Gerd Sonnleitner
Der Präsident des Deutschen Bauernverbands, Gerd Sonnleitner.

Der Präsident des Deutschen Bauernverbands, Gerd Sonnleitner.

dpa

Der Präsident des Deutschen Bauernverbands, Gerd Sonnleitner.

Berlin (dpa) - Bauernpräsident Gerd Sonnleitner sagt für 2011 steigende Preise voraus. Der «Bild»-Zeitung sagte er: «Die Lebensmittelpreise werden aufgrund weltweit steigender Nachfrage kontinuierlich anziehen. Ich schätze, dass dies aber nicht über die allgemeine Inflationsrate hinaus gehen wird.»

Obwohl die Krise in der Landwirtschaft in diesem Jahr endgültig überwunden werde, rechtfertigt Sonnleitner die hohen Agrar-Subventionen der EU: «Es sind 36 Prozent des gesamten EU-Haushaltes von gut 126 Milliarden Euro.» Dies sei «gut angelegtes Geld für eine halbe Milliarde EU-Verbraucher».

Sonnleitner sagte weiter: «Die Land-, Agrar- und Ernährungswirtschaft ist bedeutender als die Automobilindustrie.» Verursacher der Subventionen seien «zu einem großen Teil» die Billig- Preise der Discounter. Sonnleitner: «Der deutsche Verbraucher kann sich so gesund, so vielfältig, so sicher und so preisgünstig ernähren wie noch niemals zuvor.» Damit dies im internationalen Wettbewerb so bleibe, müsse «ein gewisser Ausgleich» geschaffen werden.

Auch das Durchschnitts-Minus der Öko-Höfe von etwa 15 Prozent liege mit an den Billig-Preisen. «Das Hauptproblem ist, dass wir zu wenig Esskultur in Deutschland haben», so der Bauernpräsident. «Ökologisch wie konventionell wirtschaftende Bauern brauchen kostendeckende Preise. Italiener oder Franzosen verbinden Essen vielmehr mit Genuss und Geselligkeit und zahlen bessere Preise. Nahrungsmittel sind ein Stück Lebensqualität. Dafür stehen wir, und dafür setzen wir uns ein.»

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