Schlechte Zeiten für die Wirtschaft sind gute Zeiten für Wirtschaftskriminelle. Selten stehen die Tore unterbeschäftigter Fabriken so weit offen, und selten wird an so vielen Innovationen geforscht, um die Krise mit hauseigenen Rezepten zu überwinden. Zudem sind die Mitarbeiter, die sich um ihre Zukunft sorgen, Kriminellen gegenüber selten so unaufmerksam.

Zu Opfern werden besonders mittelständische Firmen. Das liegt zum einen an ihrer Masse, denn das Rückgrat der deutschen Wirtschaft stellt 99Prozent aller umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen - weit mehr als drei Millionen. Zum anderen sind bei diesen Unternehmen die Kontrollmechanismen nicht so ausgereift wie in Konzernen. Hier zählt noch Vertrauen, obwohl mehr Kontrolle besser wäre.

Die kleinen Firmen müssen künftig schärfer hinsehen und insbesondere bei Internet- und Datendiebstahl mehr aufpassen. Hierfür müssten die Mitarbeiter besser geschult werden. Denn ein solcher Diebstahl kann einen Mittelständler schnell die Existenz kosten. Konzerne sind in diesem Fall robuster.

ingo.faust@wz-plus.de

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