Der Mutterkonzern GM legt am Dienstag ein Sanierungskonzept vor. Das Land NRW will mit Bürgschaften und Beteiligungen das Werk Bochum retten.

Opel geht es nicht gut: In Detroit wird am Dienstag über die Zukunft der Traditionsmarke entschieden.
Opel geht es nicht gut: In Detroit wird am Dienstag über die Zukunft der Traditionsmarke entschieden.

Opel geht es nicht gut: In Detroit wird am Dienstag über die Zukunft der Traditionsmarke entschieden.

dpa

Opel geht es nicht gut: In Detroit wird am Dienstag über die Zukunft der Traditionsmarke entschieden.

Düsseldorf. Die Traditionsmarke Opel steht vor der wichtigsten Woche ihrer 110-jährigen Automobilbaugeschichte: Geht die Marke mit der angeschlagenen Konzernmutter GM unter oder gelingt eine Rettung? Der Betriebsrat schlägt eine Herauslösung von Opel vor. Das lehnt GM bislang strikt ab.

In einem Brief an die 25 000 Opel-Mitarbeiter in den Werken Bochum, Rüsselsheim, Eisenach und Kaiserslautern fordert Betriebsratschef Klaus Franz die Abspaltung von GM als Rettung für die deutschen Arbeitsplätze. Die Amerikaner sollten nur noch eine Minderheitenbeteiligung behalten, aber Zugriff auf die Technologie behalten. Neues Kapital könnte über eine staatliche Beteiligung gewonnen werden.

Dieser Plan wird offenkundig in der Düsseldorfer Staatskanzlei wohlwollend betrachtet. Am Mittwoch trifft NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) auf seiner US-Reise GM-Chef Rick Wagoner in Detroit. Rüttgers will sich für den Erhalt des Bochumer Opel-Werks einsetzen. Dort arbeiten 5000 Mitarbeiter und stellen das Kompaktmodell Astra her.

Rüttgers hat staatliche Bürgschaften ins Spiel gebracht. Bereits seit Wochen führt die schwarz-gelbe Landesregierung Gespräche mit dem Bund und den Regierungen der Opel-Länder Hessen, Thüringen und Niedersachsen. Die Ministerpräsidenten sind sich einig in dem Ziel, ihre Werke retten zu wollen. Völlig offen ist, ob diese Einigkeit auch dann hält, wenn GM einzelne Standorte in Deutschland schließen will.

Am Dienstag muss der GM-Konzern in Washington sein Sanierungskonzept vorlegen. Der angeschlagene Hersteller verlangt erneute Staatshilfen in Höhe von sechs Milliarden Dollar, ansonsten droht die Insolvenz. Dabei geht es auch um die Zukunft von Opel. Die Amerikaner haben bereits deutlich gemacht, dass sie die Traditionsmarke nicht hergeben wollen. Das Forschungszentrum in Rüsselsheim gilt als Keimzelle für einen Entwicklungsschub des gesamten Konzerns.

Der Schlosser Adam Opel gründete 1863 in einem Kuhstall in Rüsselsheim den Betrieb, stellte zunächst Nähmaschinen, später auch Fahrräder her. Ab 1898, drei Jahre nach dem Tod des Firmengründers, wurden die ersten Autos hergestellt, später auch Motorräder und Nutzfahrzeuge. Schnell stieg Opel zum größten deutschen Autohersteller auf. Wegen der beginnenden Weltwirtschaftskrise verkaufte die Familie Opel die Firma als Aktiengesellschaft an den amerikanischen GM-Konzern. Der Blitz als Logo setzte sich erst in den 1960er Jahren durch.

In der Zentrale Rüsselsheim, in Bochum, Kaiserslautern und Eisenach werden Opel produziert, dazu kommen Werke in sechs weiteren europäischen Ländern.

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