Experten sehen trotz der schwächeren Daten keinen Grund für einen scharfen Konjunktureinbruch in China. Foto: Adrian Bradshaw
Experten sehen trotz der schwächeren Daten keinen Grund für einen scharfen Konjunktureinbruch in China. Foto: Adrian Bradshaw

Experten sehen trotz der schwächeren Daten keinen Grund für einen scharfen Konjunktureinbruch in China. Foto: Adrian Bradshaw

dpa

Experten sehen trotz der schwächeren Daten keinen Grund für einen scharfen Konjunktureinbruch in China. Foto: Adrian Bradshaw

Peking (dpa) - In China gibt es weitere Hinweise auf ein Abkühlen der Konjunktur. Im Geschäft mit Dienstleistungen hat sich die Stimmung der Einkaufsmanager zu Beginn des neuen Jahres erneut eingetrübt.

Der chinesische Einkaufs- und Logistikverband CFLP meldete am Montag für Januar einen Rückgang von 54,6 Punkten im Vormonat auf 53,4 Zähler. Die Stimmung der Einkaufsmanager erreichte damit den tiefsten Stand seit mindestens zwei Jahren.

Allerdings steht der Stimmungsindikator weiter deutlich über 50 Punkten. Werte über dieser Marke gelten als Hinweis für Wachstum. Experten sehen daher trotz der schwächeren Daten keinen Grund für einen scharfen Konjunktureinbruch in China. Außerdem wird das Abbremsen der Konjunktur politisch geduldet. Die Führung in Peking strebt derzeit vor allem strukturelle Reformen an und nimmt hierfür auch geringere Wachstumsraten in Kauf.

Bereits am Wochenende hatte der Einkaufs- und Logistikverband Daten für die Industrie in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt veröffentlicht, und hier zeigte sich ein ähnliches Bild. Die Stimmung hatte sich zum Jahresauftakt ebenfalls eingetrübt. Der Indikator sank von 51,0 Punkten im Dezember auf nur noch 50,5 Zähler. Volkswirte hatten den Rückgang erwartet. In der Industrie liegt der Stimmungsindikator damit nur noch knapp im Expansionsbereich.

Zuletzt war der von der britischen Großbank HSBC ermittelte Einkaufsmanagerindex für die Industrie im Januar knapp unter die Expansionsschwelle gesunken. Hier fiel der Indikator von 50,5 Punkten im Dezember auf 49,6 Zähler und erreichte damit den tiefsten Stand seit sechs Monaten.

Nach Einschätzung von Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank aus Liechtenstein, zeigen die jüngsten Stimmungsdaten, dass Chinas Binnenwirtschaft leicht zur Schwäche neigt. «Allerdings sollten die Wachstumserwartungen an das Reich der Mitte nicht zu früh gesenkt werden.»

Sollte sich die Weltwirtschaft in den kommenden Monaten weiter erholen, dürften auch die chinesischen Exporte anziehen, schätzt Gitzel. «In diesem Fall wird die chinesische Volkswirtschaft mit frischem Rückenwind unterwegs sein.»

Chinas Finanzmärkte konnten auf die jüngsten Daten bisher nicht reagieren. Wegen des Neujahrsfestes blieben die Börsen in Hongkong und Schanghai zum Wochenbeginn geschlossen. Nach Einschätzung von Experten sorgte die Stimmungseintrübung in Chinas Chefetagen allerdings für Kaufzurückhaltung am Ölmarkt.

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