Agentur für Arbeit
Seit gut einem Jahr lässt die Nachfrage nach Arbeitskräften in Deutschland nach.Foto: Arne Dedert/Symbol

Seit gut einem Jahr lässt die Nachfrage nach Arbeitskräften in Deutschland nach.Foto: Arne Dedert/Symbol

dpa

Seit gut einem Jahr lässt die Nachfrage nach Arbeitskräften in Deutschland nach.Foto: Arne Dedert/Symbol

Nürnberg (dpa) - Auch wenn der Frühjahrsaufschwung derzeit den Arbeitsmarkt belebt, geht die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern weiter zurück.

«Diese schwindende Dynamik dürfte vor allem damit zusammenhängen, dass sich die Unternehmen angesichts fortdauernder Konjunkturrisiken bei zusätzlichen Neueinstellungen zurückhaltender zeigen als beispielsweise noch 2010 oder 2011», teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Montag in Nürnberg mit. Der monatlich von der BA ermittelte Stellenindex BA-X sank im April um 6 auf 147 Punkte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat liegt der Indikator damit 23 Punkte niedriger.

Seit gut einem Jahr lässt die Nachfrage nach Arbeitskräften nun nach - im langjährigen Vergleich ist das Niveau aber immer noch hoch. Vor allem die Zeitarbeit hat weiter einen großen Bedarf an Mitarbeitern. Auch im Groß- und Einzelhandel, in der Bauinstallation, im Gesundheits- und Sozialwesen, im öffentlichen Dienst und in der Gastronomie werden neue Kollegen gesucht, berichtete die BA. Die Behörde wird an diesem Dienstag die aktuellen Arbeitslosenzahlen bekanntgeben.

Nach Expertenschätzungen ist die Zahl der Erwerbslosen im April vergleichsweise wenig gesunken. Im Schnitt rechnen die Volkswirte der von der Nachrichtenagentur dpa befragten Großbanken mit einem Rückgang um rund 75 000 auf 3,02 Millionen. Der Abbau sei allerdings ausschließlich darauf zurückzuführen, dass auf dem Bau, in der Landwirtschaft und in Gärtnereien jetzt wieder gearbeitet werden kann: Bereinigt um diese saisonalen Faktoren nahm die Arbeitslosigkeit im April den Schätzungen fast aller Experten zufolge erneut leicht zu.

«Die Konjunktur schiebt immer weniger», kommentierte Commerzbank-Analyst Eckart Tuchtfeld die seit Monaten andauernde Seitwärtsbewegung auf dem Arbeitsmarkt. Rolf Schneider von der Allianz ergänzte mit Blick auf die erneute Eintrübung des Ifo-Index sowie anderer Frühindikatoren: «Wir haben zuletzt leider Informationen von der Konjunkturseite, die nicht ganz so erfreulich sind.» Nach dem rückläufigen vierten Quartal des vergangenen Jahres sei «der große konjunkturelle Durchbruch» bislang offensichtlich noch nicht erfolgt, weshalb sich die Unternehmen mit Einstellungen weiter zurückhielten.

«Ich glaube aber doch, dass in Deutschland im Laufe des Jahres eine breite konjunkturelle Erholung eintritt», betonte Alexander Koch von der HypoVereinsbank. Entsprechend rechnet er ebenso wie seine Kollegen der anderen Banken mit einem Rückgang der Arbeitslosigkeit in der zweiten Jahreshälfte. Bis dahin werde die Stagnation auf dem Arbeitsmarkt - wohlgemerkt noch immer auf einem historisch niedrigen Niveau - anhalten.

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