Auto Expo 2012 in New Delhi
Die Auto Expo in Neu Delhi wurde international noch nie so stark beachtet wie in diesem Jahr. Foto: Anindito Mukherjee

Die Auto Expo in Neu Delhi wurde international noch nie so stark beachtet wie in diesem Jahr. Foto: Anindito Mukherjee

dpa

Die Auto Expo in Neu Delhi wurde international noch nie so stark beachtet wie in diesem Jahr. Foto: Anindito Mukherjee

Detroit/Stuttgart (dpa) - Die weltweite Autobranche hat ein starkes Jahr hinter sich. Neben dem boomenden China legte auch der wichtige US-Markt deutlich zu. Nach vorläufigen Zahlen des Marktforschers Autodata wurden im vergangenen Jahr in den Vereinigten Staaten knapp 12,8 Millionen Autos verkauft.

Das ist ein Plus von 10,3 Prozent gegenüber 2010. Ein Rekordjahr meldete der Stuttgarter Autokonzern Daimler. Autoexperten erwarten aber ein schwierigeres Jahr 2012. Hauptgründe sind die weltweiten Konjunkturrisiken und die Schuldenkrise in Europa. Furcht vor einer tiefen Rezession halten die meisten Branchenbeobachter aber für unangebracht. Der deutsche Branchenverband VDA rechnet mit einer weltweit leicht steigenden Nachfrage nach Autos.

Während in Westeuropa für dieses Jahr ein Absatzrückgang erwartet wird, gilt neben China und Brasilien auch Indien als einer der wichtigsten Wachstumsmärkte der Automobilindustrie. Bei der Automesse Auto Expo in Neu Delhi, die am Donnerstag eröffnet wurde, will Indien seine Bedeutung für die weltweite Autokonjunktur weiter ausbauen. Die Auto Expo wurde international noch nie so stark beachtet - traditionell viel wichtiger war früher immer die Automesse in Detroit, die am kommenden Montag beginnt.

In Detroit stellen viele Autobauer ihre Jahres-Absatzahlen vor. Daimler tat dies bereits am Donnerstag. Der Dax-Konzern steigerte seinen weltweiten Absatz um 7,7 Prozent auf 1,36 Millionen Fahrzeuge. Zugpferd für die gute Entwicklung bei dem schwäbischen Konzern ist seit vielen Monaten die enorme Kaufkraft in Amerika und Asien, wo sich zweistellige Zuwächse ergeben. Auf Jahressicht notiert Daimler für die USA 13,3 Prozent Steigerung, für China sogar 30,6 Prozent.

Auch Daimler-Rivale Audi legte in China deutlich zu. Die VW-Tochter verkaufte 313 036 Autos und verbuchte damit ein sattes Plus von 37 Prozent. Das Reich der Mitte wurde damit erstmals der wichtigste Absatzmarkt für Audi. Der Autobauer rechnet angesichts der ungebrochenen Nachfrage in China in der Oberklasse weiter mit Wachstum. Auch in den USA hatte Audi zugelegt, die weltweiten Zahlen will Audi wie auch der Münchner Rivale BMW am Montag zum Start der Automesse in Detroit veröffentlichen. Beide Hersteller werden nach Branchenschätzungen Rekordverkäufe für 2011 vermelden.

In Detroit dürften daneben auch Themen wie Elektromobilität und Leichtbau im Fokus stehen. Einer Studie zufolge zwingen künftig strengere Abgasgesetze Autos zum Abspecken. Von derzeit 70 Milliarden Euro werde der Jahresumsatz mit Leichtbauteilen aus hochfestem Stahl, Aluminium und carbonfaserverstärktem Kunststoff (CFK) bis 2030 auf mehr als 700 Milliarden Euro steigen, hieß es in einer am Donnerstag von der Unternehmensberatung McKinsey veröffentlichten Studie. Hintergrund sei unter anderem die europäische Gesetzgebung, die verlange, dass Neuwagen ab 2015 im Durchschnitt nur noch 95 Gramm pro Kilometer ausstießen.

Der US-Markt meldete kurz vor der Automesse in Detroit mit dem deutlichen Absatzplus starke Zahlen. Von den deutschen Herstellern gehörte vor allem Volkswagen zu den Jahres-Gewinnern mit deutlich über dem Branchenschnitt liegenden Zuwachszahlen.

In den USA trafen gleich mehrere Umstände aufeinander, die die Verkäufe im vergangenen Jahr beflügelten: Zum einen mehren sich die Zeichen, dass es wirtschaftlich aufwärts geht. Vor allem ist die Arbeitslosigkeit zurückgegangen. Zum anderen sind viele Amerikaner schlicht gezwungen, sich einen neuen Wagen zuzulegen, weil der alte in die Jahre gekommen ist. Allerdings sind die Verkaufszahlen in den USA immer noch meilenweit von den Glanzzeiten vor der Wirtschaftskrise entfernt, mit einem Volumen von rund 17 Millionen Autos.

Einer der drei großen US-Autobauer, Chrysler, ist unterdessen immer mehr unter der Kontrolle von Fiat. Der Autobauer Fiat stockte seinen Anteil an Chrysler um weitere 5 Prozent auf 58,5 Prozent auf. Konzernchef Sergio Marchionne sprach am Donnerstag von einem «fundamentalen Schritt hin zu einer vollständigen Integration unserer beiden Gruppen».

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