Dauernutzer blockieren die Funknetze. Mobilfunkbetreiber treten deshalb auf die Datenbremse.

Düsseldorf. Unterwegs E-Mails abrufen, ein Musikvideo ansehen oder Fotos runterladen. Moderne Mobiltelefone, sogenannte Smartphones, machen das möglich. Laut Branchenverband Bitkom steigt ihr Absatz in diesem Jahr um satte 47 Prozent. Mehr als acht Millionen Geräte werden in Deutschland zum Jahresende in Gebrauch sein.

Zehn Prozent Nutzer erzeugen 80 Prozent des Datenverkehrs

Die Schattenseite: "Die Netze sind überlastet", sagt Dirk Wende von der Telekom. Nutzer, die über Pauschal-Angebote (Flatrates) mobil große Datenmengen abrufen, sind ein Problem. "Geschätzt sorgen zehn Prozent der Nutzer für 80 Prozent des Datenverkehrs", sagt Jörn Wolter vom Portal Handytarife.de. Es wird eng im Netz, Funkfrequenzen lassen sich nicht beliebig vermehren.

Herunterladen von Programmen bringt mehr Umsatz als Flatrates

Zwar freuen sich Anbieter über den Boom, weil sie damit wegbrechende Einnahmen aus der günstiger werdenden Telefonie wettmachen. Eine Umfrage der Kanzlei Freshfield Bruckhaus Deringer unter Mobilfunk-Managern zeigt aber, dass die Flatrates nicht mehr den erhofften Umsatz bringen. Als wichtigste Einnahmequellen in den nächsten drei Jahren erwarten die Manager Downloads von Apps (Mini-Programmen) oder Videos.

Sie glauben, dass künftig nur noch über Datenvolumina abgerechnet wird. Nach einer bestimmten Menge wird die Geschwindigkeit gedrosselt. Wer weiter flott unterwegs sein will, muss draufzahlen. Das Ende der echten Flatrate für alle also.

Wende bestätigt, dass an neuen Tarifmodellen gearbeitet wird, aber das Ende der Flatrate sieht er nicht. Wolter befürchtet, dass nicht nur Dauernutzer mehr zahlen müssen: "Die Flatrates werden wohl für alle teurer."

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