Spanien soll mehr Zeit zum Sparen bekommen

Brüssel (dpa) - Spanien soll nach dem Willen der EU-Kommission mehr Zeit zum Sparen bekommen. EU-Währungskommissar Olli Rehn schlug am Mittwoch in Brüssel vor, Madrid bis 2014 - und damit ein Jahr länger - Zeit zu geben, das Defizit wieder unter Kontrolle zu bringen. Dazu müssten aber bestimmte Bedingungen eingehalten werden. So erwarte Brüssel einen Zwei-Jahres-Haushaltsplan für das nächste und übernächste Jahr. Auch die Ausgaben der Regionen in Spanien müssten eingedämmt werden.

EU: Griechenland muss für Milliardenhilfen mehr tun

Brüssel (dpa) - Griechenland ist nach Einschätzung der EU-Kommission weiter von der Staatspleite bedroht. Fest vereinbarte Milliardenzahlungen internationaler Geldgeber könnten nur weiter fließen, falls Reformen besser in die Tat umgesetzt würden. Das berichtete die EU-Behörde am Mittwoch in Brüssel bei der Beurteilung nationaler Budgetpläne der EU-Staaten. So müssten in den kommenden Monaten zusätzliche Sparschritte für das nächste und übernächste Jahr auf den Weg gebracht werden. Angesichts der neu aufgeflammten Schulden- und Bankenkrise in der Eurozone schrieb die Kommission, die Wirtschaft müsse schon kurzfristig in Schwung kommen. Es müsse zwar weiter gespart werden, aber nicht übermäßig auf Kosten des Wachstums.

Kaum noch Hoffnung für Schlecker

Ehingen/Ulm (dpa) - Die Rettung der insolventen Drogeriekette Schlecker wird immer unwahrscheinlicher. Unterschriftsreife Investorenangebote solle nach dpa-Informationen weiter nicht vorliegen. Nach Informationen der «Südwest Presse» ist am kommenden Freitag bei der entscheidenden Gläubigerausschuss-Sitzung ein Beschluss über die Zerschlagung der Drogeriekette zu erwarten. «Das Urteil ist gefallen. Am kommenden Freitag gibt es nur die Verkündung», zitierte die Zeitung am Mittwoch Branchenkenner.

DIHK: Unternehmen optimistischer - Konjunkturplus von 1,3 Prozent

Berlin (dpa) - Die deutsche Wirtschaft rechnet ungeachtet der Euro-Schuldenkrise weiterhin mit guten Geschäften und steigenden Exporten. Nach einer aktuellen Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) beurteilen die Unternehmen die Lage «insgesamt außergewöhnlich gut». «Die konjunkturelle Formkurve zeigt wieder nach oben», heißt es in der am Mittwoch in Berlin vorgelegten Konjunktur-Umfrage weiter. Der Ausblick auf die kommenden Monate sei spürbar optimistischer. Die Exporterwartungen hellen sich den Angaben zufolge erstmals seit einem Jahr auf. Insgesamt rechnet der DIHK für das laufende Jahr mit einem Zuwachs der deutschen Wirtschaft um 1,3 Prozent und einem weiteren Rückgang der Zahl der Arbeitslosen auf 2,83 Millionen.

Facebook-Aktie sinkt auf weiteren Tiefstand

New York (dpa) - Nach dem verpatzten Börsengang fällt die Facebook-Aktie immer weiter. Am Dienstag sackte der Kurs um 9,62 Prozent auf 28,84 Dollar ab. Damit haben Anleger, die vor gut zehn Tagen zum Ausgabepreis von 38 Dollar einstiegen, fast ein Viertel ihres Geldes verloren. Damit ist es einer der schlechtesten Börsengänge eines großen Unternehmens. Dem «Wall Street Journal» zufolge spekulieren Investoren inzwischen auf weiter sinkende Kurse. Die Zeitung berichtete unter anderem von Optionsgeschäften mit einem Kurs von 25 Dollar. Nicht einmal ein Bericht der «New York Times» über ein anstehendes Facebook-Smartphone konnte der Aktie am Dienstag Auftrieb geben.

Metro trennt sich vom britischen Großhandelsgeschäft

Düsseldorf (dpa) - Der drittgrößte europäische Handelskonzern Metro verkauft sein defizitäres britisches Großhandelsgeschäft. Zu einem Preis von rund 140 Millionen Pfund (ca. 180 Mio Euro) übernehme die Booker Group die Großhandelsgesellschaft Marko Self Service Wholesalers Ltd, teilte Metro am Mittwoch in Düsseldorf mit. Neben einer Barzahlung von 15,8 Millionen Pfund erhält Metro eine Beteiligung von knapp 10 Prozent an Booker. Diese Beteiligung will der Düsseldorfer Handelsriese über die Sperrfrist von zwölf Monaten hinaus halten, Ziel sei seine strategische Partnerschaft.

Ackermanns letzter Auftritt - Deutsche Bank vor Führungswechsel

Frankfurt/Main (dpa) - An diesem Donnerstag ist Schluss: Josef Ackermann räumt den Chefsessel der Deutschen Bank. Nach der Hauptversammlung übernimmt das Duo Anshu Jain/Jürgen Fitschen die Führung des größten deutschen Geldinstituts. Kritiker wird der Wechsel an der Spitze nicht verstummen lassen - im Gegenteil. «Die Liste der Rechtsstreitigkeiten, laufenden Untersuchungen und fragwürdigen Geschäfte ist bei der Deutschen Bank sehr lang. Das bereitet uns Sorgen», sagte Hans-Christoph Hirt von der britischen Fondsgesellschaft Hermes, die zu den größeren Anteilseignern der Deutschen Bank zählt, dem Nachrichtenmagazin «Der Spiegel». «Die Bank braucht ein stärkeres Risikobewusstsein.»

Hohe Unsicherheit drückt Dax wieder ins Minus

Frankfurt/Main (dpa) - Eine Fülle negativer Nachrichten aus den hoch verschuldeten südeuropäischen Eurozonen-Staaten hat am Mittwoch für hohe Unsicherheit gesorgt und den Dax auf eine Achterbahnfahrt geschickt. Der Leitindex sank am Nachmittag um 1,06 Prozent auf 6329 Punkte. Der MDax gab um 1,41 Prozent auf 10271 Punkte nach und der TecDax verlor 1,00 Prozent auf 757 Punkte. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2438 (Dienstag: 1,2523) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8040 (0,7985) Euro.

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