohl zu spät gekommen. Das Gericht verhandelt in einem Musterprozess über Schadenersatz-Forderungen ehemaliger Aktionäre der nach der Rettung durch den Bund verstaatlichten Bank. Genauere Informationen erhofft sich Kotschy aus der Vernehmung des damaligen HRE-Chefs Georg Funke am Donnerstag.

Lloyds legt erneut Milliarden für Schadenersatz zurück

London (dpa) - Die britische Großbank Lloyds legt weitere 1,8 Milliarden Pfund (2,2 Mrd Euro) für Schadensersatzforderungen von Kunden zurück, denen sie unnütze Kreditausfallversicherungen verkauft hat. Das teilte Lloyds am Montag in London mit. Damit hat der branchenweite Skandal in Großbritannien allein Lloyds inzwischen fast 10 Milliarden Pfund gekostet. Die Bank hatte sich beim Ausmaß der Ansprüche ihrer Kunden mehrfach vertan. Lloyds zufolge bereitet die britische Regierung den weiteren Abbau ihrer Beteiligung an dem Institut vor. Die Bank war in der Finanzkrise mit Milliarden vom Staat gerettet worden. Dieser erhielt im Gegenzug fast 40 Prozent der Anteile. Im September 2013 hatte die Regierung ein erstes Aktienpaket am Markt platziert und hält jetzt noch 32,7 Prozent.

Handel und Industrie mit Spielwarenmesse zufrieden

Nürnberg (dpa) - Die weltweit größte Spielwarenmesse in Nürnberg ist bei den deutschen Herstellern und Händlern auf positive Resonanz gestoßen. Der Geschäftsführer des Deutschen Verbands der Spielwarenindustrie, Ulrich Brobeil, berichtete von einer positiven Stimmung unter den Ausstellern, die im Nachgang zur Messe nun noch zahlreiche Aufträge vor allem aus dem Ausland erwarteten. Willy Fischel vom Bundesverband des Spielwaren-Einzelhandels sagte zum Abschluss der Branchenschau am Montag: «Der Handel ist sehr zufrieden mit der Messe.» In den vergangenen Tagen waren nach Angaben der Veranstalter rund 76 000 Fachbesucher nach Nürnberg gereist, um die aktuellen Spielzeug-Trends zu begutachten. Das sind fünf Prozent mehr als im Vorjahr.

Hochtief verkauft Anteile an Immobilientochter Aurelis

Essen (dpa) - Der Essener Baukonzern Hochtief setzt seine Konzentration auf das Kerngeschäft fort und trennt sich von seinen Anteilen am Immobilienunternehmen Aurelis. 43 Prozent der Anteile gingen an ein Konsortium unter Führung des US-Fonds Grove International Partners LLP, teilte der MDax-Konzern am Montag mit. Die noch verbleibenden sieben Prozent würden an einen unabhängigen Investor verkauft. Der Gesamtverkaufspreis liegt laut der Mitteilung «etwa auf Höhe des Buchwertes zum 30. November 2013». Nach Brancheninformationen soll er rund 250 Millionen Euro betragen. Hochtief gehört zum spanischen ACS-Konzern und trennt sich schrittweise von Randaktivitäten.

Gespräche über P+S-Verkauf mit Nordic und NGW gehen weiter

Stralsund (dpa) - Nach dem Zuschlag der beiden Großfähren an die Reederei Scandlines gehen die Verhandlungen über den Verkauf der insolventen P+S-Werft weiter. Die Gespräche mit der Windkraftinvestmentfirma New Global Wind und mit Nordic Yards würden weitergeführt, sagte ein Sprecher der Insolvenzverwaltung am Montag. Zudem gebe es weitere Interessenten für den Industriestandort, mit denen ebenfalls Gespräche geführt würden. Auf der P+S-Werft in Stralsund waren vor der Insolvenz rund 1250 Mitarbeiter beschäftigt. Am Freitag demonstrierten rund 250 Schiffbauer vor dem Werftor, weil sie eine Zerschlagung des Betriebes fürchten. Die Angebote von NGW und Nordic gelten bislang noch nicht als ausgereift, weil entweder Arbeitsplatzgarantien oder Finanzierungsnachweise fehlen.

Berlin: Mögliches Hilfspaket für Griechenland erst Mitte des Jahres

Berlin (dpa) - Ein drittes Hilfspaket für Griechenland soll es, falls notwendig, erst Mitte des Jahres geben. Das sagte ein Sprecher des Finanzministeriums am Montag in Berlin. Er zitierte Finanzminister Wolfgang Schäuble mit den Worten: «Ob und wenn ja wie, das werden wir erst Mitte des Jahres wissen.» Ein Schuldenschnitt werde aber auf keinen Fall kommen. «Angebliche Überlegungen zu einem Schuldenschnitt kann ich klar dementieren», sagt der Sprecher. «Der Spiegel» hatte am Wochenende aus einem internen «Positionspapier Griechenland» aus dem Finanzministerium berichtet. Demnach könnte ein drittes Hilfspaket den Umfang von 10 bis 20 Milliarden Euro haben und bereits in einigen Wochen geschnürt werden. Athen solle im Gegenzug seinen Rückstand bei der Umsetzung von Sparauflagen rasch aufholen.

Dax etwas schwächer

Frankfurt/Main (dpa) - Ohne klare Richtung hat sich der deutsche Aktienmarkt am Montag präsentiert. Der Dax pendelte im bisherigen Verlauf zwischen Minus und Plus. Am Nachmittag stand der Leitindex 0,16 Prozent tiefer bei 9292,02 Punkten. Der MDax sank um 0,08 Prozent auf 16 192,31 Punkte, während der TecDax um 0,30 Prozent auf 1224,84 Punkte zulegte. Für den Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,28 Prozent nach unten. Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,33 (Freitag: 1,32) Prozent. Der Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3498 (Freitag: 1,3516) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7409 (0,7399) Euro.

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