In der Hoffnung auf ein schnelles Ende der Rezession halten die Unternehmen an ihren Mitarbeitern fest.

Angesichts der dramatischen Absatzkrise in der Autoindustrie hat vor wenigen Tagen auch Volkswagen für einzelne Bereiche seiner deutschen Werke Kurzarbeit beschlossen.
Angesichts der dramatischen Absatzkrise in der Autoindustrie hat vor wenigen Tagen auch Volkswagen für einzelne Bereiche seiner deutschen Werke Kurzarbeit beschlossen.

Angesichts der dramatischen Absatzkrise in der Autoindustrie hat vor wenigen Tagen auch Volkswagen für einzelne Bereiche seiner deutschen Werke Kurzarbeit beschlossen.

dpa

Angesichts der dramatischen Absatzkrise in der Autoindustrie hat vor wenigen Tagen auch Volkswagen für einzelne Bereiche seiner deutschen Werke Kurzarbeit beschlossen.

Düsseldorf. Besonders stark betroffen sind die Automobilhersteller, deren Zulieferer, Logistikunternehmen und die Stahlbranche: Die Zahl der Kurzarbeiter wächst nahezu täglich. Die Bundesregierung rechnet im Jahresschnitt 2009 offiziell mit 250 000 Kurzarbeitern. Interne Berechnungen sind pessimistischer.

Im vergangenen Dezember hatte die Bundesagentur für Arbeit (BA) 295 000 Arbeitnehmer gezählt, die aus konjunkturellen Gründen (also nicht saisonal bedingt) in die Kurzarbeit geschickt wurden - 32 Mal mehr als im Vorjahresmonat. Ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte die Krise vor einer Woche: Volkswagen, Europas größter Autobauer, kündigte Kurzarbeit für 61 000 von 92 000 Beschäftigten in Deutschland an. Ende Februar sollen die Bänder fünf Tage stillstehen.

Weniger Geld - aber dafür bleibt der Job erst einmal erhalten

Regierung, Wirtschaftsexperten und Tarifparteien warnen vor Panik. Der Sprecher der IG Metall NRW, Wolfgang Nettelstroth, etwa findet, Kurzarbeit sei "ein solides, probates Mittel, um Krisen zu überstehen". Kurzarbeit sei für die Betroffenen immer noch besser, als den Job ganz zu verlieren. Ähnlich sieht das Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD). Kurzarbeit ermögliche es Unternehmen, "auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten an ihren Mitarbeitern festzuhalten".

Damit das besser gelingen kann, will die Große Koalition Kurzarbeit für Unternehmen attraktiver machen. Bis Mitte Februar soll ein neues Gesetz die Anmelde-Voraussetzungen vereinfachen. Bilden die Unternehmen ihre Beschäftigten während der Kurzarbeit weiter, übernimmt die BA die gesamten Sozialbeiträge für die Arbeitnehmer. Per Rechtsverordnung wurde die Bezugsfrist bereits auf 18 Monate verlängert. Denkbar ist eine weitere Verlägerung auf 24 Monate.

Ob dafür allerdings das Geld reicht? Im BA-Haushaltsplan sind Meldungen zufolge nur 300 Millionen Euro veranschlagt. Benötigt würden aber bis zu 1,5 Milliarden.

Was? Die konjunkturelle Kurzarbeit ist eine Arbeitszeitverkürzung, damit Unternehmen eine Wirtschaftsflaute durchstehen können. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) genehmigt Kurzarbeit nur, wenn sie vorübergehend und unausweichlich ist.

Wie? Kurzarbeiter erhalten anteilig weniger Lohn und Gehalt. Die BA zahlt ihnen allerdings einen bestimmten Prozentsatz des wegfallenden Entgelts: 60 Prozent bei Kinderlosen, 67 Prozent bei Eltern - und zwar bezogen auf ein pauschaliertes Nettoentgelt, ähnlich wie beim Arbeitslosengeld.

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