Einzelhandel
Der März lief schlecht für Deutschlands Einzelhändler. Insgesamt sieht sich die Branche aber weiter im Aufwind, getragen vom robusten Arbeitsmarkt. Fraglich ist aber, wie stark sich die anziehende Inflation auf die Kauflust der Verbraucher auswirken wird.

Der März lief schlecht für Deutschlands Einzelhändler. Insgesamt sieht sich die Branche aber weiter im Aufwind, getragen vom robusten Arbeitsmarkt. Fraglich ist aber, wie stark sich die anziehende Inflation auf die Kauflust der Verbraucher auswirken wird.

dpa

Der März lief schlecht für Deutschlands Einzelhändler. Insgesamt sieht sich die Branche aber weiter im Aufwind, getragen vom robusten Arbeitsmarkt. Fraglich ist aber, wie stark sich die anziehende Inflation auf die Kauflust der Verbraucher auswirken wird.

Wiesbaden (dpa) - Der deutsche Einzelhandel hat 2010 nach Schätzungen des Statistischen Bundesamtes zugelegt. Die Umsätze stiegen demnach gegenüber 2009 nominal um 2,5 bis 2,7 Prozent. Inflationsbereinigt dürfte der Umsatz zwischen 1,3 Prozent und 1,6 Prozent über dem Vorjahreswert liegen.

Dies teilten die Statistiker am Freitag in Wiesbaden mit. Die Schätzung basiert auf den Umsätzen der Monate Januar bis November 2010, die nominal 2,5 Prozent und real 1,3 Prozent höher waren als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die Zahlen vom Dezember sind noch nicht berücksichtigt. Nach früheren Angaben des Handelsverbandes HDE erlebten die Einzelhändler dank der wiederentdeckten Kauflust der Verbraucher 2010 «das beste Weihnachtsgeschäft seit Jahren».

Im November erzielte der Einzelhandel in Deutschland nach den vorläufigen Ergebnissen aus sieben Bundesländern nominal 3,8 Prozent und real 2,0 Prozent mehr Umsatz als im November 2009. Im Vergleich zum Vormonat Oktober sank der Umsatz unter Berücksichtigung von Saison- und Kalendereffekten allerdings nominal um 1,9 und real um 2,4 Prozent.

Commerzbank-Analystin Ulrike Rondorf bezeichnete die Zahlen als «eine negative Überraschung angesichts der positiven Stimmung». In den Einzelhandelsumsätzen sei von dem so viel heraufbeschworenen Boom des deutschen Konsums nicht viel zu sehen. Allerdings habe sich der private Konsum in den letzten Jahren immer besser entwickelt als die Einzelhandelsumsätze. «Wir erwarten trotzdem, dass die Inlandsnachfrage in den kommenden Quartalen spürbar zum Wachstum beiträgt. Der private Konsum dürfte in diesem Jahr rund 1,5 Prozent wachsen, was für deutsche Verhältnisse recht ordentlich ist.» Dies werde jedoch nichts daran ändern, dass die deutsche Wirtschaft stark exportorientiert ist.

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