EZB: Weiter große Gefahren durch Krise im Euroraum

Frankfurt/Main (dpa) - EZB-Präsident Mario Draghi sieht weiterhin große Gefahren durch die Schuldenkrise im Euroraum. «Es ist zu früh, einen Erfolg auszurufen», sagte der Präsident der Europäischen Zentralbank am Donnerstag in Frankfurt. Zwar seien im vergangenen Jahr durch die Politik der Notenbank, der nationalen Regierungen und auf europäischer Ebene sehr viele Fortschritte erzielt worden. Der Zeitpunkt für einen Ausstieg aus der Krisenpolitik der Notenbank sei aber noch nicht gekommen: «Wir denken jetzt nicht über einen Exit nach.» Um die Krise zu überwinden, müssten Banken gestärkt und die Reformanstrengungen in den Euroländern fortgesetzt werden. Die Regierungspolitik sei entscheidend.

Geldfälscher bringen in Deutschland mehr Blüten in Umlauf

Frankfurt/Main (dpa) - Geldfälscher haben in Deutschland 2012 mehr Blüten in Umlauf gebracht als im Vorjahr. Polizei, Handel und Banken zogen gut 41 500 gefälschte Euro-Banknoten aus dem Verkehr, wie die Bundesbank am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Das waren rund 6,4 Prozent mehr als 2011 (39 000). Weil Kriminelle zunehmend auf kleine Scheine wie die 20-Euro-Note setzen, blieb der Gesamtschaden jedoch mit 2,2 Millionen Euro fast exakt auf dem niedrigen Vorjahresniveau (2,1 Mio Euro). War es in den vergangenen Jahren der «falsche Fuffziger», der die Zahlen nach oben trieb, waren das Gros der Fälschungen dieses Mal erstmals 20er: Knapp 19 100 oder 46 Prozent der Blüten waren 20-Euro-Scheine.

Weltweite Nachfrage stützt deutsche Schlüsselindustrien

Frankfurt/Main (dpa) - Das starke Geschäft in Übersee hilft großen deutschen Industriezweigen durch die Krise im Euroraum. So haben die erfolgsverwöhnten Maschinenbauer auf ihrem Rekordkurs im November zwar einen kleinen Rückschlag erlitten. Die Branche, die 2012 Rekorde bei Umsatz und Produktion feiert, bleibt aber zuversichtlich: «Insgesamt brachte der November keine Überraschungen, weder negative noch positive», sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. Etwas schwieriger verlief 2012 für die Elektroindustrie, bei der die Rezession in Europa Bremsspuren hinterlässt: Im November gingen zwei Prozent weniger Bestellungen ein als im Vorjahr. Dabei brachen die Inlandsorder um neun und die Aufträge aus der Eurozone um sieben Prozent ein, wie der Branchenverband ZVEI berichtete.

Opel-Chef: Stehen nicht zum Verkauf - Startschuss für Stadtauto Adam

Eisenach (dpa) - Mit dem neuen Stadtauto Adam will sich der angeschlagene Autobauer Opel gegen die Absatzkrise stemmen. Für die Serienproduktion des 3,70 Meter kleinen Stadtflitzers gab das Opel-Management am Donnerstag in Eisenach den Startschuss. Der kleinste Opel, der jüngere Käufer ansprechen soll, ist Teil einer milliardenschweren Modelloffensive bis 2016, mit der der unter Überkapazitäten leidende Autobauer aus den roten Zahlen kommen will. Der Adam sei ein «Symbol für den Aufbruch», sagte Opel-Interimschef Thomas Sedran. «Wir wollen in die Offensive gehen.» Übernahmespekulationen durch den französischen Konzern Peugeot-Citroën wies er zurück.

Deutsche Nobelmarken mit Bestwerten - Audi zieht an Daimler vorbei

München (dpa) - BMW, Audi und Daimler haben 2012 so viele Autos verkauft wie nie zuvor - und peilen auch im neuen Jahr neue Bestwerte an. Die drei deutschen Nobelhersteller profitieren weiter von der ungebrochenen Nachfrage nach teuren Autos vor allem in Asien und Nordamerika. Zwar bekommen die Autobauer die Euro-Schuldenkrise und die schwächere Konjunktur in vielen Ländern zu spüren, ernsthaft bremsen konnten die wirtschaftlichen Turbulenzen die Konzerne bisher nicht - ganz im Gegensatz zu vielen Massenherstellern wie Opel oder Peugeot.

Volkswagen zieht Zügel bei MAN an - Beherrschungsvertrag noch 2013

Wolfsburg/München (dpa) - Lange wurde der Schritt erwartet, jetzt ist es offiziell: Europas größter Autobauer VW will die Tochter MAN so gut wie komplett kontrollieren. Wie beim Oberklasse-Ableger Audi soll ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag dafür sorgen, dass die Konzernmutter in Wolfsburg in wichtigen strategischen Fragen durchregieren kann und außerdem Zugriff auf die Gewinne des Lkw- und Maschinenbau-Spezialisten aus München erhält. Noch in diesem Jahr solle das Vorhaben umgesetzt werden, hieß es am Donnerstag aus der Unternehmenszentrale. Damit dürften die Aktionäre schon zur MAN-Hauptversammlung am 6. Juni über den Vertrag entscheiden.

Juncker warnt Euroländer vor «schwierigen Zeiten»

Brüssel (dpa) - Der scheidende Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker läutet die Alarmglocke: Die Euro-Krise sei keineswegs vorbei. Bei seinem Auftritt im Europaparlament richtete der langjährige Chef der Euro-Finanzminister an Europas Politiker eine deutliche Mahnung. «Ich denke, die Zeiten werden schwierig», sagte Juncker am Donnerstag in Brüssel. «Wir sollten der Öffentlichkeit und den nationalen Parlamenten nicht den Eindruck vermitteln, dass alle Schwierigkeiten hinter uns liegen.» Mit klaren Worten warnte Juncker: «Wir sollten uns keinen Illusionen hingeben.»

Zypern wehrt sich gegen Geldwäsche-Vorwürfe

Nikosia (dpa) - Zypern wehrt sich im Ringen um EU-Hilfskredite gegen Kritik an seinen Banken und deren Beziehungen zu Russland. Vorwürfe, der Inselstaat würde sich angesichts der Bedeutung russischer Investoren für seinen Finanzsektor nicht an EU-Regeln zur Bekämpfung von Geldwäsche und Schattenwirtschaft halten, wies Finanzminister Vassos Shiarly am Donnerstag zurück. «Wir halten uns an die Regeln», sagte er nach einem Treffen mit Botschaftern der EU-Staaten im zyprischen Fernsehen. «Zypern würde auch kein Geld an ein anderes Land geben, das nicht die Regeln einhält. Wir aber halten sie.»

Dax profitiert von Draghi-Aussagen und Anleiheauktionen

Frankfurt/Main (dpa) - Aussagen des EZB-Präsidenten Mario Draghi zur Zinsentscheidung sowie positive Impulse von gut gelaufenen Anleiheauktionen haben am Donnerstag den Dax beflügelt. Bis zum Nachmittag legte der deutsche Leitindex um 0,53 Prozent auf 7761 Punkte zu. Der MDax baute sein Rekordhoch weiter aus und gewann 0,30 Prozent auf 12 401 Punkte. Der TecDax rückte um 0,60 Prozent auf 881 Punkte vor. Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,21 Prozent am Vortag auf 1,22 Prozent. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3113 (Mittwoch: 1,3056) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7626 (0,7659) Euro.

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