Die Ansprüche der Reisenden bei Flugausfällen und was Gewerkschaften zur Situation bei Air Berlin sagen.

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Reisende am Schalter von Air Berlin auf dem Düsseldorfer Flughafen mussten in den vergangenen Tagen viel Geduld - auch am Mittwoch sind wieder Flüge gestrichen worden.

Reisende am Schalter von Air Berlin auf dem Düsseldorfer Flughafen mussten in den vergangenen Tagen viel Geduld - auch am Mittwoch sind wieder Flüge gestrichen worden.

Ellen Schröder

Reisende am Schalter von Air Berlin auf dem Düsseldorfer Flughafen mussten in den vergangenen Tagen viel Geduld - auch am Mittwoch sind wieder Flüge gestrichen worden.

Düsseldorf. Flugreisende in der Europäischen Union haben weitgehende Rechte, wenn ihr Flug gestrichen oder verschoben oder wenn ihr Gepäck beschädigt wird und verloren geht. Auch im Falle von Air Berlin hat die Fluggesellschaft Regelungen für Passagiere. 

Bekommen Fluggäste bei gestrichenen Flügen ihr Geld zurück?
Ja, und zwar komplett. Die Fluggesellschaften sind durch EU-Regelungen verpflichtet, Kunden bei Annullierungen den kompletten Ticketpreis zu erstatten. Auch bei Verspätungen von mehr als fünf Stunden können Flugreisende ihr Ticket stornieren. Alternativ können Flugreisende auf Ersatzflüge umbuchen, falls dies möglich ist. Aber: Im Falle von Air Berlin sollen Kunden, die vor dem 15. August gebucht haben, kein Geld erstattet bekommen, aber sein Ticket auf einen anderen Flug der Airline umbuchen können. Wer am 15. August oder später gebucht hat, erhält eine Rückerstattung über Air Berlin oder ein Reisebüro. 

Wo gibt es Informationen über Verspätungen und Flugausfälle?
Erster Ansprechpartner für Flugreisende ist immer die Fluggesellschaft, bei Pauschalreisen der Reiseveranstalter. In diesem Fall ist das Air Berlin selbst - im Netz unter www.airberlin.com. Auch die Flughäfen bieten auf ihren Internetseiten meist ausführliche Informationen über die aktuellen Flug- und Ankunftszeiten. Der Düsseldorfer Flughafen hat seinen Abflugplan unter folgendem Link im Netz www.dus.com. Bei Informationen aus dem Internet ist es sinnvoll, sich diese auszudrucken, um später einen Beleg zu haben.

Wie steht die Pilotenvereinigung zur Situation bei Air Berlin?
Die Vereinigung Cockpit (VC) hat überrascht zur Kenntnis genommen, dass durch eine Vielzahl von Krankmeldungen beim fliegenden Personal der Ausfall von zahlreichen airberlin-Flügen eingetreten ist. Zu keinem Zeitpunkt habe die VC dazu aufgerufen, sich krank zu melden.  "Die VC ist der Überzeugung, dass Sozialplanverhandlungen über einen geregelten Übergang des Personals der einzige Weg ist, eine möglichst große Zahl von Arbeitsplätzen zu erhalten. Daher hat die VC alle von ihr vertretenen Cockpitmitarbeiter darauf hingewiesen, ihren arbeitsvertraglichen Pflichten nachkommen zu müssen, sofern kein akuter Grund für eine Krankmeldung besteht", erklärte die Vereinigung am Dienstag auf ihrer Internetseite. 

Was sagen andere Gewerkschaften zur Air Berlin-Situation? 
„Wir fordern die Investoren auf, transparent zu agieren und sich zu den Beschäftigten von Air Berlin zu bekennen. In allen Gesprächen rund um die insolvente Air Berlin geht es um wirtschaftliche Interessen, aber nicht um die Arbeitsplätze von mehr als 8.000 Beschäftigten“, erklärte Christine Behle, Bundesvorstandsmitglied der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di). „Angst und Wut der Air Berliner eskalieren, weil es hier um Existenzen ganzer Familien geht.“ Die Beschäftigten empfänden sich immer mehr als Spielball rein wirtschaftlicher und politischer Interessen. Bezüglich  stattfindender Flugausfälle bei Air Berlin erklärte Behle, dass die Krankmeldung vieler Piloten in dieser Situation keinesfalls verwunderlich sei. Es sei nicht auszuschließen, dass es auch bei anderen Beschäftigten dazu kommen könne. ver.di ruft die Beschäftigten auf, den Flugbetrieb weiter aufrecht zu erhalten, um ihre Arbeitsplätze nicht zu gefährden.

Was kann ich tun, wenn meine Airline mir keinen Schadenersatz oder keine Entschädigung zahlt?
Lehnt eine Fluggesellschaft die Forderung eines Verbrauchers ab oder reagiert nicht innerhalb von zwei Monaten, kann er zum Beispiel die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr in Berlin kontaktieren. dpa

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