Kaufland
Wer in der Nähe einer Kaufland-Filiale wohnt, dürfte ihn jede Woche im Briefkasten haben: den Werbeprospekt der Warenhauskette. Künftig bringen den aber wohl andere Austräger. Foto: Andreas Gebert/Archiv

Wer in der Nähe einer Kaufland-Filiale wohnt, dürfte ihn jede Woche im Briefkasten haben: den Werbeprospekt der Warenhauskette. Künftig bringen den aber wohl andere Austräger. Foto: Andreas Gebert/Archiv

dpa

Wer in der Nähe einer Kaufland-Filiale wohnt, dürfte ihn jede Woche im Briefkasten haben: den Werbeprospekt der Warenhauskette. Künftig bringen den aber wohl andere Austräger. Foto: Andreas Gebert/Archiv

Heilbronn (dpa) - Werbeprospekte der Warenhauskette Kaufland sollen künftig nur noch über externe Dienstleister verteilt werden - Tausende Mini-Jobber verlieren deswegen bundesweit ihre Stelle.

«Diese Entscheidung ist uns sehr schwer gefallen, war jetzt aber leider notwendig», sagte Andreas Riekötter, Geschäftsführer des zur Kaufland-Gruppe gehörenden TIP Werbeverlags, in Heilbronn.

Der Verlag trennt sich Riekötter zufolge von rund 55 000 Zustellern der Kundenzeitung «TIP der Woche». Zumeist tragen Schüler, Studenten, Hausfrauen oder Rentner den Prospekt auf Minijob-Basis aus. Deren Tätigkeit soll ab November ausgelagert werden. Bisherige Zusteller können sich dem Verlag zufolge aber bei den künftigen Dienstleistern bewerben.

Rund 40 Prozent der Auflage werden den Angaben zufolge bereits jetzt durch externe Dienstleister zugestellt. Als Grund für die vollständige Umstellung nannte Kaufland die komplexe Organisation der Austräger, deren Zahl mit der Expansion von Kaufland gestiegen ist. Wöchentlich werden demnach bundesweit 20 Millionen Werbeprospekte verteilt. Kaufland hat hierzulande 635 Filialen.

Die Gewerkschaft Verdi zeigte sich empört über die Ankündigung. «Es handelt sich um die wahrscheinlich größte Massenentlassung in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland», erklärte Verdi Baden-Württemberg dazu. «Unter den Beschäftigten sind auch zahlreiche Leistungsempfänger, die damit bisher wenigstens ein geringes, nicht anzurechnendes Einkommen erzielten.» Die Gewerkschaft sieht nach eigenen Angaben Schwierigkeiten beim Erreichen der Umsatzziele als Grund für die Kündigungen.

Neben den 55 000 Minijobbern bekommen auch weitere 100 Mitarbeiter an den Standorten Dortmund, Hamburg, Leipzig und Dallgow bei Berlin die Kündigung. Einen Interessenausgleich zahlt der Verlag nach eigenen Angaben nicht. Anders als bei Kaufland gibt es beim TIP Werbeverlag keinen Betriebsrat.

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