Dieter Zetsche hält Vorgaben für unrealistisch. Die Familienministerin fordert flexible Quote.

Zetsche

Daimler-Chef Zetsche stellt sich gegen Familienministerin Schröder.

ALEX DOMANSKI, Bild 1 von 2

Berlin/Stuttgart. Daimler-Chef Dieter Zetsche wettert gegen die Einführung einer festen Frauenquote für Führungspositionen in Unternehmen. „Wohin soll ich all die Männer aussortieren? Alle zwangsweise in Rente schicken, damit überhaupt so viele Stellen frei werden?“, sagte Zetsche der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ mit Blick auf Forderungen, in wenigen Jahren 40 Prozent Frauen in Führungsposten einzusetzen.

„Wohin soll ich all die Männer aussortieren?“

Dieter Zetsche, Daimler-Chef

Der Manager bezog sich damit auf Pläne von Arbeitsministerin von der Leyen für eine einheitliche Frauenquote in Management-Positionen, denen jedoch wenig Chancen eingeräumt werden. Dies sei „schlicht nicht realisierbar“, ereiferte sich Zetsche.

Der Daimler-Chef betonte, er setze eher auf interne Programme als auf politische Vorgaben. Er strebe an, bei Daimler im Jahr 2020 einen Anteil von 20 Prozent an weiblichen Führungskräften zu erreichen. Bisher liegt die Quote bei acht Prozent.

„Die Zeit der reinen Selbstverpflichtung ist vorbei.“

Kristina Schröder, Bundesfamilienministerin

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder kündigte indes an, noch in diesem Jahr einen Gesetzesentwurf für eine flexible Frauenquote in Firmen vorzulegen. „Die Zeit der reinen Selbstverpflichtungen ist vorbei“, sagte sie der „Welt am Sonntag“. Eine feste Frauenquote lehnte sie aber ab.

Bei einem ersten Spitzentreffen im März hatten die Dax-Konzerne vereinbart, bis zum Jahresende eine selbst definierte Quote für Management-Jobs vorzulegen. Schröder will sich dazu am 17. Oktober erneut mit den Vorständen treffen. dpa

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