Griechenland beschließt Entlassung von 15 000 Staatsdienern

Athen (dpa) - Erstmals seit mehr als 100 Jahren kommt es in Griechenland im Zuge der Sparauflagen zu Massenentlassungen von Beamten und Staatsangestellten. Bis Ende 2014 sollen insgesamt 15 000 Staatsbedienstete ihren Job verlieren. Nach einer stürmischen Debatte billigte das Parlament in Athen am späten Sonntagabend im Eilverfahren ein entsprechendes Gesetz und weitere Sparmaßnahmen, um weitere Finanzhilfen der internationalen Geldgeber zu erlangen. Zudem soll eine neue Grundbesitzsteuer erhoben werden. Vor dem Parlament kam es am Abend zu heftigen Protesten von rund 3000 Menschen. Die Verabschiedung des Sparpakets ist die Voraussetzung dafür, dass die nächsten Tranchen der vorgesehenen Finanzhilfen in Höhe von insgesamt 8,8 Milliarden Euro freigegeben werden.

Märkte reagieren erleichtert auf Regierungsbildung in Italien

Frankfurt/Main/Rom (dpa) - Die gelungene Regierungsbildung in Italien nach monatelanger Pattsituation ist am Montag positiv an den Finanzmärkten aufgenommen worden. Die Risikoaufschläge für italienische Staatspapiere gingen merklich zurück, der Eurokurs und die Aktienmärkte legten zu. Ökonomen sehen gute Chancen für die Fortsetzung der Reformpolitik in Italien. Am Sonntag hatte Staatspräsident Giorgio Napolitano die neue Regierung von Ministerpräsident Enrico Letta vereidigt. Der linksliberale Letta will das Land mit einer großen Koalition aus der Krise führen. Positiv werteten Analysten, dass das Finanz- und Arbeitsministerium mit Technokraten besetzt wurde.

Rabattschlacht in Europa nagt kräftig an VW-Gewinnen

Wolfsburg (dpa) - Der teure Kampf um Kunden im krisengeschüttelten Europa setzt den Volkswagen-Konzern erheblich unter Kostendruck. Die zentrale Pkw-Kernmarke des Konzerns musste im Startquartal fast eine Halbierung des operativen Ergebnisses verkraften. Dass Ähnliches nicht auch in der Gesamtrechnung des Dax-Riesen passierte, liegt vor allem an der neuen Ertragsperle Porsche sowie an günstigen Wechselkurseffekten. Diese jüngsten Zahlen bei Deutschlands größtem Industriekonzern gehen aus dem am Montag veröffentlichten Quartalsbericht hervor. VW-Chef Martin Winterkorn hatte bereits in einem Interview zum Wochenende eingeräumt, dass Volkswagen womöglich Leiharbeiter entlassen müsse, die Stammbelegschaft aber halten werde. Das operative Quartalsergebnis der Kernmarke VW-Pkw musste, verglichen mit dem Vorjahr, einen Einbruch von 45 Prozent hinnehmen. Nach 1,076 Milliarden Euro zuvor blieben diesmal bis Ende März nur 590 Millionen Euro.

Inflation auf niedrigstem Stand seit September 2010

Wiesbaden (dpa) - Allen Befürchtungen zum Trotz: Die Inflation in Deutschland ist weiter auf dem Rückzug. Die Jahresteuerung ging von 1,4 Prozent im März auf 1,2 Prozent im April zurück, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden nach vorläufigen Schätzungen berichtete. Es ist der niedrigste Stand seit September 2010. Vor allem Pauschalreisen wurden billiger (minus 3,3 Prozent). Weniger mussten die Verbraucher auch für Heizöl und Sprit zahlen. Teurer wurden hingegen Nahrungsmittel (plus 4,1 Prozent), insbesondere Fleisch, Obst und Gemüse, wie die Statistiker auf Anfrage erklärten. Die Inflation in Deutschland ist seit Jahresbeginn auf dem Rückzug.

