Deutsche Wirtschaft trotz Krisendämpfer mit robustem Wachstum

Wiesbaden/Berlin (dpa) - Die deutsche Wirtschaft hat der Krise in Europa getrotzt und dem deutschen Staat 2012 den ersten Überschuss seit fünf Jahren beschert. Allerdings bremsen die Turbulenzen die größte Volkswirtschaft Europas zunehmend. Im Schlussquartal 2012 gab es nach Schätzung des Statistischen Bundesamtes ein Minus. Für das laufende Jahr erwarten die meisten Volkswirte ein geringeres Wachstum als 2012. Das vergangene Jahr fiel nach vorläufigen Angaben der Wiesbadener Behörde vom Dienstag noch relativ gut aus: Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg um 0,7 Prozent.

Investitionen drücken bei SAP auf Gewinn

Walldorf (dpa) - Kräftige Investitionen haben bei der Softwareschmiede SAP im vergangenen Jahr auf den Gewinn gedrückt. Wie der Konzern am Dienstag in Walldorf mitteilte, sank das Betriebsergebnis 2012 um 17 Prozent auf 4,06 Milliarden Euro. Als Ursache nannte ein Sprecher Investitionen in die Cloud, die Datenbank Hana sowie den Ausbau des Vertriebsnetzes. Beim Umsatz konnten die Walldorfer unterdessen um 14 Prozent auf 16,22 Milliarden Euro zulegen. Im wichtigen Geschäftsbereich mit Software und software-bezogenen Dienstleistungen war das Plus sogar noch größer. Den Jahresausblick und nähere Details will SAP am 23. Januar bekanntgeben.

Autobauer zittern vor weiterem Krisenjahr in Europa

Detroit (dpa) - Nach dem gemeisterten Krisenjahr 2012 zittern die deutschen Autohersteller schon vor den nächsten zwölf Monaten auf dem Heimatmarkt Europa. Einhellig berichten die deutschen Auto-Bosse auf der US-Messe in Detroit, dass das dicke Ende wohl erst noch komme. Selbst die hochprofitable Sportwagenschmiede Porsche sorgt sich angesichts der anhaltenden Absatzflaute um ihre Gewinne. «Die Ergebnisbeiträge in Europa sind die höchsten. Deswegen reicht es nicht aus, das volumenseitig zu kompensieren», sagte Porsche-Chef Matthias Müller der Nachrichtenagentur dpa auf der US-Automesse in Detroit.

Spekulation um Facebook-Ankündigung

Berlin (dpa) - Das soziale Netzwerk Facebook hat mit einer Einladung an die Presse für ein Event in der Firmenzentrale Spekulationen über geplante Neuerungen ausgelöst. «Come see what we're building» steht Medienberichten zufolge auf der Einladung - frei übersetzt: «Schaut euch an, woran wir arbeiten.» Weitere Hinweise gab die Firma nicht. Die Veranstaltung beginnt um 19.00 Uhr deutscher Zeit. Spekuliert wird, dass Facebook an einer überarbeiteten Anwendung für Smartphones und Tablet Computer oder an einer verbesserten Suchfunktion arbeiten könnte.

BGH: Banken dürfen Girokonto ohne Angabe von Gründen kündigen

Karlsruhe (dpa) - Banken dürfen Verträge über Girokonten auch ohne Angabe von Gründen kündigen. Das entschied der Bundesgerichtshof in einem am Dienstag verkündeten Urteil. Eine entsprechende Klausel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen sei wirksam. Die Bank sei nicht verpflichtet, jede Ungleichbehandlung verschiedener Kunden zu rechtfertigen. Die Commerzbank hatte das Konto eines rechtsextremen Buchvertriebs ohne Angabe konkreter Gründe gekündigt. Die Klage der Vertriebsgesellschaft blieb auch in letzter Instanz im Wesentlichen ohne Erfolg; der BGH verwies den Fall zur Klärung einer Frage der Bevollmächtigung zurück (Az. XI ZR 22/12).

Minenkonzern Anglo American plant Massenentlassungen

Johannesburg (dpa) - Der weltgrößte Platinförderer Anglo American Platinum will im Zuge eines Konzernumbaus bis zu einem Viertel der Stellen abbauen und die Förderung deutlich kürzen. Von Minen-Stilllegungen und anderen Sparmaßnahmen sind bis zu 14 000 von zuletzt knapp 57 000 Mitarbeitern betroffen. Am stärksten trifft es den Standort Rustenburg mit 13 000 Arbeitern. Das neue jährliche Platin-Förderziel liege zwischen 2,1 und 2,3 Millionen Unzen pro Jahr und damit 400 000 unter der bisher angepeilten Größe, teilte die Tochter des Rohstoffkonzerns Anglo American am Dienstag in Johannesburg mit.

Eon bei Verkauf von Beteiligungen für 15 Milliarden am Ziel

Düsseldorf (dpa) - Eon-Chef Johannes Teyssen ist bei der Milliarden-Euro-Schlankheitskur für den Energieriesen vorzeitig am Ziel. Mit dem Verkauf einer Beteiligung in der Slowakei hat der Konzern das vor gut zwei Jahren verkündete Ziel erreicht, sich von Anteilen im Gesamtwert von 15 Milliarden Euro zu trennen. Das bestätigte ein Unternehmenssprecher am Dienstag. Die Erlöse fließen in den Schuldenabbau und in neue Investitionen in außereuropäischen Wachstumsmärkten wie Russland oder Brasilien. Zudem sollen Energiewendeprojekte wie der Offshore-Windpark Amrumbank nordwestlich von Helgoland vorangetrieben werden.

Dax sackt nach SAP-Eckdaten deutlich ins Minus

Frankfurt/Main (dpa) - Eckdaten des Softwarekonzerns SAP haben den Dax am Dienstagnachmittag deutlich in die Verlustzone abrutschen lassen. Der deutsche Leitindex büßte 1,03 Prozent auf 7650 Punkte ein, nachdem er bis zum Mittag nur moderat im Minus gelegen hatte. Nach gemischt ausgefallenen US-Konjunkturdaten erholte er sich nur leicht von seinem kurz zuvor erreichten Tagestief. Der MDax gab um 0,41 Prozent auf 12 262 Punkte nach und der TecDax verlor 1,16 Prozent auf 859 Punkte. Der Kurs des Euro gab etwas nach: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3327 (Montag: 1,3341) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7504 (0,7496) Euro.

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