Der Branchenprimus bleibt auf Expansionskurs. Die Preise werden 2011 nicht erhöht.

Essen. „Wir brauchen keine Banken und keinen Börsengang, um zu wachsen.“ Heinrich Deichmann, Chef von Europas größtem Schuheinzelhändler, will auch im laufenden Jahr wieder kräftig investieren – aus eigener Kraft. 192 Millionen Euro sind dafür weltweit eingeplant.

Die Suche nach guten Standorten wird immer schwieriger

In Deutschland werden 61 neue Filialen eröffnet, im Ausland sollen 182 Standorte hinzukommen. Erstmals will Deichmann auch in großen Metropolen Flagship Stores realisieren. Insgesamt sieht der Firmenchef in Deutschland noch Potenzial für 250 zusätzliche Läden. „Allerdings wird die Suche nach guten Standorten zunehmend schwieriger.“ Inzwischen würden auch Kleinstädte in die Planung miteinbezogen, sofern das Einzugsgebiet mindestens 30.000 Einwohner umfasse.

Weltweit gingen 152 Millionen Paar Schuhe über die Ladentheke

„Wir haben im vergangenen Jahr das höchste Umsatzwachstum seit 20 Jahren erreicht“, sagt Deichmann. Die Gruppe (inklusive Roland Schuhe) setzte 3,93 Milliarden Euro um, und auch der Gewinn habe sich „erfreulich entwickelt“, berichtet der Chef des Familienunternehmens, ohne Details zu nennen.

Allein in Deutschland verkaufte Deichmann 75,5 Millionen Paar Schuhe. „Damit haben wir – rein statistisch betrachtet – fast jedem Bürger ein Paar Schuhe verkauft.“ Weltweit gingen in den 2.939 Filialen 152 Millionen Paar Schuhe über die Ladentheke. Mehr als 80 Prozent der Schuhe werden in China produziert.

Deichmann beobachtet mittlerweile einen Trend zu höherwertigen Schuhen. „Gerade die deutschen Kunden haben sich im vergangenen Jahr häufiger für etwas teurere Schuhe entschieden“, berichtet der Firmenchef.

Dieser Trend werde sich fortsetzen. Doch auch wenn inzwischen in den Filialen von Top-Model Cindy Crawford beworbene Stiefel für 99 Euro oder Herrenschuhe für 69 Euro im Regal stehen – „Produkte für 19,99 Euro bleiben unser Fundament“, ist Deichmann überzeugt.

Aus diesem Grund will der Marktführer in diesem Jahr auch gegen den Trend die Preise nicht erhöhen – trotz deutlich gestiegener Beschaffungskosten. Deichmann: „Wir werden unsere Eckpreislagen nicht verändern. Dafür nehmen wir bewusst ein Absinken des Rohertrages in Kauf.“

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer