London (dpa) - Drinbleiben oder rausgehen? So einfach klang es, als die Briten im Juni vergangenen Jahres über ihre EU-Mitgliedschaft abstimmten. Doch wie bei vielen Scheidungen ist die Trennung von der EU kompliziert.

Um die Unterschiede der Optionen deutlich zu machen, ist oft von einem «harten» oder «weichen» Brexit die Rede.

Unter «hartem» oder «sauberem Brexit» versteht man einen klaren Bruch mit Brüssel. Das Verhältnis zwischen Großbritannien und den verbliebenen 27 EU-Staaten wäre vergleichbar mit der Beziehung der EU zu Kanada. EU-Bürger müssten eine Arbeitserlaubnis beantragen, um in dem Land leben und arbeiten zu dürfen. Nötig wäre ein Freihandelsabkommen, damit auf Waren und Dienstleistungen keine Zölle erhoben werden. Es könnte Experten zufolge bis zu zehn Jahre dauern, die nötigen Abkommen zu erarbeiten.

Mit «weichem Brexit» ist gemeint, dass Großbritannien eine ähnlich enge Anbindung an die EU suchen könnte wie Norwegen. Das Land ist kein EU-Mitglied, hat aber vollen Zugang zum europäischen Binnenmarkt. Im Gegenzug muss es zum EU-Haushalt beitragen, EU-Bürgern erlauben, in Norwegen zu leben und zu arbeiten, und einen großen Teil der EU-Gesetzgebung übernehmen.

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