G20-Gipfel - Euro-Krise längst nicht gebannt

Cannes (dpa) - Italiens Finanzgebaren wird unter verschärfte Überwachung gestellt, der Internationale Währungsfonds (IWF) immer mehr als Finanzfeuerwehr eingesetzt. Auch die weltweit größten Banken müssen künftig ihre Geschäfte sicherer machen. Die führenden Industriestaaten der Welt (G20) einigten sich auf dem Gipfel in Cannes auch darauf, dass internationale Mega-Banken - sogenannte systemrelevante Banken - so umgebaut werden sollen, dass Steuerzahler nicht mehr für Verluste aufkommen müssten, sagte Merkel. Zu den 29 weltweit betroffenen Finanzinstituten, die ihr Kapital stärken müssen, gehörten auch Deutsche Bank und die Commerzbank.

Venizelos: Regierung will breite Kooperation mit Opposition

Athen (dpa) - Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos hat seinem deutschen Amtskollegen Wolfgang Schäuble versichert, die Regierung wolle eine möglichst breite Kooperation mit der Opposition erreichen. Zudem bekräftigte Venizelos am Freitag, das Referendum zum internationalen Hilfspaket sei «vom Tisch». Venizelos habe außerdem mit dem Vorsitzenden der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker, und EU-Währungskommissar Olli Rehn telefoniert, hieß es. Am Abend ist in Athen eine Vertrauensabstimmung im Parlament geplant, dort geht es um die politische Zukunft von Ministerpräsident Giorgos Papandreou.

Deutsche Industrie mit starkem Auftragsminus

Berlin (dpa) - Die deutsche Industrie hat im September einen starken Auftragsrückgang hinnehmen müssen. Im Monatsvergleich seien die Order um 4,3 Prozent gesunken, teilte das Wirtschaftsministerium am Freitag in Berlin mit. Von dpa-AFX befragte Experten hatten mit einem wesentlich geringeren Minus um 0,4 Prozent gerechnet. Schon im Vormonat war der Auftragsrückgang mit 1,4 Prozent recht deutlich ausgefallen. Im Jahresvergleich stiegen die Aufträge im September nur noch um 2,4 Prozent, nach plus 4,0 Prozent im Vormonat.

Griechenland-Krise trifft die Commerzbank mit Wucht

Frankfurt/Main (dpa) - Die Griechenland-Krise hat die teilverstaatlichte Commerzbank voll erwischt. Das zweitgrößte deutsche Geldhaus rutschte im dritten Quartal wegen neuer Abschreibungen auf Griechenland-Anleihen tief ins Minus. Bank-Chef Martin Blessing muss seine Prognosen zurücknehmen - auch wegen Problemen im Kerngeschäft. Zudem stoppt die Commerzbank das Neugeschäft bei der Problemtochter Eurohypo, die wegen der erhaltenen Staatshilfen in den kommenden Jahren verkauft werden muss. Blessing will so die Risiken verringern. Doch das reicht nicht aus, um die neu beschlossenen härteren Kapitalvorschriften für große europäische Banken zu erfüllen.

Daimler steuert auf Absatzrekord zu

Stuttgart (dpa) - Daimler ist auf dem besten Weg zu einem Absatzrekord 2011. «Wir sind weiter auf Kurs, im Gesamtjahr mehr Fahrzeuge zu verkaufen als jemals zuvor», teilte Vertriebschef Joachim Schmidt am Freitag mit. Im Oktober setzten die Stuttgarter knapp 111 683 Wagen der Marken Mercedes-Benz, Smart, AMG und Maybach ab, drei Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Im Gesamtjahr will der Konzern weltweit 1,35 Millionen Autos verkaufen. Im Oktober fielen die Zuwachsraten vor allem in den USA und in China hoch aus. In Westeuropa gingen die Verkäufe dagegen zurück.

US-Versicherer AIG schreibt Milliardenverlust

New York (dpa) - Der gestrauchelte US-Versicherungsriese AIG kommt einfach nicht auf die Beine. Der Allianz-Konkurrent musste im dritten Quartal einen Verlust von unterm Strich 4,1 Milliarden Dollar (3,0 Mrd Euro) hinnehmen. Als Grund führte das Unternehmen am Donnerstag unter anderem den gesunkenen Aktienkurs seiner Asientochter AIA und den Wertverlust bei Flugzeugen seiner Leasingtochter ILFC an sowie gestiegene Kosten für die Begleichung von Katastrophenschäden. «AIG bewegt sich in einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld», sagte Konzernchef Bob Benmosche am Firmensitz in New York und spielte damit auf die Marktturbulenzen in Folge der Euro-Schuldenkrise an.

Milliardenhilfe für Fukushima-Betreiber

Tokio (dpa) - Der Betreiber des schwer beschädigten Atomkraftwerks im japanischen Fukushima, Tepco, bekommt vom Staat Milliardenhilfe. Die Regierung segnete am Freitag Pläne ab, dem Konzern erstmal mit 900 Milliarden Yen (8,4 Mrd Euro) zu Verfügung zu stellen, um massive Entschädigungszahlungen an die Leidtragenden des Atomunfalls leisten zu können. Im Gegenzug versprach Tokyo Electric Power Co. (Tepco), über die nächsten zehn Jahre die Kosten im Umfang von mehr als 2,5 Billionen Yen zu senken, unter anderem durch die Kürzung von Pensionszahlungen.

Dax im Minus - Anleger zögern

Frankfurt/Main (dpa) - Vor der mit Spannung erwarteten Vertrauensfrage in Griechenland ist der Dax am Freitag deutlicher ins Minus abgerutscht. Zudem wirkten sich schwache Wirtschaftsdaten aus Deutschland und den USA belastend aus. Der deutsche Leitindex fiel am Nachmittag um 2,10 Prozent auf 6005 Punkte, nachdem er an den vergangenen beiden Handelstagen etwas mehr als fünf Prozent zugelegt hatte. Der MDax gab um 0,90 Prozent auf 9053 Punkte nach. Der TecDax dagegen hielt sich dank fester Solarwerte mit 0,21 Prozent im Plus bei 701 Punkten. Der Euro zeigte sich indes unverändert: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs wie am Vortag auf 1,3773 Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7261 Euro.

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