Die Gründerfamilie Kreke verbündet sich mit einem US-Finanzinvestor. Expansion geplant.

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Der Hagener Konzern Douglas könnte von der Börse genommen werden.

Der Hagener Konzern Douglas könnte von der Börse genommen werden.

dpa

Der Hagener Konzern Douglas könnte von der Börse genommen werden.

Hagen. Der Finanzinvestor Advent will den Douglas Konzern mehrheitlich übernehmen. Nach monatelangen Gerüchten legte Advent am Montag ein Übernahmeangebot vor, das den Hagener Konzern mit 1,5 Milliarden Euro bewertet. Die Großaktionäre haben bereits zugesichert, ihre Anteile zu verkaufen, teilte Advent mit. Damit kann der US-Finanzinvestor jetzt schon auf mehr als die Hälfte des Aktienkapitals zugreifen. Sichern will sich der Investor aber mindestens 75 Prozent, sonst platzt der Deal. Auch grünes Licht vom Kartellamt ist erforderlich. Der Konzern hat mehr als 24 000 Mitarbeiter und mehr als 1900 Läden.

Zu Douglas gehören auch Buch- und Schmuckgeschäfte

Die geplante Übernahme erfolgt im Einvernehmen mit der Douglas-Gründerfamilie Kreke, die seit Jahresanfang nach einem finanzstarken Partner suchte, um ihren Einfluss auszubauen. Seit Jahrzehnten führen die Krekes den Konzern, zu dem auch die Schmuckkette Christ, die Buchgruppe Thalia, die Modehäuser Appelrath-Cüpper und die Süßwarenkette Hussel gehören. Der US-Investor bietet über seine Holding Beauty Three AG 38 Euro je Douglas-Aktie in bar.

„Nachdem es zuletzt Unruhe gegeben hat, wollten wir unseren Einfluss ausbauen und brauchten dafür einen stabilen Partner“, begründete Vorstandschef Henning Kreke den Schulterschluss der Gründerfamilie mit Advent. Nach Vollzug des Übernahmeangebots will sich die Familie Kreke indirekt mit 20 Prozent an der Bietergesellschaft beteiligen.

Gemeinsam wollen die Partner Potenziale bei Douglas heben. Allen voran sollen die Wachstumstreiber Parfümerien und Schmuck, die zusammen zwei Drittel zum Umsatz beitragen, stärker im In- und Ausland expandieren. Die Sanierung der Buchsparte Thalia wollen sie vorantreiben. Auch die derzeitige Ausrichtung der Konzernbereiche Textil und Süßwaren soll fortgesetzt werden.

Unruhe brachte der Einstieg von Drogerieunternehmer Müller

Die freundschaftliche Verbundenheit der Gründerfamilie Kreke zum größten Douglas-Aktionär Oetker sorgte lange für eine stabile Grundlage. Dann kaufte sich der Drogerieunternehmer Erwin Müller bei Douglas ein. Das alarmierte die Krekes.

Die Amerikaner versichern, langfristig zu investieren

Über Optionen hätte der Unternehmer seinen Anteil auf mehr als 25 Prozent ausbauen können. Auf diese Weise hätte er über eine Sperrminorität verfügt, mit der er wichtige Entscheidungen hätte blockieren können. Welche Ziele er genau verfolgt, hatte Müller nie publik gemacht. Bekannt war lediglich, dass er mal eine Zusammenarbeit in der Logistik und beim Einkauf vorgeschlagen hatte, was die Krekes aber ablehnten.

Advent-Geschäftsführer Sen betonte, das Interesse an Douglas sei ein langfristiges. In der Regel bleibe Advent fünf bis sieben Jahre investiert, in manchen Fällen auch länger. „Wir bleiben so lange, die Krekes es möchten und wir es für sinnvoll erachten.“

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