Die boomende deutsche Industrie wird zum Zugpferd Europas. Sie stellt das her, was weltweit gebraucht wird.

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An den deutschen Häfen ist wieder jede Menge los...

An den deutschen Häfen ist wieder jede Menge los...

...dank der boomenden Exportindustrie. (Foto/Grafik: dpa)

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An den deutschen Häfen ist wieder jede Menge los...

Frankfurt/Berlin. Die weltweite Krise traf Deutschland besonders hart. Nun zieht die Weltkonjunktur wieder an und befeuert die hiesige Exportwirtschaft.

Waren "Made In Germany" sind gefragt, Deutschland wird zum Zugpferd Europas - vor allem Dank der boomenden Exportindustrie, die nach dem verheerenden Einbruch 2009 ein fulminantes Comeback feiert.

Luxus-Autos, Maschinen und Chemieerzeugnisse sind gefragt

"Die deutsche Industrie hat das, was man braucht, um gestärkt aus der Krise zu kommen: Das richtige Produkt zum richtigen Preis", sagt Gertrud Traud, Chefvolkswirtin der Landesbank Hessen-Thüringen.

Deutsche Waren sind derzeit vor allem in Asien gefragt. Das gilt für Luxus-Autos genauso wie für komplexe deutsche Maschinen oder Chemieerzeugnisse.

"Hier werden die wettbewerbsfähigen Produkte hergestellt, die von der Welt gebraucht werden", sagt Holger Bahr, volkswirtschaftlicher Leiter bei der Deka-Bank.

China wird trotz der Aufholjagd der deutschen Wirtschaft laut einer Studie Exportweltmeister bleiben. Auch wenn die deutschen Ausfuhren 2010 und 2011 deutlich zulegen würden, kann der Vorsprung der Chinesen nicht aufgeholt werden, teilte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag mit. Die Volksrepublik hatte Deutschland 2009 den prestigeträchtigen Titel abgenommen.

Den Vorsprung Deutschlands sieht er nicht zuletzt in der Entwicklung der Lohnstückkosten begründet: Weil die Löhne in Deutschland über Jahre nur moderat stiegen, gewannen die Firmen an Wettbewerbsfähigkeit.

Zwar erwarten Experten in der zweiten Jahreshälfte etwas weniger Dynamik im Außenhandel, ein Ende des Wachstums ist aber nicht in Sicht: "Der Trend im Außenhandel zeigt nach oben", sagt Commerzbank-Volkswirt Simon Junker.

Insgesamt machte die deutsche Industrie im ersten Halbjahr fast zehn Prozent mehr Umsatz als im Vorjahr.

Einige Nachbarländer warnen vor der deutschen Exportmacht

Beim Spurt aus der Krise sind die Exporteure jedenfalls einmal mehr Treiber Nummer eins in Deutschland. Das passt nicht allen Nachbarn.

Unlängst hatten einige EU-Partner - mit den Franzosen an der Spitze - in schrillen Tönen vor der deutschen Exportmacht gewarnt.

Deutschland wird schon als "China Europas" bezeichnet

Die Bundesrepublik wurde als "China Europas" angegangen, das in Krisenzeiten rücksichtslos nur eigenes Wachstum und Weltmarktanteile im Blick habe.

Der Vorwurf: Mit Lohndumping verschafften sich deutsche Exporteure gegenüber Franzosen, Briten oder Spaniern Vorteile.

Doch auch die Kritiker selbst profitierten von der deutschen Stärke: "Deutschland ist der Motor Europas", unterstreicht Deka-Chefvolkswirt Bahr.

Die Nachfrage nach deutschen Produkten stärkt den Arbeitsmarkt und kurbelt die Investitionsbereitschaft an, das beflügelt die Binnennachfrage. An diesem Aufschwung hätten die EU-Länder teil, heißt es im Wirtschaftsministerium.

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