Sie sollte Ärzte und Informatiker nach Deutschland locken - doch bislang ist die 2012 eingeführte Blue Card eher ein Flop. Bundesagentur-Chef Weise sieht Nachbesserungsbedarf. Foto: David Ebener
Sie sollte Ärzte und Informatiker nach Deutschland locken - doch bislang ist die 2012 eingeführte Blue Card eher ein Flop. Bundesagentur-Chef Weise sieht Nachbesserungsbedarf. Foto: David Ebener

Sie sollte Ärzte und Informatiker nach Deutschland locken - doch bislang ist die 2012 eingeführte Blue Card eher ein Flop. Bundesagentur-Chef Weise sieht Nachbesserungsbedarf. Foto: David Ebener

dpa

Sie sollte Ärzte und Informatiker nach Deutschland locken - doch bislang ist die 2012 eingeführte Blue Card eher ein Flop. Bundesagentur-Chef Weise sieht Nachbesserungsbedarf. Foto: David Ebener

Nürnberg (dpa) - Um die Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte aus Nicht-EU-Ländern zu fördern, war im Juli 2012 die Blue Card eingeführt worden - doch das Interesse an einer Beschäftigung in Deutschland hält sich in engen Grenzen.

Nur etwa 7000 Menschen haben seither mit einer Blue Card eine Stelle angetreten, wie der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, der Nachrichtenagentur dpa sagte. «4000 davon waren aber vorher schon hier.» Weise hält es deshalb für sinnvoll, manche der hohen Anforderungen für den Erhalt einer Blue Card schrittweise zu lockern.

«Es gibt ein paar Hürden, wo man sagt, die sollen bestehenbleiben. Aber scheinbar spricht nichts dagegen, die Gehaltsgrenze langsam runterzusetzen», erläuterte der BA-Chef. An die ideale Einstiegshöhe müsse man sich «herantasten». Derzeit müssen Bewerber ein Bruttojahresgehalt von mindestens 46 400 Euro nachweisen, in besonders nachgefragten Mangelberufen reichen knapp 36 200 Euro aus.

Gegen die zu schnelle Einführung niedriger Eintrittshürden spricht aus Weises Sicht die noch immer große Zahl qualifizierter Arbeitsloser in Deutschland. Bei ihnen sei häufig nicht die Ausbildung das Problem, sondern die mangelnde Bereitschaft zum Umzug in Regionen mit einem besseren Arbeitsplatzangebot.

Generell jedoch sei die Zuwanderung ausländischer Fachkräfte für Deutschland unumgänglich. Selbst die starke Zuwanderung im Jahr 2013 reiche nicht aus, um die in den kommenden Jahren sinkende Zahl inländischer Arbeitskräfte auszugleichen. Zudem gelte: Mit der Besetzung von qualifizierten Arbeitsplätzen mit Zuwanderern entstünden oft auch neue Jobs für weniger qualifizierte Arbeitslose.

Problematisch sei das noch nicht rechtskräftige Urteil des Landessozialgerichts Nordrhein-Westfalen, wonach EU-Bürgern ohne Arbeit, die sich schon länger in Deutschland aufhalten, Hartz-IV-Leistungen zustehen. Viele weniger gut ausgebildete Menschen aus ärmeren EU-Ländern könnte es dadurch nach Deutschland ziehen, sagte Weise. «Würde sich dies bewahrheiten, ist das System der Grundsicherung in Gefahr und müsste von der Politik überprüft werden.»

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