Toyota ist der dritte große Autobauer, den der künftige US-Präsident Trump wegen der Produktion von US-Importgütern im Niedriglohn-Nachbarland Mexiko attackiert. Foto: Franck Robichon
Toyota ist der dritte große Autobauer, den der künftige US-Präsident Trump wegen der Produktion von US-Importgütern im Niedriglohn-Nachbarland Mexiko attackiert. Foto: Franck Robichon

Toyota ist der dritte große Autobauer, den der künftige US-Präsident Trump wegen der Produktion von US-Importgütern im Niedriglohn-Nachbarland Mexiko attackiert. Foto: Franck Robichon

dpa

Toyota ist der dritte große Autobauer, den der künftige US-Präsident Trump wegen der Produktion von US-Importgütern im Niedriglohn-Nachbarland Mexiko attackiert. Foto: Franck Robichon

New York/Tokio/Las Vegas (dpa) - Investitionen in Mexiko? «Auf keinen Fall!»: Donald Trump droht dem japanischen Autoriesen Toyota mit hohen Strafzöllen auf US-Importe und versetzt so die Branche in Aufruhr.

Der Rundumschlag des künftigen US-Präsidenten schreckt auch Politiker auf - am Freitag sprang Japans Regierung Toyota und der heimischen Industrie demonstrativ zur Seite.

«Japanische Autobauer leisten signifikante Beiträge bezüglich Arbeitsplätzen in den Vereinigten Staaten. Es ist wichtig, dass ihre Bemühungen und Ergebnisse breit akzeptiert werden», sagte der Minister für Wirtschaft, Handel und Industrie (Meti), Hiroshige Seko, der Nachrichtenagentur Kyodo zufolge.

Trump hatte Toyota mit scharfen Worten für Investitionen in Mexiko attackiert. Zur geplanten neuen Corolla-Fabrik in dem Niedriglohnland twitterte er: «AUF KEINEN FALL! Baut das Werk in den USA oder zahlt hohe Grenzsteuer.» Zuvor hatte Trump schon die US-Branchenführer General Motors und Ford wegen der Fertigung von US-Importgütern in Mexiko angegriffen.

Die Autobranche verfolgt den US-Regierungswechsel angesichts von Trumps Devise «Amerika zuerst» und seiner scharfen Kritik an Freihandel und Globalisierung mit bangen Blicken. Am 20. Januar soll Trump das Präsidentenamt antreten und er hat angekündigt, nicht lange zu fackeln. Trump will den US-Freihandelspakt Nafta mit Mexiko und Kanada neu verhandeln oder aufkündigen.

Das Abkommen für freien Warenverkehr ermöglicht der Autoindustrie, Modelle für den US-Markt kostengünstig in Mexiko zu produzieren. Das ist Trump ein Dorn im Auge, er droht mit Strafzöllen von 35 Prozent auf diese Produkte. Neue Spielregeln im Handel wären auch für deutsche Konzerne ein großes Risiko - Volkswagen, Audi, BMW und Daimler setzen ebenfalls auf Mexiko.

Man betrachte Trumps Politik sehr genau, insbesondere hinsichtlich des Handels in Nordamerika, sagte Renault- und Nissan-Chef Carlos Ghosn dem «Wall Street Journal» bei der Technikmesse CES in Las Vegas. «Bislang war Nafta die Regel.» Wenn sich das Freihandelsabkommen ändere, müsse man sich anpassen.

Toyota erklärte in einem Statement zu der Kritik von Trump, durch die 2015 angekündigte Fabrik im mexikanischen Guanajuato werde sich weder das Produktionsvolumen noch die Beschäftigung in den USA verringern. Toyota sei seit fast 60 Jahren ein Teil der Kultur der USA, hieß es. Mit Direktinvestitionen von mehr als 21,9 Milliarden Dollar, zehn Produktionsstätten und 136 000 Beschäftigten wolle Toyota mit Trumps Regierung im Sinne der Kunden und der Autoindustrie kooperieren.

Der zweitgrößte US-Autobauer Ford hatte am Dienstag überraschend angekündigt, Pläne für ein 1,6 Milliarden Dollar teures Werk in Mexiko zu streichen. Stattdessen sollten 700 Millionen Dollar in eine bestehende US-Fabrik investiert werden. Ford-Chef Mark Fields stritt jedoch ab, dem Druck Trumps nachgegeben zu haben. Ausschlaggebend seien wirtschaftliche Faktoren gewesen.

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