Entscheidung über Zwangsabgaben für Bankkunden in Zypern vertagt

Nikosia (dpa) - Die geplanten Zwangsabgaben auf Sparguthaben in Zypern verunsichern Millionen Anleger in Europa. Wegen der heftigen innenpolitischen Debatte hat das Parlament in Nikosia die Abstimmung über das von der Eurogruppe beschlossene Rettungspaket vertagt. Das Repräsentantenhaus wird statt wie geplant am Montag nun erst am Dienstag (18.00 Uhr) zusammenkommen, wie Parlamentspräsident Giannakis ankündigte. Im Gegenzug zu internationalen Hilfen in Höhe von 10 Milliarden Euro verlangt die Eurogruppe einen Beitrag von 5,8 Milliarden Euro. In Berlin hat die FDP sich am Montag beim Zypern-Rettungspaket für Freibeträge ausgesprochen, um die Belastungen der Kleinsparer abzufedern. Die Grünen wollen einem Hilfspaket nur zustimmen, wenn im Kampf gegen Geldwäsche weitere Fortschritte gemacht werden.

Sparkassen: «Deutsche Sparer müssen sich keine Sorgen machen»

Berlin (dpa) - Die geplante Zwangsabgabe auf Guthaben bei Banken in Zypern stößt im deutschen Sparkassenlager auf Kritik. «Der europäische Einlagenschutz wird in diesem Fall durchlöchert», sagte Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon einer Mitteilung vom Montag in Berlin zufolge. Er räumte indes ein, dass es sich um eine außergewöhnliche Maßnahme in einer ausweglosen Situation handele. «Die Alternative wäre vermutlich eine Schieflage von zypriotischen Banken gewesen», so der Präsident des Deutsche Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV).

Bahnstreiks bringen Verkehr aus dem Takt

Berlin (dpa) - Warnstreiks bei der Bahn haben am Montag den Zugverkehr in ganz Deutschland stark behindert. Rund 150 Züge fielen ganz oder auf Teilstrecken aus, wie die Bahn mitteilte. Hunderte weitere hatten eine Verspätung von bis zu zwei Stunden. Von der mehrstündigen Arbeitsniederlegung am frühen Morgen waren vor allem Stellwerke und Werkstätten betroffen. Das habe zu erheblichen Auswirkungen geführt, sagte ein Bahnsprecher. «Da hatten wir keine Chance.»

Tarifstreit am Hamburger Flughafen: Verdi kämpft um Schlichtung

Hamburg (dpa) - Der Tarifstreit zwischen dem Sicherheitspersonal am Hamburger Flughafen und den Arbeitgebern ist doch noch nicht beigelegt. Mit einem klaren Votum von 75 Prozent forderten die Mitglieder der Gewerkschaft Verdi nun eine Schlichtung. «Ein Grund für diese Entscheidung liegt in der strukturellen Verschlechterung des neuen Angebotes vom 11. März», erklärte Verdi-Verhandlungsführer Peter Bremme am Montag. In der Vorwoche hatten beide Seiten einen Tarifabschluss mit einem Lohnzuwachs von 15 Prozent für die 600 Beschäftigten bekanntgegeben. Weitere Streiks in Hamburg hatte Verdi ausgesetzt. Am Montag bekräftigte die Gewerkschaft, dass es in der Hansestadt keine neuen Arbeitsniederlegungen geben soll.

Rekordauftrag für Airbus in Indonesien

Paris (dpa) - Mit der größten Einzelbestellung in der Airbus-Geschichte hat sich der europäische Flugzeugbauer erneut einen milliardenschweren Großauftrag sichern können. Die EADS-Tochter soll der indonesischen Fluglinie Lion Air 234 Maschinen aus der Familie A320 liefern. Das gab Airbus-Chef Fabrice Brégier am Montag in Paris bekannt. Der Vertrag mit Lion Air wurde im Beisein von Frankreichs Präsident François Hollande im Élysée-Palast unterzeichnet.

Zypern-Turbulenzen belasten deutschen Aktienmarkt

Frankfurt/Main (dpa) - Das geplante Hilfspaket für Zypern mit der erstmaligen Zwangsabgabe für Bankkunden hat den deutschen Aktienmarkt am Montag belastet. Der Dax sank am Nachmittag um 0,99 Prozent auf 7963 Punkte. Damit erholte sich der Leitindex aber deutlich von seinem Tagestief aus dem frühen Geschäft. Auch die anderen Dax-Indizes dämmten ihre Anfangsverluste ein: Der MDax gab zuletzt noch um 0,39 Prozent auf 13 433 Punkte nach und der TecDax verbuchte ein Minus von 0,31 Prozent auf 922 Punkte. Am deutschen Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,17 Prozent am Freitag auf 1,11 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,34 Prozent auf 134,95 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,40 Prozent auf 144,01 Punkte. Der Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2929 (1,3086) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7735 (0,7642) Euro.

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