Deutsche haben immer mehr Geld auf der hohen Kante. Südeuropäer von Krise gebeutelt.

Studie
Im weltweiten Vergleich gehören die Deutschen nicht zu den Top-Vermögenden.

Im weltweiten Vergleich gehören die Deutschen nicht zu den Top-Vermögenden.

dpa

Im weltweiten Vergleich gehören die Deutschen nicht zu den Top-Vermögenden.

Frankfurt. Die Krisen in Südeuropa haben tiefe Löcher in die Geldvermögen von Italienern, Spaniern oder Griechen gerissen. Während die Privathaushalte in Deutschland immer mehr Reichtum in bar, Bankeinlagen oder Aktien anhäufen, haben die Menschen im übrigen Euroraum nach einer Allianz-Studie seit 2007 pro Kopf 0,6 Prozent ihres Netto-Geldvermögens verloren. Besonders hart traf es Italiener (minus 12,7 Prozent), Spanier (-23,6) und Griechen (-44,1). „Die Situation in den Krisenländern hat sich seit 2007 dramatisch verschlechtert“, sagt Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise.

Die Vermögensschere geht immer weiter auf

Zwar hatten die Europäer 2012 wieder mehr Geld auf der hohen Kante als im Vorjahr: Die tiefen Risse in den privaten Vermögensbilanzen im Euroraum könne das aber nicht überdecken, betont Heise bei der Präsentation des „Global Wealth Reports“: „Die Vermögensschere geht immer weiter auf. Das durchschnittliche Netto-Geldvermögen in Griechenland liegt bei nur noch 28 Prozent des Euroraum-Durchschnitts. Vor der Krise lag dieser Wert deutlich über 50 Prozent.“ In Spanien sei die Quote von 61 auf 44 Prozent gefallen. Immobilienbesitz wurde nicht erfasst.

In Westeuropa haben knapp 130 Millionen Menschen weniger als 4900 Euro Geldvermögen, betont Studienautor Arne Holzhausen: „Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung hat sich seit 2000 um gut fünf Prozentpunkte auf 32 Prozent vergrößert.“

Von der Weltspitze sind die Deutschen noch weit entfernt

Die wachsenden Vermögensunterschiede im Euroraum seien ein Resultat der Krise, so Heise: „Geht diese Schere zwischen Nord und Süd weiter auf, kann dies den Zusammenhalt in Europa untergraben.“ In Deutschland wächst das Netto-Geldvermögen (Brutto-Geldvermögen abzüglich der Verbindlichkeiten) pro Kopf hingegen – um 6,8 Prozent im vergangenen Jahr, seit 2007 um 17,8 Prozent. Das ist der stärkste Zuwachs in dem Zeitraum in der Währungsunion. Grund für die gute Entwicklung: Der deutsche Arbeitsmarkt ist robust, die Einkommen entwickeln sich besser als andernorts, und die Deutschen sind die Sparmeister Europas. Das Geldvermögen der privaten Haushalte kletterte bis Ende März auf den Rekordwert von 4992 Milliarden Euro – ein Zuwachs um 1,1 Prozent zum Vorquartal.

Von der Weltspitze im Ranking der Vermögenden sind die Menschen hierzulande aber weit entfernt. Mit einem Netto-Geldvermögen pro Kopf von 41 954 Euro belegt Deutschland im weltweiten Nationenranking 2012 nur Rang 17.

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