Berlin (dpa) - Der Berliner Attentäter Anis Amri war in Deutschland mit 14 verschiedenen Identitäten unterwegs. Was tut das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), um die Identität eines Asylbewerbers zu klären?

Falls der Antragsteller Dokumente mitbringt, werden diese in den Außenstellen und Ankunftszentren geprüft. Bei Manipulationsverdacht geht das Dokument für eine zweite Prüfung an die Zentrale. Bestätigt sich dort der Verdacht, folgt eine «gerichtsverwertbare Urkundenuntersuchung» durch Sachverständige.

Im nächsten Schritt folgt die Anhörung. Gibt es Zweifel an den Angaben des Antragstellers, wird er dabei auch eingehender zu seiner Identität befragt. Aus dem BAMF heißt es dazu: «Bei der Antragstellung oder Anhörung weisen unsere Dolmetscher die Entscheider auf bestehende Ungereimtheiten hin.

Zudem verfügen unsere Entscheider über ein sehr detailliertes Wissen zu geografischen Sitten, Bräuchen usw. vor Ort». Wenn ein Mann zum Beispiel vorgibt, Student aus Damaskus zu sein, aber nicht weiß, in welchem Stadtteil dort die Universität liegt, ist das verdächtig.

Die Angaben des Schutzsuchenden könnten außerdem «durch das Auswärtige Amt, Botschaften und in bestimmten Ländern auch durch eigenes Verbindungspersonal vor Ort überprüft werden», erklärt das BAMF.

Bleiben Fragezeichen, wird ein Sprachgutachten in Auftrag gegeben. Kommt der Sprachgutachter zu dem Ergebnis, dass der Antragsteller nicht aus dem von ihm angegebenen Staat kommt, räumt ihm das Bundesamt «rechtliches Gehör» ein. Wenn er dann keine glaubhaften Beweise vorlegen kann, die das Gutachten widerlegen, kann das BAMF den Asylantrag ablehnen.

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