Der Konzern aus Langenfeld expandiert. Die deutschen Filialen gehen an die Wuppertaler Klauser-Gruppe.

Langenfeld/Wuppertal. Salamander und Lurchi schlüpfen unter das Dach von Ara: Der deutsche Schuhriese (Ara, Lloyd) übernimmt das Traditionsunternehmen Salamander. Das teilte der Insolvenzverwalter der Salamander-Mutter, der Egana-Goldpfeil Europe, mit. Der Familienkonzern Ara aus Langenfeld erwirbt sämtliche Geschäftsanteile an der Salamander GmbH und deren ausländischen Töchtern. Auch die Markenrechte an Salamander und Lurchi gehen auf Ara über. Die 51 deutschen Filialen von Salamander übernimmt das Wuppertaler Familienunternehmen Klauser.

Der Hersteller Ara und Schuhhändler Salamander stehen zusammen für fast eine halbe Milliarde Euro Umsatz und etwa 7000 Mitarbeiter. Ara zählt nach eigenen Angaben schon jetzt zu Europas Schuhriesen. Salamander soll Anfang Februar auf den Ara-Konzern übertragen werden. Der Gläubigerausschuss der Egana-Goldpfeil Europe hat dem Verkauf schon zugestimmt, erklärte Insolvenzverwalter Ottmar Hermann. Nun stehe der Salamander-Kauf nur noch unter dem Vorbehalt, dass die Wettbewerbshüter zustimmen.

Hermann bezeichnete Ara als zukunftsweisenden Investor. Salamander und Ara ergänzten sich hervorragend. "Außerdem freue ich mich sehr, dass wir für Salamander einen strategischen Investor gefunden haben, der alle Einheiten übernimmt", betonte er. Das sei nur einvernehmlich mit allen Beteiligten, den Arbeitnehmern, dem Management und den Gläubigerbanken möglich gewesen, die umfassend auf Sicherheiten verzichtet hätten.

Klauser plant neue Salamander-Kollektionen

Die Schuhhandelsgruppe Klauser will die von Ara übernommenen 51deutschen Filialen auch künftig unter dem Namen Salamander führen. Sie ist nach der Übernahme quasi bundesweit präsent. Geplant ist unter anderem eine neue Salamander-Kollektion sowie eine Stärkung der Werbefigur Lurchi, hieß es. Klauser setzte zuletzt mit rund 1200 Mitarbeitern gut 110 Millionen Euro um. 80 Filialen werden von der Zentrale in Wuppertal aus gesteuert - künftig auch die neuen Salamander-Geschäfte.

Ara will die selbstständig operierenden Auslandsgesellschaften mit insgesamt 142 Salamander-Filialen selbst führen und das länderübergreifende Vertriebsnetz von Salamander für Markenschuhe langfristig ausbauen. Dabei seien eine Expansion von Salamander in weitere Länder oder auch die Vergabe von Lizenzen vorstellbar. Salamander ist außerhalb Deutschlands in Frankreich, Russland, Österreich, Tschechien, Ungarn und Polen mit eigenen Töchtern vertreten.

Der Feuersalamander Lurchi ist eine Comicfigur, den der Schuhhersteller Salamander erstmals 1937 zu Werbezwecken verwendete. Die Sammelbände unter dem Titel "Lurchis Abenteuer" waren von Anfang an für Kinder im Grundschulalter konzipiert. Während des Kriegs machte Lurchi Pause. 1951 kehrte der brave Salamander zurück in die Werbewelt und wurde mit seinen gereimten Abenteuern zum Kinder-Liebling. Gemeinsam mit seinen fünf Freunden war er Held von bislang 141 Lurchi-Geschichten.

Im Jahr 2000 wurde der Figur neues Leben eingehaucht, dabei wurden aber Charaktere und Hefte verändert. Seit etwa 2005 werden die Hefte wieder ähnlich dem ursprünglichen Erscheinungsbild herausgegeben. Lurchi trägt inzwischen T-Shirt und Hose, gereimt wird in den Heftchen nur noch selten. Die vielen Eigentümerwechsel beim Salamander-Konzern hat der Feuersalamander bislang unbeschadet überstanden.

Salamander erwirtschaftete zuletzt mit rund 1800 Mitarbeitern etwa 190 Millionen Euro Umsatz und gehörte zur insolventen Europa-Holding von Egana-Goldpfeil. Diese soll künftig auf das Kerngeschäft Schmuck und Uhren konzentriert werden. Der Schuhhändler Salamander selbst ist aber nicht pleite.

Der Ara-Konzern erzielte 2007 mit mehr als 5000 Mitarbeitern 288 Millionen Euro Umsatz. Das rheinische Familienunternehmen, das 60 Jahre alt ist und einen Papagei als Logo führt, vertreibt seine Produkte in etwa 50 Ländern. Vor etwa zehn Jahren übernahm Ara das Unternehmen Lloyd in Sulingen bei Bremen von der Eigentümerfamilie. kuk/alu/dpa

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