Berlin (dpa) - Die Zeitungen «Welt» und «Welt am Sonntag» haben ihre Fragen zur Kredit- und Medienaffäre von Bundespräsident Christian Wulff im Internet veröffentlicht.

Auch die Antworten von Wulffs Anwälten sowie der BW-Bank, die Wulff bei seiner umstrittenen Hausfinanzierung half, sind seit Donnerstagabend auf den Seiten von «Welt Online» für jedermann zu lesen.

Die umfangreiche Abhandlung enthält weitgehend bekannte Angaben über das Zustandekommen von Wulffs Privatkredit über 500 000 Euro bei der Unternehmergattin Edith Geerkens im Jahr 2008. Viele Fragen und Antworten drehen sich um die Ablösung des Privatdarlehens durch «ein rollierendes Geldmarktdarlehen» bei der BW-Bank 2010 zu günstigeren Zinsen sowie die Umwandlung in ein langfristiges Darlehen Ende 2011. Auch diese Details wurden bereits in Medien erörtert.

Wulff steht wegen seiner Hausfinanzierung und seines Umgangs mit den Medien seit einem Monat im Kreuzfeuer der Kritik. Vor einer Woche hatte der Bundespräsident in einem Fernsehinterview Transparenz angekündigt und gesagt, seine Anwälte würden alles ins Internet stellen. Wulffs Anwalt Gernot Lehr hatte die Veröffentlichung aller Informationen aber abgelehnt. Eine Offenlegung der Antworten auf die Anfragen von Journalisten verletze deren Recht am eigenen Wort und am Schutz ihrer Rechercheergebnisse oder -ziele, hatte der Anwalt argumentiert.

«Die Zeitungen "Welt" und "Welt am Sonntag" haben entschieden, von ihrem Recht am eigenen Wort Gebrauch zu machen und alle Fragen, die sie an Bundespräsident Christian Wulff geschickt haben, sowie die Antworten darauf auf ihrer Website unter www.welt.de/wulff-fragen zu veröffentlichen», erklärten die Zeitungen, die zum Springer-Konzern gehören. «Die Dokumentation der "Welt" im Internet zeigt, wie karg manche Antworten ausfielen, und dass selbst Antworten auf Nachfragen bis heute vieles im Unklaren ließen.»

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