Der Ankauf vor allem aus Frankreich ist seit der Abschaltung der ältesten eiler deutlich gestiegen.

Berlin. Nach der Abschaltung der ältesten Atomkraftwerke hat es in Deutschland einen deutlichen Anstieg von Atomstrom-Importen aus Frankreich und Tschechien gegeben. Die Höhe der Importe aus Frankreich betrage bis zu 3000 Megawatt (MW) und aus Tschechien bis zu 2000 MW, teilte RWE am Montag mit. Der Energiekonzern hat Klage gegen die Abschaltung seines AKW Biblis A eingereicht.

In Frankreich stammt der Strom zu nahezu 100 Prozent aus AKW Ein Sprecher des Konzerns sagte: „Insgesamt gilt, dass Deutschland seit dem 16. und 17. März zum Netto-Stromimporteur geworden ist.“ Die Bundesregierung hatte am 16. März die dreimonatige Abschaltung der ältesten deutschen AKW verfügt.

Unter Verweis auf den Erzeugungsmix und die Börsenpreissituation sei klar, dass besonders der aus Frankreich importierte Strom zu nahezu 100 Prozent aus Kernkraftwerken stamme, so RWE.

In Tschechien würde der Strom dagegen zu 51,8 Prozent aus Braunkohle, zu 31,8 Prozent aus Kernenergie und zu 6,1 Prozent aus Steinkohle sowie ein wenig aus Erdgas hergestellt.

Importiert werden muss der Strom demnach vor allem in Spitzenzeiten des Verbrauchs, etwa abends gegen 18 Uhr.

Die Bundesregierung hatte erklärt, dass Atomstrom-Importe aus dem Ausland nach Möglichkeit vermieden werden sollen. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte: „Die Bundesregierung prüft, welche Auswirkungen das Moratorium auf den deutschen Strommarkt hat.“ Bisher gab es dank eines steigenden Ökostromanteils große Überschüsse, die ins Ausland exportiert wurden. Auch jetzt wird zu bestimmten Zeiten noch Strom verkauft.

Ethikkommission nimmt ihre Arbeit auf

Am Montag nahm die von der schwarz-gelben Regierung berufene Ethikkommission zur Atomkraft ihre Arbeit auf. Sie soll bis zum 27. Mai ihren Bericht vorlegen. Dieser ist für die Bundesregierung die Basis für ein mögliches neues Atomgesetz.

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