Nach der Krise sind Premiumwagen „made in Germany“ in den USA gefragt. Rosige Zeiten für Mercedes, Porsche & Co.

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Porsche-Chef Matthias Müller zeigt eine Rennversion des Hybrid-Sportwagens 918 RSR. Dieser hat einen V8-Verbrennungsmotor mit 563 PS, der von zwei Elektromotoren mit jeweils 102 PS unterstützt wird.

Porsche-Chef Matthias Müller zeigt eine Rennversion des Hybrid-Sportwagens 918 RSR. Dieser hat einen V8-Verbrennungsmotor mit 563 PS, der von zwei Elektromotoren mit jeweils 102 PS unterstützt wird.

Porsche-Chef Matthias Müller zeigt eine Rennversion des Hybrid-Sportwagens 918 RSR. Dieser hat einen V8-Verbrennungsmotor mit 563 PS, der von zwei Elektromotoren mit jeweils 102 PS unterstützt wird.

Detroit. Die Amerikaner haben ihre Liebe für deutsche Luxusschlitten wiederentdeckt. Egal ob Porsche, Mercedes, Audi oder BMW: Sie alle profitierten davon, dass die Krise auch in den USA langsam überwunden ist. „Die USA bleiben auf absehbare Zeit der weltgrößte Premiummarkt“, sagt BMW-Chef Norbert Reithofer.

Bisher führt der Lexus das US-Premiumsegment an

Experten sind überzeugt: Die deutschen Hersteller können sich nicht nur im Boomland China, sondern auch in den USA auf rosige Zeiten freuen. Denn der US-Markt wird nach allen Vorhersagen in den kommenden Jahren kräftig wachsen – und die Prognosen für die edleren Karossen sind noch besser als für den Markt insgesamt.

„Deutsche Hersteller haben im US-Markt noch erhebliches Potenzial“, sagt Autoexperte Stefan Bratzel. „Sie spielen gegenüber den amerikanischen und japanisch-koreanischen Herstellern nur eine untergeordnete Rolle.“ Selbst im Premiumsegment sei Lexus die Einzelmarke mit dem stärksten Absatz.

Trotz satter Zuwächse 2010 zwischen zehn Prozent (BMW) bis 29 Prozent (Porsche) bekommen die Deutschen bisher nur ein kleines Stück vom Kuchen ab. Zusammen mit Europas Branchenprimus VW erzielten sie 2010 7,6 Prozent Marktanteil – halb so viel, wie der Toyota-Konzern schaffte. „Es spricht aber einiges dafür, dass 2011 für die deutschen Hersteller zu einem Wendepunkt werden könnte“, so Bratzel.

Für Statussymbole werden höhere Preise bezahlt

Entsprechend selbstbewusst treten die Hersteller auf der ersten großen Automesse des Jahres auf, die gestern in Detroit begonnen hat. Als Statussymbol machen ein Porsche oder Mercedes im Land der Pick-Ups nach wie vor mehr her als neuere Marken mit Luxusanstrich aus Japan. Das lassen sich die Deutschen allerdings mit vergleichsweise saftigen Preisen bezahlen.

Hoher Spritverbrauch spielt in den USA keine große Rolle

Die deutschen Hersteller wollen auf dem wichtigsten Automarkt der Welt beim Absatz in diesem Jahr die Eine-Million-Marke knacken. 2010 wurden auf dem US-Markt 880 700 Fahrzeuge verkauft, der Marktanteil auf 7,6 Prozent gesteigert. Jedes zweite Auto der Oberklasse trug ein deutsches Markenzeichen.

Der US-Automarkt soll in diesem Jahr wie 2010 um elf Prozent auf 12,8 Millionen Zulassungen zulegen. Vor der Krise waren noch jährlich mehr als 16 Millionen Autos verkauft worden. Für die deutschen Autoexporteure sind die USA wertmäßig das wichtigste Land – immer noch weit vor China.

Im Bereich der Kleinwagen, die mittlerweile mehr als ein Drittel des Autosektors ausmachen, sind deutsche Marken gut positioniert (elf Prozent Anteil). Bei Diesel-Pkw, besonders bei Clean-Diesel, haben die Deutschen weiter eine dominierende Position mit einer Marktabdeckung von 100 Prozent.

Der recht hohe Spritverbrauch der großen Premium-Autos etwa spielt dabei in den USA kaum eine Rolle. Obgleich die Preise steigen, sind sie für europäische Verhältnisse geradezu lächerlich. Momentan kostet die Gallone um die drei Dollar – umgerechnet sind das nur etwa 60 Eurocent pro Liter. „Wir können es uns leisten, weniger spritsparende Autos zu kaufen als der Rest der Welt“, sagt Marktforscherin Rebecca Lindland.

 

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