Schmuckhändler machen derzeit glänzende Geschäfte.

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Die Deutschen geben ihr Geld gerne für Schmuck aus.

Die Deutschen geben ihr Geld gerne für Schmuck aus.

dpa

Die Deutschen geben ihr Geld gerne für Schmuck aus.

München. Euro-Schuldenkrise und historisch niedrige Zinsen bringen einst scheinbar unerschütterliche Werte ins Wanken. Anstatt das Sparschwein für schlechte Zeiten zu füttern, geben die Deutschen neuerdings ihr Geld lieber aus. Davon profitieren auch Uhren- und Schmuckhändler. 2011 wurden hierzulande fast fünf Milliarden Euro in Hochkarätiges investiert, gut vier Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Wachstumstreiber sind die heimischen Konsumenten

„Wir sind weniger von der tatsächlichen konjunkturellen Situation abhängig als von der Stimmungslage der Konsumenten“, sagt Joachim Dünkelmann, Geschäftsführer des Bundesverbands der Juweliere, Schmuck- und Uhrenfachgeschäfte. Und auch wenn es für Prognosen noch etwas früh ist, erwartet die Branche beim Umsatz für dieses Jahr erneut ein Plus von vier Prozent.

Wachstumstreiber sind dabei nicht, wie häufig angenommen, die aufstrebende und Luxus-verliebte Mittelschicht aus China oder die Superreichen aus Russland und dem arabischen Raum. „Die stehen für einen dreistelligen Millionenbetrag“ sagt Dünkelmann. „Aber das Wachstum kommt primär aus dem heimischen Raum.“

In Deutschland gibt es 3000 Tonnen Gold als Schmuck

Kein Wunder, sagt Rolf Bürkl, Marktforscher bei der Gesellschaft für Konsumforschung. „Die Verbraucher erwarten zwar eine Konjunktureintrübung, aber sie fühlen sich persönlich nicht davon betroffen.“ Gründe dafür seien die gute Lage am Arbeitsmarkt und die gestiegenen Einkommen – aber auch die Folge der Inflationsangst und niedriger Zinsen. „Es fehlt der Anreiz zum Sparen.“

Führende Scheideanstalten schätzen, dass in Deutschland derzeit 3000 Tonnen Gold als Schmuck vorliegen. Und täglich werden es mehr. Nicht einmal höhere Edelmetallpreise können die Kauflaune trüben. Der Umsatzzuwachs sei auch nicht allein auf die gestiegenen Preise für Uhren, Ketten, Ringe oder Broschen zurückzuführen, bestätigt Kim-Eva Kempe, Geschäftsführerin des gleichnamigen Juwelierunternehmens. Ihre Läden zählen auch mehr Kunden und Verkäufe.

Vor allem Produkte bis 100 Euro und über 500 Euro seien besonders gefragt, sagte Melanie Dummin, Marketing-Leiterin bei Juwelier Christ. Ein Phänomen, das die GfK als Hinwendung zu werthaltigen Anschaffungen beschreibt.

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