Montage im Mercedes-Werk Sindelfingen. Foto: Bernd Weißbrod/Archiv
Montage im Mercedes-Werk Sindelfingen. Foto: Bernd Weißbrod/Archiv

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Montage im Mercedes-Werk Sindelfingen. Foto: Bernd Weißbrod/Archiv

Stuttgart (dpa) - Gestärkt mit Umsatz- und Gewinnzuwächsen aus dem Auftaktquartal prescht der Autobauer Daimler voran ins neue Jahr. Der Konzern verbesserte im ersten Quartal 2012 sowohl die Erlöse als auch das operative Ergebnis und den Überschuss, wie das Unternehmen in Stuttgart mitteilte.

Vor allem brummende Verkäufe der Pkw- und Lastwagensparte treiben den Konzern derzeit an. Die kriselnde Bussparte bereitet dem Autobauer dagegen zunehmend ernsthafte Sorgen.

Der Gesamtumsatz des Konzerns legte in den ersten drei Monaten des Jahres um 9 Prozent auf 27 Milliarden Euro zu. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern verbesserte sich auf 2,13 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von 5 Prozent entspricht. Unter dem Strich standen 1,42 Milliarden Euro - das sind 20 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Beim operativen Ergebnis ist das Bild jedoch vielschichtig. Hohe Investitionen etwa für das neue Werk im ungarischen Kecskemet und die Anlaufkosten für neue Modelle nagen am Speck des Konzerns. In allen Fahrzeugsparten brachte das Belastungen. Dem steht der Daimler-Anteil am Luft- und Raumfahrtkonzern EADS gegenüber, der 133 Millionen Euro in die Kasse spülte - satte 80 Prozent mehr als vor einem Jahr.

An der Börse konnte Daimlers Aktie nicht von den guten Kennzahlen profitieren. In einem durchwachsenen Dax-Umfeld sackten die Papiere deutlich ab - obwohl Händler von der Quartalsbilanz sogar weniger erwartet hatten. Börsianer erklärten den Abwärtstrend mit jüngst sehr positiv verlaufenen vorherigen Handelstagen, die nun beim Daimler-Kurs keine größeren Sprünge mehr zugelassen hätten. Gegen Mittag hatte sich die Aktie dann aber wieder gefangen.

Unternehmenslenker Dieter Zetsche bestätigte Daimlers Prognosen. «Wir liegen im Plan, sowohl unsere Ziele in diesem Jahr als auch unsere mittelfristigen Ziele zu erreichen», sagte er laut Mitteilung. Der Konzernboss hatte zum Angriff auf die Konkurrenten BMW und Audi geblasen, die derzeit Daimler vorausfahren. Bei der Ebit-Marge - also das Verhältnis von Umsatz und Ergebnis - muss sich Daimler noch strecken: Das Pkw-Kerngeschäft kommt auf 8,38 Prozent Umsatzrendite. Spätestens 2013 sollen es aber schon 10 Prozent sein.

Daimler-Finanzchef Bodo Uebber argumentierte, dass Daimler aktuell schließlich investiere und die Produktpalette erweitere. Er sprach von einem «Übergangsjahr 2012», das erst später Früchte tragen werde.

Mit Blick auf die Zahlen bleibt Daimlers Bussparte das Sorgenkind. Im für diesen Bereich traditionell schwachen ersten Vierteljahr verdreifachte sich der operative Verlust von minus 33 auf minus 103 Millionen Euro. Der Umsatz ging um 12 Prozent zurück. Die Schwaben haben der Sparte hierzulande ein Sparprogramm verordnet und trennen sich in Nordamerika vom Geschäft mit den Stadtbussen. Auch auf dem eigentlich zukunftsträchtigen Markt Lateinamerika lief das Busgeschäft im Startquartal nur schleppend, weil Änderungen in den gesetzlichen Abgasvorschriften zu vorgezogenen Käufen geführt hatten.

Angesichts des jüngsten Wirbels um angebliche Ausstiegspläne des größten Einzelaktionärs Abu Dhabi mühte sich Uebber, die Wogen zu glätten. Es gebe keine Hinweise auf eine Abkehr des Scheichtums, das über seinen Staatsfonds Aabar rund neun Prozent kontrolliert. Laut Medienberichten sollen die Scheichs unzufrieden sein, dass es bei Daimler nicht so rund läuft wie etwa bei Audi oder BMW. Uebber ging darauf nicht ein. Daimler sei in diese Richtung nichts bekannt.

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