Telekom-Chef verteidigt geplante Tempo-Bremse

Berlin (dpa) - Die Deutsche Telekom steht auch nach heftiger Kritik zu den geplanten Daten-Obergrenzen im Festnetz. Konzernchef René Obermann verteidigte die Pläne in einem offenen Brief. «Die Alternative wäre eine Preiserhöhung für alle Kunden, die in unseren Augen weder klug noch gerecht wäre», argumentierte Obermann in dem Schreiben an Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP). Er verwies auf den rasanten Anstieg der Datenmengen und die Milliarden-Ausgaben für den Ausbau der Netze. Insgesamt plant die Telekom bis 2015 Investitionen von 30 Milliarden Euro.

Bundesagentur: Nachfrage nach Arbeitskräften geht deutlich zurück

Nürnberg (dpa) - Auch wenn der Frühjahrsaufschwung derzeit den Arbeitsmarkt belebt, geht die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern weiter zurück. «Diese schwindende Dynamik dürfte vor allem damit zusammenhängen, dass sich die Unternehmen angesichts fortdauernder Konjunkturrisiken bei zusätzlichen Neueinstellungen zurückhaltender zeigen als beispielsweise noch 2010 oder 2011», teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Montag in Nürnberg mit. Der monatlich von der BA ermittelte Stellenindex BA-X sank im April um 6 auf 147 Punkte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat liegt der Indikator damit 23 Punkte niedriger. Seit gut einem Jahr lässt die Nachfrage nach Arbeitskräften nun nach - im langjährigen Vergleich ist das Niveau aber immer noch hoch.

«Huffington Post» wählt Burda-Tochter als Partner für Deutschland

München/Berlin (dpa) - In den deutschen Online-Journalismus kommt frischer Wind aus Übersee: Die US-amerikanische «Huffington Post» startet zusammen mit der Burda-Tochter Tomorrow Focus einen Ableger in Deutschland. Die neue Website solle im Herbst online gehen, teilten die Unternehmen am Montag mit. In den kommenden Monaten wird in München ein Redaktionsteam zusammengestellt, weitere Einzelheiten soll es auf einer Pressekonferenz am 15. Juli geben. Wie groß der Einfluss der amerikanischen Macher um «Huffington Post»-Gründerin und Chefredakteurin Arianna Huffington sein wird, ist unklar. Die deutschsprachige Ausgabe werde von einer Tochter von Tomorrow Focus verantwortet und mit lokalen Journalisten besetzt, hieß es.

Versandhändler Amazon droht Streik an großen Standorten

Bad Hersfeld (dpa) - Nach Ärger mit den Wettbewerbsprüfern und einer hitzigen Debatte um Leiharbeiter stehen die Zeichen beim Versandhändler Amazon nun auf Streik. Neben den Amazon-Mitarbeitern in Leipzig haben sich auch die gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten im größten deutschen Verteilzentrum im hessischen Bad Hersfeld mit deutlicher Mehrheit für einen Arbeitskampf ausgesprochen. Hintergrund ist ihre Forderung nach einem Tarifvertrag gemäß den Konditionen der Einzel- und Versandhandelsbranche, was das Unternehmen bisher ablehnt. Rund 97,6 Prozent der Mitglieder seien zum Streik bereit, teilte die Gewerkschaft Verdi nach der Urabstimmung mit. Bereits in der ersten Mai-Hälfte soll die Arbeit in Osthessen niedergelegt werden, hieß es.

Dax steigt nach Regierungsbildung in Italien

Frankfurt/Main (dpa) - Die gelungene Regierungsbildung in Italien hat dem Dax am Montag moderate Gewinne beschert. Schwache Daten aus der Eurozone bremsten den deutschen Leitindex allerdings etwas, so dass dieser zuletzt nur noch um 0,26 Prozent auf 7835 Punkte vorrückte. Der MDax stieg um 0,11 Prozent auf 13 364 Punkte. Für den TecDax ging es um 0,23 Prozent auf 923 Punkte nach oben. Der EuroStoxx 50 zog um 0,57 Prozent auf 2699 Punkte an. Das stabile Grundvertrauen der Anleger bleibt den Experten von Sentix zufolge eine Stütze für den Aktienmarkt. Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,01 Prozent am Freitag auf 1,00 Prozent. Der Kurs des Euro zog an. Die Europäischen Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3113 (Freitag: 1,2999) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7626 (0,7693) Euro.

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