DIW Klaus Zimmermann tritt zurück
Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus F. Zimmermann, tritt zurück. (Archivbild)

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus F. Zimmermann, tritt zurück. (Archivbild)

dpa

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus F. Zimmermann, tritt zurück. (Archivbild)

Berlin (dpa) - Nach Kritik an seiner Amtsführung gibt der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, den Chefposten auf.

Der 58-Jährige werde «sein Amt bis zur Jahresmitte 2011 zur Verfügung zu stellen», teilte der Kuratoriumsvorsitzende Bert Rürup am Dienstag in Berlin mit. Zimmermann waren Versäumnisse im Personalmanagement des Instituts vorgehalten worden. Im vergangenen Jahr belastete ihn ein Bericht des Berliner Landesrechnungshofs.

Darin wurde Zimmermann und dem DIW die Verschwendung von Steuergeldern vorgeworfen. Seitdem hielten sich Gerüchte um seinen vorzeitigen Rückzug. Mehrere Wissenschaftler verließen das DIW in den vergangenen Monaten, zuletzt ging der Geschäftsführer Hanns Seidler vorzeitig. Als Niederlage für Zimmermann galt, dass das Institut seit 2007 nicht mehr am halbjährlichen Konjunktur-Gemeinschaftsgutachten für die Bundesregierung beteiligt wurde.

Rürup nannte in seiner Erklärung Zimmermanns Amtsverzicht zielführend, «um eine angemessene Wahrnehmung des DIW Berlin in der Öffentlichkeit wieder zu erreichen und um die Weichen für die weitere Zukunft des Instituts zu stellen». Die veröffentlichte Kritik sei aber «oft verzerrt und überzogen» ausgefallen.

Der Rückzug sei der Wunsch Zimmermanns gewesen. Dem habe er, Rürup, in Abstimmung mit den Zuwendungsgebern entsprochen, erklärte der frühere Sachverständigenratschef. Über die Nachfolge werde das Kuratorium «in aller Besonnenheit entscheiden».

Wie es im Rechnungshofsbericht, der Anfang 2010 bekannt wurde, hieß, wurden von 2000 bis 2004 mehr als sieben Millionen Euro nicht zweckgemäß ausgegeben. Aufträge seien ohne Ausschreibung erteilt und der Ableger in der US-Hauptstadt Washington auf fragwürdige Weise finanziert worden.

Zwei Monate später wählte das Kuratorium Rürup zu seinem neuen Vorsitzenden. Das Kuratorium sprach Zimmermann damals von den Vorwürfen weitgehend frei. Es schloss sich damit der Bewertung der Berliner Senatsverwaltung für Wissenschaft an. Danach müssten lediglich 150 000 Euro falsch verwendete Zuschüsse zurückgefordert werden. Noch immer läuft ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft gegen Zimmermann, der die Vorwürfe stets zurückgewiesen hatte.

Zimmermann ist seit dem Jahr 2000 DIW-Chef. Seitdem bestimmte der Volkswirt die öffentliche Debatte zur Sozial- und Wirtschaftspolitik mit. Er gilt als ein führender Arbeitsmarkt-Theoretiker, der etwa staatlich festgesetzte Mindestlöhne immer wieder ablehnte. Zimmermanns Dienstvertrag läuft bis Ende 2014. Die Modalitäten der Vertragsauflösung seien noch nicht geklärt, sagte DIW-Sprecher Carel Mohn am Dienstag.

Das DIW speist seinen Haushalt etwa zu zwei Dritteln aus Fördergeldern des Landes Berlin und der Bundesregierung. So steuerten nach DIW-Angaben 2009 der Bund 7,49 Millionen und das Land 6,09 Millionen zum Gesamtetat von 19,6 Millionen Euro bei.

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