BGA Börner
Inflationssorgen: Der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Anton Börner.

Inflationssorgen: Der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Anton Börner.

dpa

Inflationssorgen: Der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Anton Börner.

Berlin (dpa) - Mit einem Anstieg der Inflation auf vier bis sechs Prozent in den kommenden Jahren rechnet der Präsident des Außenhandelsverbands BGA, Anton Börner. Möglich sei sogar eine höhere Geldentwertung: «Ich hoffe, dass wir nicht sogar zweistellige Inflationsraten bekommen».

Das sagte Börner der Zeitung «Die Welt» (Mittwoch). Damit weicht der BGA-Chef deutlich von der Einschätzung von Zentralbankern ab. Börner erwartet, dass vor allem die steigenden Kosten für Rohstoffe die Inflation treiben werden. «Wir werden die Inflation vor allem über die höheren Rohstoffpreise importieren. Höhere Zinsen könnten die Inflation bremsen, aber die EZB wird sich schwertun, in den kommenden Monaten die Zinsen zu erhöhen», sagte Börner. «Mit Rücksicht auf die Peripherie» - also die kriselnden Euro-Länder - werde die EZB die Zinsen «gar nicht oder nur zögerlich anheben».

Die Rohstoffpreise würde auch von dem Geld getrieben, dass die Zentralbanken weltweit in den Finanzsektor gepumpt hätten: «Die professionellen Investoren legen viel Geld in Rohstoffen an, weil es an Alternativen fehlt. Das schmeißt noch einmal richtig den Turbo an, und diese Entwicklung wird 2011 ungebremst weitergehen. Das sieht man besonders gut beim Öl», sagte Börner.

Die Inflation in Deutschland war im Durchschnitt des Jahres 2010 um 1,1 Prozent gestiegen. Für Dezember 2010 ermittelten die Statistiker eine jährliche Inflationsrate von 1,7 Prozent in Deutschland und von 2,2 Prozent im Euroraum. Bis zu einer Rate von knapp zwei Prozent spricht die Europäische Zentralbank (EZB) von Preisstabilität, sie strebt deshalb eine Teuerung von knapp unter diesem Wert an.

Im Gegensatz zu BGA-Präsident Börner sieht Bundesbankchef Axel Weber aktuell keine nachhaltige Gefährdung der Preisstabilität: «Auf mittlere Frist ist im Euroraum ebenso wie in Deutschland nach wie vor mit Inflationsraten unter zwei Prozent zu rechnen», hatte er kürzlich erklärt. Die Risiken für die mittelfristige Inflation könnten aber «durchaus steigen».

Notenbank-Präsident Jean-Claude Trichet hatte in der vergangenen Woche eingeräumt, dass er von der Jahresrate von 2,2 Prozent im Dezember überrascht wurde. Nach EZB-Prognosen kann die Inflationsrate in den kommenden Monaten weiter ansteigen, gegen Ende des Jahres dürfte sie demnach aber wieder fallen.

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