Hamburg (dpa) - Die Hamburger Elbphilharmonie ist weit mehr als nur ein Konzerthaus. Der gläserne Neubau mit seiner kühn geschwungenen Dachlandschaft erhebt sich auf dem Sockel eines ehemaligen Kaispeichers an der westlichen Spitze der Hafencity.

Er birgt zwei Konzertsäle, ein Hotel auf der Ostseite mit 244 Zimmern und 44 Eigentumswohnungen auf der Westseite. An der Schnittstelle zwischen Speicher und Neubau befindet sich eine öffentlich zugängliche Plattform in 37 Metern Höhe - die Plaza. Sie ist mit 4000 Quadratmetern fast so groß wie der Hamburger Rathausmarkt und über eine 82 Meter lange Rolltreppe oder Aufzüge erreichbar.

Der wellenförmige Glasbau der Schweizer Architekten Herzog & de Meuron ist an der höchsten Stelle 110 Metern hoch - fast so hoch wie der Hamburger Michel mit 132 Metern. Der gläserne Aufbau über dem Kaispeicher wiegt 78 000 Tonnen, die Glasfassade erstreckt sich über 16 000 Quadratmeter. Dafür wurden 1100 unterschiedlich gebogene und bedruckte Glaselemente angefertigt, jedes von ihnen wiegt 1,8 Tonnen. Insgesamt wiegt das Gebäude 200 000 Tonnen; das entspricht etwa 416 666 Konzertflügeln oder 722 A380-Flugzeugen.

Der große Konzertsaal mit 2100 Plätzen liegt aus Schallschutzgründen auf 362 Federpaketen. Er ist 25 Meter hoch und nach dem Weinberg-Prinzip gebaut. Jeder Zuhörer soll nicht mehr als 30 Meter vom Dirigenten entfernt sein. Die Innenverkleidung des Saals, die sogenannte Weiße Haut, besteht aus 10 000 Gipsfaserplatten, die den Schall optimal im Raum verteilen sollen. An der Decke hängt ein riesiger Reflektor, der den aufsteigenden Klang verteilt.

Die Grundsteinlegung war am 2. April 2007, eröffnet werden sollte das Konzerthaus ursprünglich 2010. Die Bauzeit beträgt knapp zehn Jahre, die Kosten stiegen von 77 Millionen auf 789 Millionen Euro.

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