Experten rechnen mit einer Fortsetzung des Aufschwungs. Auch Ungelernte haben gute Job-Chancen.

Nürnberg. Soviel Optimismus war selten: Noch ganz unter dem Eindruck des Boom-Jahres 2010 rechnen Konjunkturforscher und Arbeitsmarktexperten für dieses Jahr erst einmal mit einer Fortsetzung des Aufschwungs.

Experten warnen vor einem Fachkräftemangel

An ein Ende des deutschen Jobwunders mag derzeit kaum ein Experte glauben – eher an einen Fachkräftemangel. In etlichen Branchen liefern sich Firmen bereits einen Wettlauf um die besten Köpfe. Gesucht werden Ärzte, Ingenieure, Pflegekräfte, Erzieher und Sozialarbeiter.

Aber selbst für Ungelernte sind die Chancen auf einen Arbeitsplatz so gut wie lange nicht mehr; nach Einschätzung der Bundesagentur für Arbeit dürften sich ihre Aussichten auf einen festen Job weiter verbessern – vorausgesetzt, der Konjunkturmotor läuft weiter so wie bisher.

Das Nachsehen könnten hingegen Langzeitarbeitslose haben. Denn ihnen droht ein doppeltes Handicap. Zum einen haftet ihnen das Stigma an, sie seien nur schwer wieder ins Arbeitsleben zu integrieren. Zum anderen sorgt der Rotstift der schwarz-gelben Bundesregierung dafür, dass sie nicht mehr in dem Maße gefördert werden wie bisher. Schon im Dezember haben Jobcenter tausende Ein-Euro-Jobs gestrichen, die landläufig als Brücke in den Arbeitsmarkt gelten.

Zahl der Langzeitarbeitslosen soll deutlich gesenkt werden

Der Kritik an den Sparmaßnahmen bei der Fort- und Ausbildung von Hartz-IV-Empfängern kontert BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt mit dem Hinweis auf die gute Konjunkturlage. Die werde etliche Langzeitarbeitslose in einen regulären Job bringen, ist er überzeugt. Bei Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen stehe die BA jedenfalls in der Pflicht, die Zahl der zuletzt 887 000 Langzeitarbeitslosen bis zum Jahresende um 50 000 zu drücken.

Viel wird nach Einschätzung von BA-Chef Frank-Jürgen Weise von der konjunkturellen Entwicklung 2011 abhängen. Bis jetzt sei die Konjunkturerwartung noch „überwiegend positiv“, formuliert er. Aber auch er warnt stets vor volkswirtschaftlichen Risiken.

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