Douglas
Zu Douglas gehören neben den gleichnamigen Parfümerien sowie den Filialisten Thalia (Bücher) und Christ (Schmuck) auch Appelrath-Cüpper (Damenmode), Hussel (Süßwaren) und buch.de. Foto: Rolf Vennenbernd

Zu Douglas gehören neben den gleichnamigen Parfümerien sowie den Filialisten Thalia (Bücher) und Christ (Schmuck) auch Appelrath-Cüpper (Damenmode), Hussel (Süßwaren) und buch.de. Foto: Rolf Vennenbernd

dpa

Zu Douglas gehören neben den gleichnamigen Parfümerien sowie den Filialisten Thalia (Bücher) und Christ (Schmuck) auch Appelrath-Cüpper (Damenmode), Hussel (Süßwaren) und buch.de. Foto: Rolf Vennenbernd

Düsseldorf (dpa) - Der Handelskonzern Douglas will seine Buchtochter Thalia umkrempeln. Grund sei der Wandel vom klassischen zum elektronischen Buch, erklärte Vorstandschef Henning Kreke in Düsseldorf. Bei allen Häusern, die größer als 500 oder 600 Quadratmeter seien, bestehe Handlungsbedarf.

Filialen sollen verkleinert oder, falls das nicht geht, aufgegeben werden. Douglas leidet unter der Schwäche im Auslands- und Buchgeschäft. Wegen der Probleme der Buchsparte verschlechtern sich die Gewinnaussichten fürs laufende Jahr. Als Reaktion brach die Aktie zeitweilig um 6,7 Prozent auf 26,24 Euro ein.

Der Zuwachs beim Umsatz und Vorsteuergewinn des Konzerns mit den gleichnamigen Parfümerien, den Christ-Juweliergeschäften, der Damenmode (Appelrath-Cüpper) und den Süßwaren (Hussel) und der Buchgruppe fiel im Geschäftsjahr 2010/11 (30. September) geringer aus als zuvor erwartet. Die Erlöse wuchsen im Vergleich zum Vorjahr um 1,7 Prozent auf 3,38 Milliarden Euro. Der Reingewinn stieg von 76,1 Millionen auf 87 Millionen Euro, das Vorsteuerergebnis von 131,2 Millionen auf 138 Millionen Euro.

Aufgrund der zunehmenden Konkurrenz der Online-Händler gehen den Sortimentsbuchhandlungen Kunden verloren. Die Branche müsse sich neu aufstellen, sagte Kreke. «Es wird auch noch in 10, 15 oder 20 Jahren noch Buchhandlungen geben», meinte der Konzernchef. «Sie werden aber anders aussehen. Es wird intimer, immer kleiner.»

Rückgänge im klassischen Buchgeschäft konnte Douglas nach Unternehmensangaben durch Verkäufe von Zusatzartikeln wie Spiele, Geschenk- und Fanartikeln sowie durch einen 20-prozentigen Zuwachs im Onlinebereich ausbügeln. Der Anteil soll auf 30 Prozent steigen. Der Onlinehandel und das E-Book-Geschäft sollen ausgebaut werden. Zwar hat sich Douglas bereits den Online-Händler buch.de gesichert, dessen Umsätze auch kontinuierlich steigen. Allerdings bringt das Internetgeschäft niedrigere Margen, weswegen das Ergebnis von Thalia im vergangenen Jahr zurückging und auch der Umsatz der knapp 300 Thalia-Buchhandlungen auf vergleichbarer Fläche um fast vier Prozent sank.

Insgesamt kletterte der Umsatz der Thalia-Buchgruppe im abgelaufenen Geschäftsjahr noch um 3,2 Prozent auf 934,5 Millionen Euro und trug damit mehr als ein Viertel zum Gesamtumsatz bei. Hauptumsatzträger bleiben die Douglas-Parfümerien mit unverändert knapp 1,9 Milliarden Umsatz. Hier machte sich der Ausstieg in Russland, den USA und Dänemark bemerkbar. Im laufenden Geschäftsjahr will Douglas insgesamt im In- und Ausland 40 neue Filialen aufbauen.

Im Schmuckgeschäft (Christ) sind die hohen Edelmetallpreise Kreke zufolge noch nicht auf die Endpreise durchgeschlagen. Stücke, die zuletzt verkauft wurden, hätten schon lange am Lager gelegen. «Es ist aber zu erwarten, dass bei anhaltend hohen Rohstoffpreisen, Schmuckpreise steigen», sagte Kreke.

Im laufenden Jahr erwartet Kreke einen leichten Umsatzanstieg auf mehr als 3,4 Milliarden Euro. Das erste Quartal mit dem wichtigen Weihnachtsgeschäft habe ein Plus von 1,4 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro ergeben.

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