Comics und Oldtimer kommen als Anlage in Mode.

Dagobert Duck
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Dagobert Duck

Frankfurt. Comic-Held „Superman“ als Geldanlage? Für die Erstausgabe kassierte ein Dachdecker in den USA jüngst 175 000 US-Dollar (gut 130 000 Euro). Der Mann hatte das Heft in der Isolierung eines gerade gekauften Hauses gefunden. Wäre der Zustand des Exemplars besser gewesen, „Superman“ hätte den Dachdecker sogar zum Millionär machen können. 1938 hatte das Heft nur zehn Cent gekostet.

Das Geld geht ins Comic-Heft, anstatt auf das Sparbuch

Von Renditen wie diesen können Sparer derzeit nur träumen. Klassiker wie Sparbuch und Festgeld werfen kaum Zinsen ab – und das dürfte auf absehbare Zeit so bleiben. So mancher Anleger sucht da nach – teils exotischen – Alternativen

Dass Investoren mit Micky, Dagobert (Foto) und Co. richtig Mäuse machen können, weiß Micky Waue aus Friedrichsdorf. 1994 veranstaltete er die „1. Comic-Auktion Deutschlands“, seither pilgern Jahr für Jahr Sammler auf der Suche nach Raritäten in das Taunusstädtchen. Manche „Schundhefte“ von einst haben längst den Sprung zum Wert-Papier geschafft. „In Deutschlands sind Comics noch nicht aus der Schmuddelecke raus – trotzdem liegen etliche Hefte als Geldanlage im Banktresor“, sagt Comic-Händler Christofer Krumm, der als Gutachter für Waues Auktionen tätig ist.

Mancher stellt sich lieber Oldtimer in die Garage – ein lohnendes Investment, wie der Lobbyverband der Autoindustrie, der VDA, betont. Zwar stieg der Wert historischer Kraftfahrzeuge im vergangenen Jahr eher moderat. Das Plus von 4,2 Prozent kann sich im Vergleich zum Tagesgeld, das derzeit selten mehr als 1,5 Prozent abwirft, aber durchaus sehen lassen. Zumal sich die Preise für die alten Kultwagen der 1960er oder 1970er Jahre seit 1999 mehr als verdoppelt haben.

Ob Oldtimer unter dem Strich tatsächlich eine rentable Anlageklasse sind, ist umstritten. Fahrzeuge böten erst ab einem Wert von 100 000 Euro Wert echtes Potenzial, sagt Götz Knoop, Vizepräsident des Bundesverbandes für Clubs klassischer Fahrzeuge. Der Durchschnittspreis der in Deutschland gehandelten Oldtimer liege nur bei rund 13 000 Euro. „Wenn Sie dann jährlich neun Prozent Rendite haben und Ihre Kosten gegenrechnen, haben Sie vieles gemacht, aber kein Geld.“ Denn der Wagen braucht eine Garage, Versicherung und Steuern fallen an, und zuweilen auch Reparaturen.

Die Alternativen sind also groß – zumindest theoretisch. „Tatsächlich sind solche Anlagen eher was für Liebhaber und Spekulanten“, meint Verbraucherschützer Niels Nauhauser. Verbraucher könnten auch derzeit sehr sicher und breit streuen. „Zum Beispiel in Aktienfonds.“

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