Berlin (dpa) - Der mutmaßliche Attentäter von Berlin reiste tagelang durch Europa, bevor er in Italien von der Polizei erschossen wurde. Teile der Route, die Anis Amri nahm, sind bekannt.

Die Bundesanwaltschaft bestätigte, dass er über die Niederlande und Frankreich nach Italien floh. Überwachungskameras filmten ihn in mehreren Bahnhöfen, dabei war er stets alleine unterwegs.

BERLIN, Montag, 19.12.: Gegen 20.00 Uhr fährt ein Lastwagen in eine Menschenmenge auf dem Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche. Im Lkw entdecken Ermittler Fingerabdrücke des Tunesiers Anis Amri.

NIMWEGEN (Niederlande), Mittwoch, 21.12.: Gegen 11.30 Uhr zeichnen Kameras im Bahnhof Bilder eines Mannes auf, der nach Angaben der niederländischen Staatsanwaltschaft «sehr wahrscheinlich» Amri ist. In Nimwegen wurden an diesem Tag Gratis-Sim-Karten verteilt, von denen eine später bei Amri gefunden wurde. Italienischen und französischen Medien zufolge fuhr Amri mit dem Fernbus weiter nach Lyon. Das in den Berichten genannte Unternehmen Flixbus teilte auf Anfrage mit, es stehe in «engem Austausch mit internationalen Ermittlungsbehörden». Flixbus bietet Fahrten von Nimwegen nach Lyon über Brüssel, Paris oder Düsseldorf an.

LYON (Frankreich), Donnerstag, 22.12.: Am Nachmittag zeigen Aufnahmen der Videoüberwachung Amri im Bahnhof Lyon Part-Dieu. Von dort soll er französischen Medien zufolge einen Zug nach Chambéry genommen haben.

CHAMBÉRY (Frankreich), Donnerstag, 22.12.: Hier soll Amri in einen Zug Richtung Turin umgestiegen sein. Bei ihm wurde laut Bundesanwaltschaft ein Zugticket gefunden, das einen «Weg von Chambéry nach Mailand» belegt.

TURIN (Italien), Donnerstag, 22.12.: Im Bahnhof Porta Nuova filmt eine Überwachungskamera Amri um 22.14 Uhr. Unbestätigten Medienberichten zufolge blieb er etwa zwei Stunden in dem Bahnhof.

MAILAND (Italien), Freitag, 23.12.: Eine Überwachungskamera filmt Amri um 00.58 Uhr im Hauptbahnhof.

SESTO SAN GIOVANNI (Italien), Freitag, 23.12.: Gegen 03.30 Uhr wird Amri vor dem Bahnhof von Polizisten erschossen, die routinemäßig seinen Ausweis kontrollieren wollten.

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