Komfortabler, energiesparender und zuverlässiger soll der neue ICx von Siemens sein. Produziert wird in Krefeld.

ICx Zug Simulation
Die künftigen ICx-Fernzüge der Bahn (Simulation, undatiertes Handout) sollen mit Spitzentempo 249 unterwegs sein.

Die künftigen ICx-Fernzüge der Bahn (Simulation, undatiertes Handout) sollen mit Spitzentempo 249 unterwegs sein.

dpa

Die künftigen ICx-Fernzüge der Bahn (Simulation, undatiertes Handout) sollen mit Spitzentempo 249 unterwegs sein.

Berlin/Krefeld. Der Milliardenauftrag der Deutschen Bahn für neue Züge steht nun endgültig: Die Bahn und Siemens unterzeichneten gestern in Potsdam den Vertrag über die Lieferung von bis zu 300 ICx-Zügen. 130 Züge bestellt die Bahn demnach sofort, um ihre alten Intercity auszutauschen. Weitere 90 Bestellungen sind geplant. Insgesamt seien diese 220 ICx rund sechs Milliarden Euro wert – und weitere 80 Züge könne die Bahn jederzeit in Auftrag geben.

Alle Züge werden in Krefeld gebaut und werden ab Ende 2016 eingesetzt.. Familienabteile, Fahrradplätze und Speisewagen sind geplant „Mit dem ICx legen wir den Grundstein für den Fernverkehr der Zukunft“, erklärte Bahn-Chef Rüdiger Grube. Die Bahn setze mit ihrem neuen „Rückgrat“ des Fernverkehrs „neue Maßstäbe bei Zuverlässigkeit, Umweltfreundlichkeit und Komfort“.

„Unsere Kunden können sich auf die modernsten Züge der Welt freuen“, so Grube. Vorgesehen sind zum einen 200 Meter lange Züge für 499 Reisende, die mit bis zu 230 Kilometern pro Stunde vor allem auf Intercity-Routen fahren sollen. In einer zweiten Variante für 724 Passagiere sind die Züge 288 Meter lang und sollen mit bis zu 249 Kilometern pro Stunde später die älteren ICE 1 und ICE 2 ablösen.

Die Züge haben Speisewagen und Bistro, ein Familienabteil und acht reservierbare Fahrradplätze – dies gab es in den ICE bisher nicht. Deckenmonitore sollen zudem Fahrgastinformationen anzeigen. Züge durchlaufen einen 14-monatigen Probebetrieb In den langwierigen Vertragsverhandlungen bestand die Bahn nach Technikpannen ihrer aktuellen ICE-Flotte auf umfangreichen Garantien. Vor Beginn der Serienfertigung sollen zwei Züge einen 14-monatigen Probebetrieb durchlaufen, davon zwei Monate ohne Reisende. Sieben Jahre lang sollen technische Daten aus dem Betrieb auch direkt an Siemens gehen.

Die Züge sind bis zu 20 Tonnen leichter als aktuelle Modelle Zudem soll Siemens sein Geld für die neuen Züge nur stufenweise erhalten. Ein Teil der Zahlungen hängt davon ab, ob sich die ICx-Züge im Betrieb auch tatsächlich bewähren. Zusätzlich muss Siemens Zusagen über die langfristigen Kosten für den Betrieb und die Wartung der neuen Züge machen.

Wird es teurer als versprochen, muss der Konzern auf Geld verzichten. Siemens-Chef Peter Löscher erläuterte, dass die neuen Züge einen sehr wirtschaftlichen Betrieb ermöglichten und flexibel einsetzbar seien. Zusammengestellt werden kann der ICx in bis zu 24 Varianten, bei denen unterschiedlich viele Wagen mit und ohne Antriebseinheit kombiniert werden.

Günstig für den Energieverbrauch sei zudem die Tatsache, dass die 200 Meter langen Züge bis zu 20 Tonnen leichter sind als vergleichbare existierende Züge. Durch die Bauweise soll zudem der Luftwiderstand geringer sein.

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