ACS
Der Chef des ACS-Konzerns, Florentino Perez.

Der Chef des ACS-Konzerns, Florentino Perez.

dpa

Der Chef des ACS-Konzerns, Florentino Perez.

Madrid/Essen (dpa) - Der spanische Baukonzern ACS hält auch nach dem angekündigten Einstieg von Katar bei Hochtief an seiner Übernahmeofferte für den Essener Konkurrenten fest. Das Angebot bleibe unverändert bestehen, verlautete aus Kreisen des Madrider Unternehmens.

Der ACS-Konzern sei von Anfang darauf eingestellt gewesen, dass sich seinem Vorhaben Hindernisse entgegenstellen könnten. Er sei aber zuversichtlich, sein Ziel «früher oder später» zu erreichen.

Hochtief hatte in dieser Woche überraschend angekündigt, mit Katar einen weiteren Großaktionär ins Unternehmen holen zu wollen. Dadurch würde sich die geplante Mehrheitsübernahme für ACS deutlich verteuern. Hinter den Kulissen arbeiten die Spanier nach Medienberichten bereits an Gegenmaßnahmen, um die Pläne von Hochtief zu durchkreuzen.

Im Kampf um die Übernahme prüfe der spanische Baukonzern ACS nun die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung bei dem Essener Unternehmen, berichtete die Financial Times Deutschland (FTD/Mittwoch).

Eine Entscheidung könnte noch in dieser Woche fallen, zitierte die Zeitung einen namentlich nicht genannten ACS-Berater. Sprecher von ACS und Hochtief wollten den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren. Bereits zuvor waren Spekulationen bekanntgeworden, ACS könne versuchen, die Eintragung der von Hochtief in dieser Woche angekündigten Kapitalerhöhung ins Handelsregister zu torpedieren,

Bei einer außerordentlichen Hauptversammlung könnte ACS Informationen über die weitere Hochtief-Strategie verlangen, sagte Marc Tüngler von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Der spanische Großaktionär, der derzeit knapp 30 Prozent an Hochtief hält, könne auch versuchen, Neuwahlen des Aufsichtsrats durchzusetzen.

Bei einer in der Regel eher niedrigen Präsenz bei solchen Veranstaltungen könne es dem spanischen Unternehmen durchaus gelingen, die dazu notwendige Mehrheit der anwesenden Stimmen auf seine Seite zu bringen. «Das steht auf der Kippe», sagte Tüngler. Nach Einschätzung von Beobachtern kann sich die Einberufung einer solchen Versammlung jedoch bis zu drei Monate hinziehen.

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